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Neue Studie zu mRNA-Impfstoffen: Impfabstand entscheidet über Wirkung

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Von: Lisa Klein

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Corona-Studie zu mRNA-Impfstoffen: Forscher nennen optimalen Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung für besten Impfschutz.

Während sich in Deutschland inzwischen bereits viele auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) eine Booster-Impfung* gegen das Coronavirus holen, steht für manche die Erst- und Zweitimpfung noch bevor. Eine neue Studie aus Vancouver, Kanada, hat nun ergeben, dass der Impfabstand zwischen der ersten und der zweiten Impfdosis mit einem mRNA-Impfstoff eine erhebliche Auswirkung auf den Impfschutz hat. echo24.de* verrät, wie groß der Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung mit den Vakzinen von Biontech oder Moderna laut der Studie sein sollte, um eine möglichst hohe Wirkung zu erzielen.

Biontech/Moderna: Impfabstand laut Studie entscheidend für den Impfschutz

In einer Studie, deren Ergebnisse in dem amerikanischen Fachjournal JAMA am 3. Dezember 2021 veröffentlicht wurden, haben kanadische Forscher untersucht, welche Auswirkungen der Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff auf die Immunantwort hat. Im Fokus standen dabei die beiden Corona-Impfstoffe von Biontech (BNT162b2) und Moderna (mRNA-1273).

Die Studienteilnehmer haben zu Beginn der Studie sowie im Laufe dessen Blutproben abgegeben. Zwischen dem 16. Dezember 2020 und dem 22. Februar 2021 haben alle Teilnehmenden eine erste Impfdosis mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna erhalten. Die zweite Impfdosis wurde den Teilnehmenden in unterschiedlichen Abständen verabreicht. Die Forscher haben anschließend ausgewertet, wie hoch der Anteil an gebildeten Antikörpern gegen das Coronavirus je nach Impfabstand sechs Monate nach der Erstimpfung im Blut ist.

Neue Corona-Studie: Impfabstand bei mRNA-Impfstoffen entschiedet über Wirkung

In der Studie wurden zwei verschiedene Vergleiche gezogen. Bei der ersten Gegenüberstellung wurden die Blutgruppen von Zweitimpfungen mit „kurzem Abstand“ (zweite Impfdosis zwischen 18 und 28 Tagen nach der Erstimpfung) und „mittlerem Abstand“ (zweite Impfdosis nach 24 bis 49 Tagen) miteinander verglichen. Bei der Auswertung wurde darauf geachtet, dass die Blutgruppen aus den Gruppen bezüglich Geschlecht, Alter und Vorerkrankungen miteinander vergleichbar sind.

Das Ergebnis ist beachtlich: In der Gruppe mit einem „mittleren Abstand“ zwischen Erst- und Zweitimpfung wurden im Schnitt deutlich mehr Antikörper gegen das Coronavirus festgestellt (2476 U/ml) als in der Gruppe mit einem „kurzen Abstand“ (1697 U/ml).

Bei der zweiten Gegenüberstellung wurden die Blutgruppen einer Gruppe mit kurzem Impfabstand (bei der die Zweitimpfung nach maximal 36 Tagen verabreicht wurde) sowie einer Gruppe mit einem langen Impfabstand (Zweitimpfung nach 100 bis 120 Tage) verglichen. Hierbei war der Unterschied nicht so groß wie bei dem ersten Vergleich: Bei der Gruppe mit dem kurzen Abstand wurden 928,4 U/mL Antikörper gemessen, bei der Gruppe mit dem langen Abstand 1154 U/mL.

Studien-Ergebnisse zeigen: Impfabstand entscheidet über den mRNA-Impfschutz

Die Forscher sind demnach zu dem Studien-Ergebnis gekommen, dass bei den mRNA-Impfstoffen – ähnlich wie bei Totimpfstoffen* – die Immunantwort nach der Zweitimpfung bis zu einem gewissen Grad stärker ist, je größer der Abstand zur Erstimpfung ist. Allerdings sollte der Zeitpunkt der Zweitimpfung wiederum nicht allzu lange hinausgezögert werden. In den Studienergebnissen heißt es: „Eine verzögerte Strategie der zweiten Dosis könnte bei begrenzten Impfstoffvorräten einen schnelleren Teilschutz für einen größeren Teil der Bevölkerung bieten.“

Dennoch bedeutet das Hinauszögern der zweiten Impfdosis einen längeren Zeitraum, in dem durch die Erstimpfung nur ein Teilschutz besteht. Hierbei muss laut den Forschern abgewägt werden, ob eine höhere Immunantwort den frühzeitigen vollwertigen Impfschutz gegen das Coronavirus überwiegt. Für Risikogruppen empfiehlt sich weiterhin schnell einen vollen Impfschutz durch eine zeitnahe Zweitimpfung zu gewährleisten.

Für alle, deren Erst- und Zweitimpfung schon etwas länger zurückliegt, erklärt echo24.de* wie lange Biontech, Moderna und AstraZeneca schützen – und wann eine Booster-Impfung notwendig ist. Zudem ist bereits bekannt, welche Nebenwirkungen es bei einer Booster-Impfung mit Biontech oder Moderna geben kann. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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