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Kampf gegen Corona

Corona-Impfstoffe: Deutschland und EU liegen mit Versorgung zurück

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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  • Teresa Toth
    Teresa Toth
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Während die USA und Großbritannien sich bereits zahlreiche Dosen von Corona-Impfstoffen vertraglich gesichert haben, liegen Deutschland und die EU zurück.

  • Noch immer läuft das Rennen um einen Impfstoff gegen Corona.
  • Mit einem Mittel der US-Biotech-Firma Moderna soll es Tests an mehreren tausend Personen geben.
  • Donald Trump wirft Behörden vor, sie würden zu langsam arbeiten.

Update vom Sonntag, 06.09.2020, 12.50 Uhr: Der Corona-Impfstoff der Pharmakonzerne Sanofi und GSK soll weniger als zehn Euro pro Impfdosis kosten, hat Olivier Bogillot, Präsident von Sanofi in Frankreich mitgeteilt. Das sei unter anderem möglich, da Staaten bereit seien, die finanziellen Risiken der Impfstoff-Hersteller mitzutragen.

Doch wie sieht die Versorgung der Bevölkerung mit Corona-Impfstoffen eigentlich derzeit aus? Bisher gibt es nur den von Russland zugelassenen Impfstoff, jedoch sind zahlreiche weitere Corona-Impfstoffe in der Entwicklung. Die EU und auch Länder wie die USA oder Großbritannien sichern sich bereits seit einiger Zeit über Vorabverträge Impfstoffe verschiedener Hersteller. Doch Deutschland und die EU scheinen deutlich hinter Großbritannien und den USA zurückzuliegen, was den Abschluss solcher Verträge angeht.

Deutschland und EU liegen bei Versorgung mit Corona-Impfstoff zurück

Wie die „Welt am Sonntag“ („WaS“) berichtet, haben die USA sich bereits 800 Millionen Impfstoffdosen von sechs verschiedenen Herstellern per Vorabvertrag gesichert. Zusätzlich bestünden Optionen auf weitere Impfdosen zu einem späteren Zeitpunkt. Großbritannien hat dem Bericht zufolge bereits Verträge mit sechs Herstellern über 340 Millionen Impfdosen geschlossen und habe damit eine höhere Pro-Kopf-Quote als jede andere Industrienation.

Mehrere Corona-Impfstoffe werden derzeit entwickelt und getestet. Der Impfstoff von Sanofi soll weniger als 10 Euro kosten.

Die EU-Kommission hat dagegen für die knapp 450 Millionen Einwohner in den 27 Mitgliedsstaaten bisher nur einen Rahmenvertrag mit Astra Zeneca über 300 Millionen Dosen eines potenziellen Corona-Impfstoffs geschlossen, es gibt eine Option auf 100 weitere Millionen Impfdosen. Die EU-Kommission arbeitet nach eigenen Angaben „an allen Fronten, um dasselbe mit anderen Unternehmen zu erreichen, mit denen wir bereits Sondierungsgespräche abgeschlossen haben“.

Von den der EU zugesagten Impfungen von Astra Zeneca hätte Deutschland vertraglich zugesicherten Zugriff auf rund 56 Millionen Impfdosen. Wie der Corona-Impfstoff in Deutschland verteilt werden soll, ist jedoch noch nicht klar. Die Ständige Impfkommission (STIKO) arbeitet nach dem „WaS“-Bericht an einer Empfehlung als Basis eines bundesweiten Impfprogramms.

Donald Trump hofft auf Corona-Impfstoff noch vor der US-Wahl

Update vom Sonntag, 23.08.2020, 14.35 Uhr: In den USA wird bereits ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus an Probanden getestet. Da Donald Trump darauf hofft, bereits vor der Präsidentschaftswahl am 3. November ein fertiges Mittel gegen das Virus zur Verfügung zu haben, setzte er Behörden nun massiv unter Druck.

Laut einem Bericht der "tagesschau.de" schimpfte er gegen die zuständige Behörde FDA, die Trump zufolge bewusst langsam arbeiten würde, um eine Fertigstellung des Corona-Impfstoffes vor der Wahl zu verhindern. Demnach soll die FDA dafür verantwortlich sein, dass Pharmaunternehmen nur schwer geeignete Probanden für die Tests finden. In einem Twitter-Post spricht Trump den Behördenchef der FDA, Stephen Hahn, explizit an: „Wir müssen uns auf Geschwindigkeit und das Retten von Leben konzentrieren!“, ermahnt er diesen.

Hahn zeigt sich derweil von Trumps Forderungen unbeeindruckt. Er erklärte bereits mehrfach, dass sich die FDA bei der Entwicklung des Impfstoffs gegen das Coronavirus an die bekannten wissenschaftlichen Abläufe halte und keine Abkürzungen nehmen werde, nur weil Trump bereits vor der Wahl ein fertig geprüftes Mittel will.

Impfstoff gegen Corona: WHO glaubt noch nicht an „Allheilmittel“

+++ 15.15 Uhr: Während das Paul-Ehrlich-Institut viel Zuversicht verbreitet, was die Suche nach einem Impfstoff betrifft (siehe Update um 9.43 Uhr), gibt sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wesentlich zurückhaltender. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte jetzt jedenfalls eindringlich vor zu viel Optimismus bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus: „Im Moment gibt es kein Allheilmittel, und vielleicht wird es nie eines geben.“ Deshalb sei weiterhin der beste Schutz, alle Standardregeln wie etwa das Tragen von Masken, häufiges Händewaschen und Abstandhalten zu befolgen.

Weltweit wird derzeit unter Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus geforscht, dabei werden verschiedene Ansätze verfolgt. Auch die deutschen Unternehmen Biontech und Curevac sind daran beteiligt. Die WHO hatte bereits am Wochenende erklärt, sie rechne nicht mit einem baldigen Ende der Corona-Krise. Die Pandemie werde „sicher sehr lang“ andauern, teilte das WHO-Notstandkomitee mit.

Laut Paul-Ehrlich-Institut könnte bald ein Corona-Impfstoff kommen

Update von Montag, 03.08.2020, 09.43 Uhr: Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, ist zuversichtlich, dass es zeitnah einen Impfstoff gegen das Coronavirus geben wird. „Wir haben aus den ersten klinischen Prüfungen Ergebnisse erhalten, die zeigen, dass einige Impfstoffe tatsächlich eine spezifische Immunreaktion beim Menschen gegen SARS-CoV-2 erzeugen können“, sagte Cichutek am Sonntagabend im ZDF-„heute-journal“. „Das sind sehr gute Neuigkeiten.“ Weltweit gebe es schon 140 bis 150 Impfstoffprojekte in diesem Bereich.

Es liefen 26 klinische Prüfungen. Sechs davon befinden sich laut Cichutek schon in einem Stadium, in dem nun noch einmal statistische signifikante Sicherheitsdaten und Wirksamkeitsdaten erhoben würden. Das Paul-Ehrlich-Institut ist für die Genehmigung der klinischen Prüfung und Zulassung Arzneimitteln zuständig.

Erstmeldung vom Dienstag, 28.07.2020, 06.52 Uhr: Firmen auf der ganzen Welt befinden sich derzeit im Rennen um einen Corona-Impfstoff. Neben dem Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer arbeitet derzeit auch die US-Biotech-Firma Moderna an der Entwicklung eines geeigneten Impfstoffs. Nachdem ein experimentelles Mittel der Firma Moderna bereits erste erfolgversprechende Ergebnisse liefert, wird der Wirkstoff laut der Nachrichtenagentur dpa AFX nun an Menschen getestet.

Test mit Impfstoff gegen Corona an rund 30.000 Menschen

In der so genannten klinischen Phase wird der mögliche Impfstoff laut der zuständigen Gesundheitsbehörde an etwa 30.000 Probanden und Probandinnen geprüft. Es handelt sich dabei um freiwillige Erwachsene, die nicht mit Covid-19 infiziert sind. Es soll dabei herausgefunden werden, ob der Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion mit dem Virus schützen kann.

Der Impfstoff von Moderna wurde bereits bei an wenigen Personen getestet. Bei 45 Teilnehmenden im Alter zwischen 18 und 55 Jahren traten keinerlei Nebenwirkungen auf und die Forscher stellten fest, dass sich Antikörper gegen das Coronavirus entwickelten – mehr als diejenigen Personen, die unter einer Covid-19-Infektion litten. Daher soll der Impfstoffkandidat jetzt an einer Vielzahl von Personen durchgeführt werden, um die bisherigen Ergebnisse zu überprüfen.

Zuversicht bei Moderna bei Forschung an Corona-Impfstoff

Auf Twitter teilte die Firma Moderna ein Zitat des CEOs Stéphane Bancel, in dem er sich bei den Unterstützenden und Teilnehmenden der Studie für den Impfstoff bedankt und seine Freude über die nun beginnende dritte Phase äußert. Er scheint dabei mit positiven Ergebnissen zu rechnen: „Wir freuen uns auf diese Studie, mittels deren wir das Potenzial unseres Impfstoffs demonstrieren und diese Pandemie besiegen können.“

Laut US-Behörden ist noch unklar, wann genau mit ersten Ergebnissen der dritten Testphase zu rechnen ist. Manche Teilnehmenden erhalten ihre zweite Impfdosis offenbar erst Ende November. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist der Impfstoff gegen Corona der US-Biotech-Firma Moderna nicht das einzige Mittel, dass sich in einer fortgeschrittenen Testphase befindet. Es werden derzeit anscheinend auch Wirkstoffe anderer Firmen an Testpersonen erforscht. (Teresa Toth)

Bis es einen Impfstoff gibt, wollen Forscher in Costa Rica die Zeit mit Antikörpern überbrücken. Dazu forschen sie an Corona-Antikörpern von Pferden. Jetzt sollen Menschen die Pferde-Antikörper gespritzt bekommen.

Rubriklistenbild: © Ted S. Warren

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