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Die Zahl der Cholerafälle in Mosambik ist innerhalb weniger Tage fast um das 30-fache gestiegen.

Mosambik

WHO will Ausbreitung von Cholera in Mosambik verhindern

In Mosambik steigt die Gefahr von Seuchen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will mit einer großangelegten Impfkampagne eine weitere Ausbreitung der Cholera in Mosambik verhindern. Rund 900 000 Einheiten des oralen Impfstoffes gegen Cholera sollen Anfang kommender Woche in Mosambik eintreffen und die Menschen in dem von einem Zyklon heimgesuchten Land schützen, teilte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic am Freitag in Genf mit.

Nach Angaben der mosambikanischen Regierung sind bereits 139 Menschen an Cholera erkrankt, an wässrigem Durchfall leiden 2700 Menschen. In Beira wurde auch von ersten Cholera-Toten berichtet. WHO-Sprecher Jasarevic führte aus, dass sieben Cholera-Behandlungszentren mit einer Kapazität von 400 Betten eingerichtet worden seien. Zudem liefere die WHO Medikamente gegen Durchfallerkrankungen. Der Sprecher betonte, die WHO bereite sich auch auf einen Kampf gegen Malaria und Masern vor.

„Den Menschen droht jetzt eine zweite Katastrophe, wenn nicht mit aller Kraft verhindert wird, dass sich tödliche Krankheiten weiter ausbreiten“, warnte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie-Katastrophenhilfe. „Die Bevölkerung muss sehr schnell mit sauberem Wasser, Hygieneartikeln und Moskitonetzen versorgt werden.“

Laut der Kinderhilfsorganisation World Vision müssen zwei Wochen nach dem Zyklon viele Menschen in Mosambik immer noch schmutziges Wasser trinken. Die Hygienesituation sei in vielen Regionen weiterhin katastrophal. Dies begünstige die Verbreitung von Cholera sowie Malaria und Typhus.

Caritas international schickte 8000 Plastikplanen nach Mosambik und berichtete von einem Ort im Flutgebiet, den ihre Kollegen nur mit dem Hubschrauber erreichen konnten. Dort seien sie auf mehr als tausend Menschen getroffen, die bisher komplett von der Außenwelt abgeschnitten waren. „Sie hatten seit Tagen nicht mehr gegessen“, sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller.

Der Direktor der Nationalen Gesundheitsbehörde Mosambiks, Ussein Isse, rief die Bevölkerung wegen der Seuchengefahr dazu auf, ihr Leitungswasser abzukochen, zu filtern oder Mineralwasser zu kaufen. Nach dem Zyklon „Idai“ vom 14. März lag die Wasserversorgung in der Hafenstadt Beira mit rund 600.000 Einwohnern tagelang brach. Die Überschwemmung verunreinigte zahlreiche Brunnen. Es fehlt an Toiletten.

Lange Regenfälle, schwere Überflutungen und der Zyklon hatten weite Teile Mosambiks, Simbabwes und Malawis verwüstet. Von den Folgen sind allein in Mosambik 1,8 Millionen Menschen betroffen. Insgesamt wurden 700 Todesopfer offiziell bestätigt. Viele Menschen verloren ihre Unterkünfte. Nach UN-Angaben gibt es derzeit allein in Mosambik mehr als 150 Camps für rund 130.000 Menschen. (epd)

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