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„Ich denke, dass du denkst, dass ich denke …“

„King of 12“ ist ein Bluffspiel mit wenig Material und zwölfseitigen Würfeln – eine Rezension.

King of 12“ ist ein Spiel in kleiner Schachtel und sehr übersichtlichem Spielmaterial. Für alle Spielerinnen und Spieler enthält es je einen zwölfseitigen Würfel, dazu ein Kartenset mit zwölf einzigartigen Karten und ein paar Siegpunktmarkern. Doch Autorin Rita Modl gelingt es, aus diesem wenigen Material eine ganze Menge Spielspaß und Varianz herauszuholen.

„King of 12“ ist ein Bluffspiel, bei dem man versucht, die Züge seiner Mitspieler:innen zu erraten und so seinen Nutzen daraus zu ziehen. Zu Beginn des Spiels werden aus den zwölf Karten zufällig sieben Karten ausgewählt und allen Spielenden ausgeteilt. Dann beginnt die erste Runde und die Spielerinnen und Spieler würfeln einmal mit ihren zwölfseitigen Würfeln. In jeder Spielrunde geht es nun darum, am Ende den höchsten Würfelwert „zu erzeugen“. Dies geschieht jedoch zumeist nicht durchs erneute Würfeln, sondern über die Effekte der ausgespielten Karten, welche die Situation drastisch verändern können. Manche Karten verändern dabei den Wert des eigenen Würfels, andere wiederum sorgen dafür, dass die Würfel im Uhrzeigersinn weitergegeben werden oder bewirken sogar, dass am Ende plötzlich nicht der höchste, sondern der niedrigste Wert gewinnt.

King of 12

HUNTER: 7,6 von 10 Punkten

PRO: + Gute Varianz durch Anzahl der Karten + Das Eliminieren bei gleichen Werten führt teilweise zu erstaunlichen Twists + witziges „Ich denke, dass du denkst, also werde ich …"-Spiel

CRON: 7,3 von 10 Punkten

CONTRA: - man muss für „King of 12“ schon Chaos, Würfel und Glück mögen - warum nur für vier Spieler? - Man hat nicht immer das Gefühl, etwas ausrichten zu können

Spieleautor: Rita Modl

Verlag: Corax Games

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Spielzeit: 20-40 Min.

Preis: ca. 20, 00 €

Der Ablauf ist einfach. Jede Spielerin und jeder Spieler wählt verdeckt eine Karte aus. Dann werden alle Karten gleichzeitig aufgedeckt und abgehandelt. Wer abschließend den höchsten Würfelwert vorweisen kann, erhält zwei Punkte, der oder die Zweitplatzierte einen Punkt. Ein Durchgang wird solange gespielt, bis alle Spielenden noch je eine Karte übrig haben. Wer die meisten Siegpunkte sammeln konnte, gewinnt den Durchgang. Wer als erster zwei Durchgänge für sich entscheiden kann, gewinnt.

Neben den sehr unterschiedlichen und interessanten Aspekten der Karten, gibt es dazu noch eine kleine, aber überaus wichtige Regel. Alle Gleichstände führen immer dazu, dass sich diese gegenseitig negieren. Spielen also zwei oder mehr Spieler:innen dieselbe Karte aus, haben beide keinerlei Effekt. Und dies gilt nicht nur für gespielte Karten sondern auch für Würfelwerte. Haben am Ende einer Runde zwei Spieler:innen denselben Würfelwert, so werden auch diese nicht für den Rundensieg gewertet. Und selbst zwei Spieler:innen, die am Ende eines Durchgangs dieselbe Anzahl Siegpunkte sammeln konnten, verlieren gegen die Person, die als einzige die drittmeisten Punkte sammeln konnte.

Alles in allem ist „King of 12“ ein sehr gelungenes Spiel um die ewige Frage „ich denke, dass du denkst, dass ich denke, dass du denkst…“. Ständig versucht man die Kartenauswahl seiner Mitspieler:innen vorherzusagen, um bloß nicht dieselbe Karte auszuspielen oder seine eigenen Karteneffekte gut zu timen. Denn was nützt mir eine Karte, die meinen Würfelwert verdoppelt, wenn mir meine Mitspieler:in per Würfeltausch seine Eins unterjubelt oder gar in dieser Runde den niedrigsten Wert zur Siegbedingung macht.

Und auch wenn oft der Zufall regiert, freut man sich umso mehr, wenn einmal ein gut durchdachter Plan aufgeht und man exakt voraussagen konnte, welche Karte Mitspieler:innen auswählen werden.

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