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Es könnte Wochen dauern, bis alle Opfer geborgen sind.

Hurrikan

2500 Vermisste nach „Dorian“

Europäische Soldaten sind auf Bahamas im Einsatz.

Nach dem verheerenden Hurrikan „Dorian“ werden auf den Bahamas noch rund 2500 Menschen vermisst. Wie die Katastrophenschutzbehörde am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, geht diese Zahl aus einer vorläufigen Liste der Regierung des karibischen Inselstaats hervor. Es sei damit zu rechnen, dass die Zahl der bislang 50 bestätigten Toten „deutlich steigen“ werde, sagte Premierminister Hubert Minnis. 

Die Vermisstenliste sei noch nicht mit den Namen der Menschen abgeglichen worden, die aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht wurden oder sich noch in Notunterkünften befinden, betonte Katastrophenschutz-Sprecher Carl Smith. Es könne Wochen dauern, bis alle Opfer geborgen seien, sagte der Minister für Nationale Sicherheit, Marvin Dames. Noch seien die Helfer nicht in alle Gebiete vorgedrungen. Berichte, die Regierung spiele die Zahl der Toten herunter, wies er entschieden zurück: „Wir können nur zählen, was wir sehen.“ 

„Dorian“ hatte am 1. September die Abaco-Inseln als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 getroffen und verharrte später über der Insel Grand Bahama. Erst nach knapp drei Tagen zog er komplett über die Bahamas hinweg. Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden etwa 13 000 Wohnhäuser schwer beschädigt oder zerstört.

Am Mittwoch traf das Docklandungsschiff „Johan de Witt“ auf den Bahamas ein. An Bord sind auch 66 deutsche Marinesoldaten. Der Einsatz soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin bis 18. September dauern. Schiff und Mannschaft waren eigentlich für eine Übung in dem Gebiet.

Der Einsatz werde durch Regen und starken Wind erschwert. „Das macht es nicht einfacher, das Material an Land zu bringen“, sagte der Kommandeur der insgesamt rund 550 niederländischen Soldaten. An Bord befänden sich mehr als 40 Fahrzeuge, die dringend auf den Bahamas benötigt würden. Auch an Bord eines zweiten Schiffes, des Vermessungsschiffes „Snellius“, befinden sich Hilfsgüter, darunter Zelte, Trinkwasser, haltbare Nahrungsmittel und Arzneimittel. 

Während des Sturms war es an einem Ölhafen des staatlichen norwegischen Öl- und Gaskonzerns Equinor auf Grand Bahama zu einem Ölaustritt gekommen. Ein Spezialistenteam sei inzwischen im Einsatz, um die Folgen zu beseitigen, teilte das Unternehmen mit. (dpa)

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