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Präsidentensohn Hunter Biden hat seine Memoiren veröffentlicht.
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Präsidentensohn Hunter Biden hat seine Memoiren veröffentlicht.

USA

Hunter Biden, der Präsidentensohn: Memoiren eines berühmten Ex-Junkies

Der Sohn des US-Präsidenten Joe Biden, Hunter Biden, war Alkoholiker und Crack-Junkie. In seinen Memoiren beschreibt er über seinen Abstieg - und den Weg zurück.

Washington D.C. - Hunter Biden war am Ende. Der Sohn des US-Präsidenten Joe Biden hatte sich wochenlang in einer Washingtoner Wohnung verbarrikadiert und eine Flasche Wodka nach der anderen getrunken. Nur, um sich zum Kiosk zu schleppen, hatte er hin und wieder sein Appartement verlassen. Rückblickend sagt er über die Zeit: „In diesem Stil trank ich täglich zwölf bis sechzehn Stunden lang“.

Hunter Biden: US-Präsident Joe Biden zwang ihn zum Entzug

Über den Jahreswechsel 2015/2016 nahm er fast zehn Kilo ab, aß nur, „was es in dem Spirituosengeschäft zu kaufen gab.“ Bis sein Magen nicht einmal mehr die Instant-Nudeln vertragen habe. Hunter Biden erzählt: „Ich ertränkte mich in Alkohol.“ Joe Biden war zu jener Zeit Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Er kam mit einem kleinen Sicherheitsaufgebot in die Wohnung seines Sohnes, sah dessen Zustand und weigerte sich zu gehen - solange, bis Hunter einwilligte, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. In Hunters Bidens Leben war das jedoch nicht der einzige Absturz.

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„Beautiful Things“ („Schöne Dinge“) hat er seine Memoiren betitelt, die seit Dienstag (06.04.2021) in den USA erhältlich sind. In dem Buch berichtet Hunter Biden von seinem jahrzehntelangen Kampf mit Alkohol, erzählt von Drogen, vom Teufelskreis aus Exzessen, Therapien und immer neuen Rückfällen, von den schweren Schicksalsschlägen in seiner Familie und dem Verhältnis zu seinem Vater. In Deutschland werden die Memoiren am 13. April erscheinen.

Hunter Biden ist jetzt clean, Joe Biden US-Präsident. Und diesen Einblick in das Leben und die Gedankenwelt des Präsidentensohnes zu bekommen, für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich. Vor allem, weil Hunter Biden immer tiefer stürzte, während sein Vater bis zum Präsidenten aufstieg.

Hunter Biden: Sohn aus erster Ehe

Das Leben der Familie Biden ist geprägt von immensem privaten Kummer. Hunter ist ein Sohn aus Joe Bidens erster Ehe. Bidens Ehefrau Neilia und die gemeinsame Tochter Naomi kamen 1972 bei einem Autounfall ums Leben. Hunter und sein Bruder Beau wurden bei dem Unfall verletzt - Hunter war damals drei Jahre alt, Beau vier. Joe Biden erzog die beiden allein, bis er seine heutige Frau Jill kennenlernte.

Hunter Biden beschreibt in seinem Buch, wie er nach dem Unfall im Krankenhaus aufwachte - sein Bruder Beau im Bett neben ihm. „Beau wurde mit diesen ersten bewussten Momenten meines Lebens mein bester Freund, mein Seelenverwandter, der Stern, der mich führt.“ Trotz des Verlusts der Mutter und der Schwester spricht Hunter von einer fast idyllischen Kindheit - im Dreiergespann mit seinem Vater und seinem Bruder, umgeben von einem großen Familien-Clan, der die Brüder nach dem Unfall erst recht mit Liebe überschüttete.

Dennoch begann Hunter Biden bereits in der High School, „ernsthaft zu trinken“, wie er sagt. „Es löste meine Hemmungen und Unsicherheiten.“ Später im Leben - mit Familie, Kindern und Job, inmitten von Arbeitsstress und finanziellen Zwängen - wurde er zu einem echten Alkoholiker. Erst ein funktionierender, später ein nicht mehr funktionierender. Er machte mehrere Therapien, hatte mehrere Rückfälle, verhedderte sich im Gestrick aus Scham, Schuldgefühlen, Versteckspielen. Die Sucht zerstörte auch seine erste Ehe.

Nächste Katastrophe für Hunter Biden im Jahr 2015

2015 starb sein Bruder Beau im Alter von 46 Jahren an einem Hirntumor. „Ich habe mich nie so einsam gefühlt wie nach Beaus Tod“, schreibt Hunter Biden. Mit Beaus Tod zerbrach auch das Dreier-Gespann von Vater und Söhnen. Die Alkoholexzesse gingen weiter, Hunter driftete schließlich noch in eine Crack-Sucht ab und umgab sich mit zwielichtigen Gestalten aus dem Drogenuniversum.

Zeitweise zog eine obdachlose Kleinkriminelle bei ihm ein, als Drogen-Kompagnon. „Die Mengen Alkohol und Crack, die ich zu mir nahm, waren verblüffend.“ Später begann er, selbst Crack zu kochen, tingelte erst von schickem Hotel zu Hotel, dann von schäbigem Motel zu Motel. Noch während sich Joe Biden 2019 auf seine Präsidentschaftsbewerbung vorbereitete, war Hunter Biden in einem Crack-Nebel versunken.

In seinen Memoiren widmet Hunter Biden seinem Bruder Beau viel Raum. Beau hatte ihn auch beim Kampf gegen die Alkohol-Sucht unterstützt. Halt suchte er zeitweise in einer Beziehung mit Beaus Witwe. Sie hätten die Hoffnung gehabt, „Beau am Leben zu halten, indem wir zusammenblieben“. Die Beziehung scheiterte, brachte Hunter Biden aber in die Klatschspalten.

Hunter bringt Joe Biden im Wahlkampf in Erklärungsnot

Im Präsidentschaftswahlkampf 2020 Biden gegen Trump brachten Hunters Ukraine-Geschäfte seinen Vater schwer in Erklärungsnot. Hunter hatte einen lukrativen Posten im Verwaltungsrat des ukrainischen Gaskonzerns Burisma - zu einer Zeit, als Joe Biden als Vizepräsident federführend für die Ukraine zuständig war. Hunter Biden geht in einem ganzen Kapitel auf Burisma ein und macht keinen Hehl daraus, dass sein Name eine entscheidende Rolle für die Berufung spielte. Er sei aber qualifiziert gewesen. „Ich habe nichts Unmoralisches getan.“ Im Nachhinein würde er einen solchen Posten jedoch nicht mehr annehmen, angesichts der Angriffsfläche für Joe Biden.

2019, als Joe Biden im Frühling seine Präsidentschaftsbewerbung verkündete, verliebte sich Hunter Biden in eine Frau, die ihm half, die Drogen hinter sich zu lassen. Wenige Tage nach ihrer ersten Begegnung heirateten die beiden. Inzwischen haben sie ein Kind - mit dem Namen Beau. (ktho/dpa)

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