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Störche wie dieses Exemplar, das über eine Wiese bei Hodenhagen segelt, stehen unter Artenschutz. Das macht eine Abschussgenehmigung  schwierig.
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Störche wie dieses Exemplar, das über eine Wiese bei Hodenhagen segelt, stehen unter Artenschutz. Das macht eine Abschussgenehmigung schwierig.

Lüneburg

Humpelnder Storch darf nicht erlöst werden

  • Bernhard Honnigfort
    VonBernhard Honnigfort
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Ein Bauer in Niedersachsen entdeckt an seinem Acker einen Storch mit gebrochenem Bein und will ihn mit einem Gnadenschuss vor dem sicheren Hungertod bewahren - aber der Landkreis Lüneburg lehnt eine Genehmigung ab. Begründung: Der Storch steht unter Artenschutz.

Am Sonntag entdeckte Bauer Friedrich-Wilhelm Stein aus der Gemeinde Barum bei Lüneburg den stark humpelnden Vogel auf seinem Acker. Ein ausgewachsener Storch, einer von vierzehn insgesamt. Bauer Stein wollte an dem Tag pflügen und den Acker für die Rapsaussaat vorbereiten – aber dann sah er am Rand den verletzten Vogel und alles kam anders.

Der Norddeutsche Rundfunk hat sich des Themas angenommen und ausführlich berichtet: Bauer Stein entdeckte nämlich, dass einer der Störche stark hinkte - er war offensichtlich verletzt. Und als er ihn sich mit dem Fernglas näher ansah, stellte er fest: Ein Bein ist gebrochen, der Knochen schaut aus der Wunde, der Storch ist sogar sehr schwer verletzt. Das Bein habe nur noch im Wind geflattert und sei nur noch von der Haut zusammengehalten worden.

Bauer Stein griff zum Telefon und nahm Kontakt zum Naturschutzbund auf. Der Nabu hat einen Storchenberater. Georg Düllberg, so heißt der Mann, kam und sah sich den armen Vogel an. Der Storch hat einen Chip - und der verriet dem Berater: Dieses Jahr geschlüpft, ein Jungstorch und Gast aus Schleswig-Holstein.

Storchenberater Düllberg und Bauer Stein kamen nach Betrachtung der schlimmen Verletzung zu dem Ergebnis, dass es so nicht weitergehen könne. Der Storch quäle sich und werde verhungern. „Selbst wenn es gelingen würde, ihn einzufangen, der Tierarzt kann auch nur die Spritze nehmen und ihn von seinen Leiden erlösen", meinte Düllberg.

Die beiden Herren nahmen die Sache aber nicht selbst in die Hand, sie schlugen den Behördenweg ein und fragten beim Landkreis Lüneburg nach einer Abschussgenehmigung. Die Bitte um Gnadenschuss landete im zuständigen Fachbereich Ordnung und Umwelt – und der lehnte ab. Es sei eine schwierige Entscheidung, hieß es dort laut NDR. Einen Storch mit einem offenen Bruch am Bein habe man nicht alle Tage, außerdem sei das Problem „vielschichtig“, denn der Storch stehe unter Artenschutz. Und der verbietet erst einmal das Abschießen. Der Storch könne zwar nicht mehr laufen, aber immer noch fliegen, befand der Fachbereich Ordnung und Umwelt – und deshalb habe man dem Abschuss nicht zugestimmt. Sollte sich die Situation ändern, so der Landkreis gegenüber dem NDR, würde man neu entscheiden.

Landwirt Stein und Storchenberater Düllberg können kaum glauben, was da entschieden wurde und müssen nun auf neue Nachrichten aus Lüneburg warten. Für die beiden Herren ist das Ganze überflüssig und unnötiges Leid: Was soll sich denn an der Situation noch grundlegend ändern? Herumlaufen und Frösche fangen kann der Storch nicht. Bringt ihn sein kaputtes Bein nicht um, dann verhungert er.

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