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Ende der Homeoffice-Pflicht: Jeder 3. fürchtet Omikron-Infektion im Job

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Von: Yannick Hanke

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Am 20. März lauft das Infektionsschutzgesetz aus. Und damit auch die Homeoffice-Pflicht. Arbeitnehmer müssen also wieder ins Büro – und werden von Corona-Sorgen geplagt.

Berlin – Mitte Februar 2022 hatten Bund und Länder im Rahmen ihrer Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) beschlossen, dass die Corona-Regeln und Pandemie-Maßnahmen in drei Stufen gelockert werden*. Immer unter der Berücksichtigung, dass es das Infektionsgeschehen, etwaige Corona-Zahlen sowie Inzidenzen auch hergeben. Hiermit verbunden ist auch das Auslaufen des Infektionsschutzgesetzes sowie die Homeoffice-Pflicht*. Der Gang zur Arbeit ist bei vielen Beschäftigten jedoch mit konkreten Corona-Sorgen verbunden.

Ende der Homeoffice-Pflicht: Arbeitnehmer fürchten sich vor Corona-Infektion mit Omikron

Das Portal „lohnspiegel.de“ hat eine Umfrage durchgeführt, an der sich nach eigenen Angaben seit Pandemiebeginn im März 2020 fast 98.000 Arbeitnehmer beteiligt hätten. Mit der Umfrage wollte die Website, die vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung wissenschaftlich betreut wird, im Kontext von Corona Sorgen und Ängste der Beschäftigten abbilden.

Zwei Männer und eine Frau im feinen Zwirn tragen Schutzmaske und schauen gemeinsam auf einen Laptop.
Am Sonntag, 20. März 2022, lauft die Homeoffice-Pflicht aus. Arbeitnehmer müssen sich also wieder ins Büro begeben. Dabei fürchten sich viele vor einer Omikron-Infektion am Arbeitsplatz. (Symbolbild) © imago

Im Februar, also in dem Monat, in dem die weitreichenden Corona-Lockerungen durch die Politik beschlossen wurden, wurden die Ergebnisse der Umfrage veröffentlicht. Angesichts hoher Fallzahlen und nahezu täglich neuer Höchstwerte hinsichtlich Infektionen*, fürchten sich viele Arbeitnehmener vor einer Ansteckung an ihrem Arbeitsplatz.

Homeoffice-Pflicht läuft am 20. März aus – und ein Drittel der Arbeitnehmer fürchtet sich vor Omikron-Infektion am Arbeitsplatz

Vor allem im Hinblick auf das Ende der Homeoffice-Pflicht* gaben 31 Prozent der Arbeitnehmer, die befragt wurden, an, sich vor einer Corona-Infektion am Arbeitsplatz zu fürchten. Gegenüber dem Oktober 2021, als eine Omikron*-Welle im Winter noch bevorstand und die Homeoffice-Pflicht noch galt, ist dieser Wert deutlich angestiegen.

Mit dem Wegfall der Homeoffice-Pflicht zum 20. März steigt das Infektionsrisiko auch für Beschäftigte, die bisher gut geschützt im heimischen Büro gearbeitet haben.

Elke Ahlers, Expertin beim Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI), gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters

Denn im Herbst 2021 fürchteten sich „nur“ 21 Prozent der befragten Beschäftigten vor einer Corona-Infektion im Job. Wie es heißt, seien besonders häufig die Arbeitnehmenden betroffen, die qua Beruf direkten Kontakt zu einer Vielzahl von anderen Menschen haben. Hierzu würden beispielsweise Verkaufsberufe zählen.

Corona-Regeln am Arbeitsplatz: Arbeitsministerium schreibt „Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften“ vor

Trotz flexibler Regeln zum mobilen Arbeiten, die nach wie vor Homeoffice-Tage in der Woche ermöglichen konnten, würde sich abzeichnen, dass die Büroetagen wieder voller werden. Wen es also nach langer Zeit wieder ins Büro treibt und dort Corona-Infektionen befürchtet, sollte sich auf jeden Fall an die grundlegenden Pandemie-Regeln halten.

In der „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung“ vom Arbeitsministerium ist explizit die Rede von der AHA+L-Regel. Dies stellt letztendlich nichts anderes als die Abkürzung für „Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften“ dar. Wenn also Innenräume beispielsweise von mehreren Personen gleichzeitig benutzt werden, greift hier die Maskenpflicht.

Corona-Schutzmaßnahmen auch in Pausenzeiten und Pausenbereichen einhalten

Zudem empfiehlt es sich, den Mindestabstand von 1,50 Metern von einer Person zur anderen einzuhalten. Das Lüften von Räumen, in denen mehrere Personen arbeiten, sollte sich ebenfalls von selbst verstehen. Und damit ist nicht nur gemeint, dass die Fenster morgens und abends zum Stoßlüften aufgerissen werden. Vielmehr sollte dies mehrfach am Tag in regelmäßigen Abständen erfolgen.

Die Corona-Maßnahmen, die letztendlich auch dem Schutze von Arbeitnehmern dienen, müssen auch während der Pausenzeiten eingehalten werden. Das gilt aber auch für Aufenthalte in Pausenbereichen. Denn das Virus macht, salopp gesagt, bekanntlich keine Pause. Vor allem die Omikron-Variante überträgt sich deutlich einfacher und schneller*, als es noch bei der Delta-Variante der Fall gewesen ist.

Homeoffice-Pflicht läuft aus, Büroalltag kehrt zurück – und das ohne 3G am Arbeitsplatz

Infektionen im Büro kann also durch die Einhaltung AHA+L-Regel vorgebeugt werden. Zudem ist es natürlich ratsam, wenn möglichst viele Menschen, die mit dem Ende der Homeoffice-Pflicht wieder im Büro zusammenkommen, bereits ihre Spritze gegen das Coronavirus erhalten haben. Im Idealfall liegt bereits die Boosterimpfung* vor.

Die Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus garantiert natürlich auch im Büro keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Infektion. Doch konnte wissenschaftlich bereits nachgewiesen, dass es im Infektionsfall zumindest zu deutlich milderen Verläufen kommt, als es bei Ungeimpfte der Fall ist*.

Ein Mutmacher für den Gang ins Büro, der durch das Ende der Homeoffice-Pflicht für Millionen Arbeitnehmer in Deutschland wieder zur Realität wird. Auch, wenn durch den Wegfall von 3G am Arbeitsplatz* ungeimpfte Beschäftigte keinen negativen Corona-Test mehr nachweisen müssen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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