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Filmproduktionen

Hollywood liegt in Australien

  • vonBarbara Barkhausen
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Die Pandemie hat Los Angeles fest im Griff – Produktionsfirmen und Streamingdienste drehen nun anderswo.

Netflix, Disney Plus, Hulu, Stan und Amazon Prime – Streamingdienste werden während der Pandemie immer beliebter. Netflix meldete in der vergangenen Woche erst, dass es die Marke von 200 Millionen Nutzerinnen und Nutzern geknackt habe. Auch die Umsätze der Firma stiegen im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent auf 6,6 Milliarden US-Dollar, hieß es weiter.

Das weltweite Publikum dürstet also nach immer neuen Inhalten – vor allem die Millionen Menschen, die in Lockdowns zu Hause festsitzen. Doch Hollywood tut sich aktuell schwer damit, zu liefern. In Los Angeles, wo die meisten großen Produktionsfirmen sitzen, wütet die Pandemie besonders schlimm. Anfang der Woche meldete die „Los Angeles Times“, dass im Los Angeles County mehr als 5000 Corona-Patientinnen und -Patienten in weniger als einem Monat verstarben.

Dieses Tempo unterstreiche „die grassierende und rücksichtslose Verbreitung des Virus“, hieß es in der Tageszeitung weiter. Filmsets, in denen Menschen oft auf engem Raum und mit Körperkontakt arbeiten, können in solch einem Umfeld nicht operieren. Doch wie es so schön heißt: „The Show must go on“, es muss weitergehen, irgendwie.

Regisseur Patrick Clair drückte es im September gegenüber dem australischen Sender ABC ein bisschen elaborierter aus. „Ich denke, wir müssen alle sehr kreativ werden“, sagte er dem Sender. Es müssten neue Wege gefunden werden, wie in einer Welt, in der das Filmen aus Sicherheitsgründen eingeschränkt sei, trotzdem unterhaltende Geschichten erzählt werden könnten.

Ein Weg, den Hollywood nun ersonnen hat, führt nach Australien. Das Land hat aufgrund geschlossener Außengrenzen, eines durchaus strengen Quarantäne-Programms, lokaler Lockdowns und recht aggressiver Kontaktverfolgung die Pandemie aktuell gut im Griff. Sogenannte Donut-Tage, an denen null lokale Infektionen registriert werden, sind inzwischen keine Seltenheit mehr.

Das internationale Rampenlicht sei derzeit auf Australien ausgerichtet, sagte auch Kate Marks, die Geschäftsführerin der lokalen Regierungsbehörde Ausfilm, die internationale Filmproduktionen unterstützt und Büros in Sydney und den USA hat, vor einem parlamentarischen Ausschuss. Aufgrund der geringen Corona-Verbreitung und eines 400-Millionen-Dollar-Stimuluspakets der australischen Regierung „betrachtet die Welt Australien als Ziel für die Produktion hochwertiger internationaler Bildschirminhalte“.

Ausfilm hat laut eines lokalen Medienberichts in den fünf Monaten bis Dezember Anfragen für 37 Projekte erhalten, 300 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Am Montag schrieb das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite, dass Melbourne gerade einen Produktionsboom erlebe und die dortigen Docklands Studios mit mehr Projekten beschäftigt seien denn je. Alle Produktionen fänden „unter strengen Sicherheitsprotokollen“ statt, hieß es.

Gedreht werden in Australien gerade der Netflix-Science-Fiction-Film „Escape From Spiderhead“ mit Chris Hemsworth, der Filme „Thirteen Lives“ über die Rettung der thailändischen Fußballmannschaft aus einer Höhle, „Thor: Love and Thunder“ mit Stars wie Matt Damon oder „Blacklight“ mit Liam Neeson.

Für letzteren Film wurden anscheinend einige spektakuläre Verfolgungsjagden in Australiens verschlafener Hauptstadt Canberra gedreht, die dort für Aufregung sorgten. Auch die australische Hollywood-Schauspielerin Nicole Kidman ist mit Ehemann Keith Urban zusammen in ihr Heimatland zurückgekehrt, um die Hulu-Serie „Nine Perfect Strangers“ zu drehen. Während Australien damit für seine Film- und Produktionscrews lukrative Geschäfte ins Land geholt hat, sorgte die Ankunft einiger Stars allerdings auch für Ärger.

Matt Damons Einreise Anfang Januar zum Beispiel wurde kontrovers diskutiert, nachdem der Schauspieler die Erlaubnis erhielt, seine zweiwöchige Quarantänezeit in einem Privathaus im beliebten Strandort Byron Bay zu verbringen, anstatt in einem der dafür vorgesehenen Quarantänehotels – eine Entscheidung, die einige als „Doppelmoral“ kritisierten.

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