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Hohe Ozonwerte: Belastung für die Atemwege

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Von: Joachim Wille

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Die Ozon-Konzentration steigt mit den derzeit hohen Temperaturen an.

Halsschmerzen, Husten oder Kopfweh und vermehrte Asthmaanfälle – das können die Folgen von erhöhten Ozon-Konzentrationen in der Atemluft sein. Bei Sport im Freien droht eine Verminderung der Lungenfunktion und allgemein der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Die aktuelle Hitzewelle hat die Ozonwerte hierzulande stark ansteigen lassen, bereits am Montag meldeten 15 Messtellen Überschreitungen des „Informationsschwellenwerts“ von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter. Ab 240 Mikrogramm wird gewarnt, weil so hohe Ozonkonzentrationen für die gesamte Bevölkerung gesundheitsgefährdend sind.

Brände treiben Werte hoch

Die Ozon-Prognose des Umweltbundesamtes sagte am Dienstag Ozon über 180 Mikrogramm bis inklusive den heutigen Mittwoch vor allem für Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vorher, wobei die meisten Überschreitungen am Dienstag in Nordrhein-Westfalen und am Mittwoch in Hessen erwartet wurden. Vereinzelt könne es auch Überschreitungen der Warnschwelle geben, hieß es.

Bodennahes Ozon (Molekül: O3) entsteht, wenn Sonnenlicht auf Schadstoffe trifft, etwa aus dem Verkehr, wie Stickstoffdioxid, oder flüchtige organische Verbindungen aus Lösemitteln. Dabei ist die Belastung an den Rändern von Ballungsbieten oder auf dem Land oft höher als in den Zentren, da dort das entstandene Ozon von in großen Mengen vorhandenen anderen Abgasen wie Stickstoffmonoxid wieder abgebaut wird.

Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus meldete unterdessen, dass in südeuropäischen Ländern bereits in der vorigen Woche eine extrem hohe Ozonbelastung verzeichnet wurde, insbesondere in Spanien und Portugal sowie Teilen Norditaliens. Die dort bereits seit längerem anhaltende Hitzewelle und die verheerenden Waldbrände auf der Iberischen Halbinsel hätten zu dem Anstieg der Werte auf über 200 Mikrogramm pro Kubikmeter geführt.

Mark Parrington, leitender Wissenschaftler des Copernicus Atmosphere Monitoring Service (Cams), warnte: „Die Auswirkungen einer sehr hohen Ozonbelastung auf die menschliche Gesundheit können sowohl im Hinblick auf Atemwegs- als auch auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich sein.“ Er verwies auf Schätzungen, wonach die Ozonverschmutzung jedes Jahr weltweit etwa eine Million zusätzliche Todesfälle verursache. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Ozonwerte an der Erdoberfläche kontinuierlich beobachten.“

Rückgang seit den 90ern

In Deutschland haben die Spitzenwerte bei der Ozonbelastung im Schnitt seit Mitte der 1990er Jahre deutlich abgenommen. Ursache ist die verbesserte Luftreinhaltung etwa dank Auto-Katalysatoren und Stickstoff-Filtern in Kohlekraftwerken. Der in der EU gültige Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit – 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter im Acht-Stunden-Mittelwert – wird laut Umweltbundesamt jedoch weiterhin überschritten, wie eine Auswertung im Herbst 2021 ergab. Zudem nahmen im gleichen Zeitraum die Ozon-Jahresmittelwerte in städtischen Wohngebieten im Unterschied zu der Entwicklung der Spitzenwerte sogar zu.

In der Stratosphäre oberhalb von 15 Kilometern Höhe hat Ozon übrigens für Mensch, Tier und Pflanzen eine positive Funktion. Die dort zu findende Ozonschicht schützt vor der UV-Strahlung.

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