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Schloss Hogwarts
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Schloss Hogwarts: Hier soll es im Computerspiel „Hogwarts Legacy“ schon bald Transgender-Charaktere geben. (Symbolbild)

Charaktergestaltung

Hogwarts Legacy: Transgender in Harry Potter-Computerspiel

  • VonMirko Schmid
    schließen

Nach einigen Kontroversen um eine angebliche Transphobie der Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling bietet das Spiel Hogwarts Legacy eine erstaunliche Komponente.

  • Hogwarts Legacy“, das neue Computerspiel aus dem Kosmos um Harry Potter, sorgt für eine positive Überraschung.
  • Zuletzt sah sich Harry Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling merfach Transphobie-Vorwürfen ausgesetzt.
  • Die Reaktionen auf die Transgender-Option in „Hogwarts Legacy“ fallen zumeist positiv aus.

Salt Lake City - Der Spieleentwickler Avalanche Software überrascht die Fans von Harry Potter mit einer besonderen Komponente seines neuen Computerspieles „Hogwarts Legacy“. Gleich zu Beginn des Spiels werden Spielerinnen und Spieler dazu aufgefordert, sich einen Avatar zu erstellen. Diese Spielfigur kann männlich oder weiblich angelegt werden - und als Transgender.

Transgender-Spielfigur im Harry Potter-Spiel „Hogwarts Legacy“

So soll es möglich sein, der Spielfigur ein „männliches“ Aussehen zu verleihen und sie gleichzeitig mit einer weiblichen Stimme auszustatten - oder umgekehrt. Auch werden die Spieler:innen mit der Wahl des Wohnheims dazu aufgefordert anzugeben, ob sie als „er“ oder „sie“ angesprochen werden wollen.

Damit geht „Hogwarts Legacy“ einen Weg, den schon das so umjubelte wie umstrittene Computerspiel „Cyberpunk 2077“ eingeschlagen hatte. Besonders erwähnenswert wird diese Tatsache, da Transgender-Themen bisher wenig bis keinen Raum in „Zauberwelten“ wie der der Romanfigur Harry Potter bekamen.

Zuletzt Transphobie-Vorwürfe gegen Harry Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling

Dennoch gibt es in den USA bereits Boykottaufrufe gegen das Spiel, etwa von Stacey Henley, Redakteurin des auf Computerspiele ausgerichteten Internet-Magazins „Polygon“. Henley und andere kritisieren, dass die Harry Potter-Erfinderin und Autorin Joanne K. Rowling in verschiedenen Tweets transphobe Meinungen geäußert haben soll. Auch über ihren aktuellen Roman „Böses Blut“ brach zunächst ein Shitstorm herein, da viele Kritiker:innen in dem Buch noch vor der Veröffentlichung eine versteckte transphobe Botschaft gefunden haben wollten. Dies stellte sich später jedoch als übertrieben heraus.

Dennoch war Joanne K. Rowling von verschiedenen Stars aus dem Harry Potter-Umfeld für ihre als transphob wahrgenommenen Äußerungen kritisiert worden, unter ihnen Emma Watson und Daniel Radcliffe. Auch das Pseudonym Robert Galbraith, unter dem Rowling ihren Roman „Böses Blut“ veröffentlichte, stieß auf heftige Kritik. Ein Psychiater namens Robert Galbraith Heath war nämlich ein Pionier der sogenannten Konversionstherapie. Heaths „medizinischer Ansatz“ bestand darin, Homosexuelle unter anderem mit Elektroschocks und „Hirnstimulation“ von ihrer „Krankheit heilen“ zu wollen.

Chefdesigner von „Hogwarts Legacy“ mit radikal antifeministschen Ansichten

Doch nicht nur Rowling selbst war mit fragwürdigen Ansichten aufgefallen. Troy Leavitt, Chefdesigner im Entwicklungsteam des Harry Potter-Spiels „Hogwarts Legacy“, hatte über Monate einen YouTube-Kanal betrieben, in dem er radikal antifeministische Ansätze predigte. Inzwischen ist der Kanal gelöscht.

So überrascht es nicht, dass viele Kommentator:innen in der Transgender-freundlichen Charaktergestaltung eine geschickte Distanzierung des Herausgebers Warner Bros Games und des Entwicklungsstudios Avalanche von den befremdlichen Ansichten seines Chefentwicklers und der Autorin der Harry Potter-Romane Joanne K. Rowling sehen. Auch über eine Revolte der Belegschaft wird spekuliert.

Disney und „Mr. Potato Head“ - Kritiker wittern „Cancel Culture“

Doch auch negative Kommentare sind im Internet zu finden, welche transphobe Positionen als Akt der Meinungsfreiheit sehen und die Entwicklung rund um „Hogwarts Legacy“ für falsch halten. Damit schlagen sie in dieselbe Kerbe wie die Kritiker:innen an der Streichung des „Mister“ im Namen „Mister Potato Head“, welche der Spielzeugfirma Hasbro „Cancel Culture“ vorgeworfen hatten, weil diese das Umfeld ihrer Spielzeugfigur diverser aufgestellt hatte.

Oder wie Donald Trump Jr., der Disney dafür kritisiert hatte, Warnhinweise einzuspielen, bevor Nutzer:innen auf Inhalte des Streaming-Angebotes Dinsey+ zurgreifen, welche nach heutigen Maßstäben rassistische oder frauenfeindliche Inhalte zeigen. (Mirko Schmid)

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