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Die Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands hat zahlreiche Todesopfer gefordert. Oft wird der eigene Keller zur tödlichen Falle.
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Die Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands hat zahlreiche Todesopfer gefordert. Oft wird der eigene Keller zur tödlichen Falle.

Katastrophe

Hochwasser-Katastrophe: Warum der Keller zur Todesfalle wird

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Bei der Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz sterben zahlreiche Menschen im eigenen Keller. Dort ist bei Hochwasser besonders gefährlich.

Frankfurt am Main ‒ Nach extremem Starkregen hat sich im Sommer 2021 im Westen Deutschlands eine Unwetter-Katastrophe historischen Ausmaßes entwickelt. Ganze Orte und Regionen wurden massiv überschwemmt. Die Fluten haben vielerorts ein Feld der Verwüstung hinterlassen. Viele Menschen stehen vor dem Nichts, viele haben in den Fluten ihr Leben gelassen - einige davon im eigenen Keller. Denn wenn das Wasser ins Haus zu strömen beginnt, versuchen viele Menschen instinktiv, noch möglichst viel Hab und Gut aus den unteren Etagen und dem Keller zu retten. Doch Fachleute warnen eindringlich davor, bei Hochwasser noch einmal in den Keller zu gehen - das kann zur tödlichen Falle werden.

Gerade bei Starkregen, der oft in Zusammenhang mit Gewittern und damit schwer vorhersehbar auftritt, droht ein rasanter Anstieg der Wasserstände, Hochwasser und massive Überschwemmungen. Wenn das Wasser nicht mehr ablaufen kann, fließt es an der Oberfläche in Wohngebiete und dringt durch Kellerfenster, Eingänge oder Lichtschächte in die Gebäude ein. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterscheidet bei Starkregen drei Warnstufen:

  1. Markante Wetterwarnung bei 15 bis 25 Liter Wasser pro Quadratmeter in der Stunde.
  2. Unwetterwarnung bei 25 bis 40 Liter Wasser pro Quadratmeter in der Stunde.
  3. Warnung vor extremem Unwetter: Mehr als 40 Liter Wasser pro Quadratmeter in der Stunde.

Hochwasser im Keller: Vorsicht vor Stromschlägen

Dringen die Wassermassen dann in die Gebäude ein, kann es für die Bewohner schnell gefährlich werden. Die erste Gefahr lauert bei Hochwasser schon bei nur wenig Wasser im Keller: ein Stromschlag. Sobald das Wasser die Höhe offener Elektroleitungen oder Steckdosen erreicht, kann es gefährlich werden. Diese Höhe ist in einigen Kellern schon nach wenigen Zentimetern erreicht. Das kann nicht nur einen Kurzschluss verursachen, der einen in einem dunklen Keller zurücklässt. Da Wasser sehr gut leitet, droht bereits beim ersten Schritt ins Wasser ein tödlicher Stromschlag.

Der Strom muss also unbedingt vor dem Betreten des Kellers abgeschaltet werden. Kann der Stromkasten nicht erreicht werden, weil er sich beispielsweise selbst im Keller befindet, rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) dazu, umgehend die Feuerwehr zu alarmieren. Ist der Strom abgeschaltet und es fließen keine Wassermassen mehr nach, sollte noch vor dem Abpumpen und Aufräumen der Schaden für die Versicherung dokumentiert werden.

Gefahr durch Hochwasser: Warum Keller so gefährlich sind

Die nächste große Gefahr, die bei Hochwasser im Keller lauert, ist, dass man durch den Druck der Wassermassen auf Fenster und Türen schnell in den Räumen eingesperrt wird und nicht mehr flüchten kann. „Es kann schon bei weniger als 50 Zentimetern Wasserhöhe im Keller zu Problemen beim Öffnen von Türen kommen“, erklärt Christoph Schöneborn, der Sprecher des nordrhein-westfälischen Feuerwehrverbands dem WDR. Läuft der Keller dann komplett voll, besteht akute Gefahr zu ertrinken.

Wasser im Keller ist vor allem ärgerlich. Der eigene Keller kann bei Hochwasser aber auch schnell zur tödlichen Falle werden.

Erst, wenn die Tür vollständig unter Wasser ist, besteht noch einmal die Chance, sie zu öffnen. Schöneborn rät jedoch dazu, es gar nicht so weit kommen zu lassen, und über den Notruf 112 die Feuerwehr zu alarmieren, bevor der Keller vollständig vollgelaufen ist. Bei Hochwasserlagen und der Gefahr durch Starkregen sei es daher ratsam, immer ein Handy mitzuführen.

Überschwemmung im eigenen Keller: Vorsicht vor losen Gegenständen

Gefahr Nummer drei bei Hochwasser im Keller: umherschwimmende Gegenstände. Steigt der Wasserpegel im Keller, beginnen Möbel und Gegenstände zu schwimmen. Dadurch entstehen Stolperfallen und im schlimmsten Fall können Sie durch die Fluten zwischen Gegenständen und Wänden eingeklemmt oder unter Wasser gedrückt werden. Auch hier besteht akute Lebensgefahr. Sollten dann auch noch gefährliche Substanzen im Keller auslaufen, wie beispielsweise Heizöl, sollten Sie auch unbedingt die Feuerwehr alarmieren. (iwe)

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