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Die Gletscher und die grönländische Eisklappe geht immer weiter zurück.
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Die Gletscher und die grönländische Eisklappe geht immer weiter zurück.

Temperaturen über 20 Grad

„Hitzewelle“ in Grönland: Gletscher schmelzen massiv ab, Meeresspiegel steigt

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Das Eis in Grönland geht immer schneller zurück. Wegen einer Hitzewelle mit mehr als 20 Grad schmelzen täglich rund acht Milliarden Tonnen Eis.

Kobenhagen ‒ Der Eisschild auf Grönland schmilzt „massiv“ ab. Das geht aus Angaben dänischer Wissenschaftler:innen hervor und liegt an einer ungewöhnlichen örtlichen Hitzewelle. Seit dem vergangenen Mittwoch (28.07.2021) schmelzen den Forschenden zufolge täglich rund acht Milliarden Tonnen Eis. Die Ergebnisse veröffentlichte das Forschungs-Team auf der Website Polar Portal. Doppelt so viel Eis wie im Sommer üblich schmelze derzeit dahin.

Fachleute befürchten eine Beschleunigung des Trends, da sich die atmosphärischen Muster ändern und die Temperaturen steigen. Im Norden Grönlands herrschen nach Angaben der dänischen Wetterbehörde DMI derzeit Temperaturen von deutlich über 20 Grad Celsius - nochmal mehr als doppelt so viel wie durchschnittlich im grönländischen Sommer.

Das Eis auf Grönland schmilzt: Rekordschmelze von 2019 noch nicht übertroffen

Am kleinen Flughafen Nerlerit Inaat im Nordosten Grönlands waren in der Spitze vergangene Woche 23,4 Grad Celsius gemessen worden, die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. An diesem Tag sei so viel Eis geschmolzen, dass damit der gesamte US-Bundesstaat Florida fünf Zentimeter tief unter Wasser gestanden hätte, erklärten die Forschenden.

Im Sommer 2019 war eine Rekord-Schmelze in Grönland registriert worden. Dieser Wert sei in diesem Jahr noch nicht eingestellt worden, aber es sei nun ein deutlich größeres Gebiet betroffen, hieß es auf der Website. Das Schmelzereignis am Mittwoch (28.07.2021) war den Forschenden aus Dänemark zufolge der drittgrößte Eisverlust an einem Tag in Grönland seit 1950 - die anderen fanden 2012 und 2019 statt.

Der zweitgrößte Eisschild nach der Antarktis mit einer Fläche von fast 1,8 Millionen Quadratkilometern, der Grönland bedeckt, bereitet den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern große Sorgen, da sich die Erwärmung in der Arktis dreimal schneller vollzieht als anderswo auf der Welt. Das Abschmelzen des Eisschildes begann 1990 und beschleunigt sich seit dem Jahr 2000. Der Massenverlust der vergangenen Jahre ist den Forschern zufolge etwa viermal so groß wie noch vor 2000. Und die Wissenschaftler:innen befürchten,  dass die atmosphärischen Muster, die immer wärmere Luft einschließen, zu einer verstärkten Rückkopplungsschleife führen könnten, die das weitere Schmelzen beschleunigt. Je mehr dunkle Erde der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sei und diese absorbiere, anstatt sie wie das Eis zu reflektieren, desto schneller schmelze das Eis.

Klimawandel: Eisschmelze auf Grönland dauert in der Regel bis September

Nach einer Pause 2013 und 2014 nahm die Eisschmelze daher auch noch einmal deutlich an Fahrt auf. Jährlich 280 Milliarden Tonnen Grönland-Eis sind Daten zufolge zwischen 2002 und 2016 ins Meer gelangt, was einem zusätzlichen Meeresspiegelanstieg von knapp 0,8 Millimetern pro Jahr entspricht. Würde Grönland all sein Eis verlieren, würde sich der Meeresspiegel um sechs bis sieben Meter heben, sagen Klimaforschende.

Laut einer im Januar 2021 veröffentlichten europäischen Studie wird der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um zehn bis 18 Zentimeter ansteigen - oder 60 Prozent schneller als bisher angenommen -, wenn der grönländische Eisschild so schnell schmilzt wie jetzt. Aufgrund eines relativ kühlen Starts in den Sommer mit Schnee und Niederschlägen liegt der Rückgang des Grönland-Eises im Jahr 2021 laut dem Polar Portal noch im historischen Durchschnitt. Die Schmelzperiode dauert in der Regel von Juni bis Anfang September. (iwe/afp)

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