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Herz-OP bei Kleinkind: Eltern fordern „ungeimpftes Blut“ – Sorgerecht entzogen

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Von: Monja Stolz

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Wählerisch: Die Eltern des Zweijährigen wollten nur „ungeimpftes Blut“ für ihren Sohn.
Wählerisch: Die Eltern des Zweijährigen wollten nur „ungeimpftes Blut“ für ihren Sohn. © photo2000/Imago Images

Die Eltern eines Kleinkindes verhindern in Italien eine dringende Operation, weil er Blut von Geimpften bekommen könnte. Das hat nun Konsequenzen.

Update vom Donnerstag, 10.02.2022, 15.11 Uhr: Im Streit um eine Bluttransfusion während einer notwendigen Herz-OP für ein Kind hat ein Jugendgericht in Italien den Eltern einstweilig das Sorgerecht entzogen. Zuvor wollten sie dem Eingriff nicht zustimmen, wenn ihnen die Klinik in Bologna nicht zusichere, dass ihr zweijähriger Sohn im Falle einer Transfusion das Blut von einem Corona-Ungeimpften erhalte. Der Fall hatten landesweit für Diskussionen gesorgt.

Als Vormund wurde nun der zuständige Sozialdienst eingesetzt, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag (10.02.2022) berichtete. Der Eingriff könnte damit in den kommenden Tagen oder Wochen in die Wege geleitet werden.

Die Eltern des Kindes begründeten ihre Entscheidung ihrem Anwalt zufolge mit religiösen Motiven. Bereits am Dienstag (08.02.2022) entschied ein Gericht in Modena zugunsten der Klinik und bestätigte die Notwendigkeit der Operation für den Jungen sowie die Sicherheit des Blutes der Klinik. Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen. Der Streit läuft seit Anfang Februar. Die Eltern legten der Klinik zu Beginn laut Medienberichten eine Liste mit rund 40 freiwilligen Blutspendern vor, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind.

Dringende OP: Eltern wollen Blut von Corona-Ungeimpften – Fall vor Gericht

Erstmeldung vom Dienstag, 08.02.2022, 17.29 Uhr: Ein zweijähriger Junge benötigt dringend eine Operation am Herzen. Vorerst verhindert wird der Eingriff ausgerechnet durch die Eltern: Sie wollen für ihren Sohn nur Blut von Corona-Ungeimpften bekommen. Dieser Fall in Bologna sorgte italienweit für Aufsehen und landete sogar vor einem Gericht in Modena. Dieses entschied am Dienstag (08.02.2022) zugunsten der Klinik: Den Eltern ist es nicht gestattet, „ungeimpftes Blut“ für ihren Sohn zu verlangen.

Die Erklärungen des Zentrums für Bluttransfusionen in Bologna hatten die Eltern nicht überzeugen können. Zunächst versuchten sie ihr Anliegen eigenständig durchzusetzen, indem sie zwischenzeitlich selbst ungeimpfte Spender auftrieben und der Klinik eine Liste vorlegten. Weil zwischen Krankenhaus und Eltern keine Einigung zustande kam, landete die Sache vor Gericht.

Ein Richter stellte fest, dass das vom Krankenhaus in Bologna vorgesehene Blut absolut sicher ist. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Ansa und berief sich dabei auf den Anwalt der Familie. Dem Einwand der Eltern wurde somit nicht stattgegeben. Diese begründeten ihre Sorge vor dem Corona-Impfstoff mit religiösen Motiven. (Monja Stolz/dpa)

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