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Der Ermittler und die DNA: Frank Huber leitet die Soko, die seit dem Heilbronner Polizistenmord das "Phantom" suchte.
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Der Ermittler und die DNA: Frank Huber leitet die Soko, die seit dem Heilbronner Polizistenmord das "Phantom" suchte.

"Phantom"-Ermittler Huber

"Das war ein herber Rückschlag"

"Phantom"-Ermittler Frank Huber spricht im FR-Interview über Wattestäbchen und die Motivation der Kriminalpolizei. Denn es gilt noch immer, einen Mord aufzuklären.

Herr Huber, wie geht es Ihnen - jetzt, wo sie zugeben müssen, dass zwei Jahre Ermittlungsarbeit umsonst waren?

Ich würde lügen, wenn ich sage: Mir geht es gut. Das war schon ein herber Rückschlag. Aber umsonst war die Arbeit nicht, wir fangen nicht bei Null wieder an.

Mal ehrlich: Sehen Sie in der Rückschau nicht Punkte, an denen ein Bauchgefühl hätte sagen müssen: An unserer Phantomthese stimmt etwas nicht?

Nein. Es wäre ja auch unprofessionell, wenn wir Ermittlungen aus einem Bauchgefühl heraus abbrechen oder Spuren nicht verfolgen. Für uns gab es lange keinerlei Hinweise auf eine Kontamination der Stäbchen, es wurden trotzdem vom LKA Baden-Württemberg Leerproben von unbenutzten Wattestäbchen untersucht - ohne Befund.

Sie haben seit dem Mord an einer Heilbronner Polizistin vom 25. April 2007 ermittelt. Trotz vieler Zeugen konnten der oder die Täter kaum beschrieben werden, und die beiden Dienstwaffen der überfallenen Polizisten fehlen bis heute.

Richtig. Erst fünf Wochen nach dem Mord bekamen wir die Mitteilung, dass am Streifenfahrzeug eine DNA-Spur festgestellt wurde, die damals bereits in 20 anderen Fällen gefunden worden war, auch in Rheinland-Pfalz und in Österreich. Bis zu diesem Zeitpunkt haben bereits viele Dienststellen diese Spur verfolgt. Und dann gab es im Herbst 2007 wieder einen Einbruch in eine Gartenlaube in Heilbronn - so wie bei zwei anderen Laubeneinbrüchen 2001 und 2004 auch. Da hat sich der Verdacht konkretisiert, dass das Phantom aus der Region ist und auch stiehlt. Von da ab wurden die Kollegen sensibilisiert, bei Gartenhausaufbrüchen intensiver Spuren zu sichern, damit wir so vielleicht weitere Erkenntnisse erlangen können.

Hat die mediale Aufmerksamkeit Druck auf die Ermittler ausgeübt und es erschwert, von der Phantomthese abzurücken?

Den größten Druck macht man sich immer selbst. Öffentliches Interesse gehört dazu - nur so erhalten wir ja auch neue Hinweise.

Wie war das, als das Konstrukt endgültig zusammenbrach?

Am 17. März 2009 wurde uns ein neuer DNA-Treffer im Saarland mitgeteilt. Die DNA-Spur wurde dort auf einem Fingerabdruckblatt von einem Mann gefunden. Und am 18. März bekamen wir aus Österreich erstmals die Nachricht, dass dort bei der Spurensicherung Wattestäbchen einer Firma in Deutschland benutzt worden waren.

Wollten Sie da nicht die Brocken hinwerfen?

Nein. Ich bin immer noch hoch motiviert. Mitte Februar ist die Sonderkommission zum LKA übergesiedelt, weil die Heilbronner Polizei an die personellen Kapazitätsgrenzen gekommen ist. Dadurch sind neue Kollegen mit einem neuen Blickwinkel im Team. Das ist fruchtbar. Wir machen weiter, schauen positiv nach vorne und gehen den anderen Ansätzen, die wir haben, intensiv nach, wir haben ja nie nur in eine Richtung ermittelt. Es geht um einen Mord und einen versuchten Mord, und den wollen wir aufklären.

(Interview: Barbara A. Cepielik)

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