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Corona-Krise

Corona: Virologe Streeck fordert Lockerungen und kritisiert Ministerium von Jens Spahn

Der Virologe Hendrik Streeck regt erneut Lockerungen der Corona-Maßnahmen an und nimmt das Gesundheitsministerium von Jens Spahn in die Pflicht.

  • Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland gehen nicht mehr deutlich zurück.
  • Der Virologe Hendrik Streeck fordert trotzdem Lockerungen.
  • Auch spricht er über den Impfstoff von Astrazeneca im Vergleich zu dem Vakzin von Biontech/Pfizer.

Frankfurt/Berlin – Nachdem Ende Januar sinkende Neuinfektionen Grund zur Hoffnung gegeben hatten, dass Lockerungen bald möglich sein könnten, stagnieren die Corona-Zahlen in Deutschland aktuell. Die 7-Tage-Inzidenz schwankt um einen Wert von 60. Immer wieder warnen Expert:innen wie Karl Lauterbach vor einer dritten Welle, ausgelöst von Mutationen. Trotzdem spricht der Virologe Hendrik Streeck in einem Interview mit „ntv.de“ davon, Deutschland müsse jetzt „ein wenig lockern“.

Allerdings schränkt Streeck diese Forderung ein. Wenn zum Beispiel Geschäfte wieder öffnen dürften, müsste das genau kontrolliert werden. Dadurch erhofft sich Streeck Informationen über das Infektionsgeschehen, sprich: Wer sich wo ansteckt. Darüber werde zu wenig geforscht, sagt Streeck. Er fordert eine bessere Ausstattung der Gesundheitsämter, damit sie Infizierte unter anderem nach ihrem Beruf fragen können.

Virologe Streeck: Stammgast in Talkshows und Lieblingsexperte der Befürworter:innen von Lockerungen.

Virologe Hendrik Streeck kritisiert die Corona-Politik: Das Pandemiegeschehen besser lesen

Das soll Erkenntnisse darüber liefern, wo sich die Menschen anstecken. Darüber wisse man auch nach einem Jahr Corona-Pandemie noch sehr wenig. „So wüsste man, dass bestimmte Gruppen eine erhöhte Infektionswahrscheinlichkeit haben, und könnte dort gezielter vorgehen“, betont Streeck im „ntv“-Interview. Er fordert, dass dies eine Aufgabe sei, die zentral vom Bundesgesundheitsministerium geregelt werden müsste.

Auch sei es falsch von der Politik, Lockerungen nur an der 7-Tage-Inzidenz auszurichten. Es sei wichtig, verschiedene Faktoren zu betrachten, aus denen sich zusammen das Pandemiegeschehen besser ablesen lasse. Zu diesen Faktoren zählen für Streeck die Hospitalisierungsrate, die Rate der Belegung auf den Intensivstationen und die Möglichkeit der Kontaktnachverfolgung. Der Virologe hatte die Vorgehensweise der Politik in der Corona-Pandemie schon häufiger kritisch kommentiert. Zuletzt sprach er sich für eine probeweise Öffnung der Gastronomie aus.

Virologe Hendrik Streek im Interview: Hausärzte könnten Corona-Impfungen spritzen

Im zweiten Teil des Interviews mit „ntv.de“ äußert sich Streeck über Impfungen. Er gibt an, dass es möglich sei, innerhalb weniger Tage mit Impfungen in Hausarztpraxen zu beginnen. „Der Impfstoff steht zur Verfügung.“ Es hänge von der Impfstrategie ab, wann Hausärzte impfen dürfen: „Wenn man da ein wenig aufweicht und auch die jüngeren Jahrgänge bevorzugt impft, kann man damit eher in die Breite gehen.“

Welcher Impfstoff dann benutzt werden würde, hänge auch von den Voraussetzungen in den jeweiligen Praxen ab. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss unter 20 Grad kühl gelagert werden. Dagegen hat der Impfstoff von Astrazeneca ein anderes Problem: Er hat mittlerweile einen schlechten Ruf und manche Impfkandidaten sagen lieber ihre Termine ab, als sich mit diesem Vakzin impfen zu lassen. Streeck spricht sich für das Serum aus: „Astrazeneca ist ein guter Impfstoff und in meinen Augen auch nicht zweitwertig im Vergleich zu Biontech oder Moderna.“ Er selbst habe als Virologe mittlerweile ein Impfangebot bekommen und werde vermutlich den Impfstoff von Moderna bekommen. Zuletzt hatte Hendrick Streeck auch Verständnis für die Lockdown-Müdigkeit geäußert. (Theresa Ricke)

Rubriklistenbild: © teutopress GmbH via www.imago-images.de

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