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In der Notübernachtungsstätte Eschenheimer Tor in Frankfurt können Obdachlose in kalten Winternächten in einer U-Bahn-Station übernachten. Am Morgen werden sie um 6 Uhr geweckt und bekommen Tee, Kaffe, Milchbrötchen und Brezeln.

Obdachlose

Helfer fürchten bereits neun Tote durch die Kälte

Die Wohnungslosenhilfe ist besorgt: Die Zahl der Obdachlosen steigt - und mit ihr offenbar die Zahl der Menschen, die bei niedrigen Temperaturen im Freien erfrieren.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe hat sich alarmiert über eine hohe Zahl mutmaßlicher Kältetoter gezeigt. „Wir wissen von neun Menschen, die nachts ohne Fremdverschulden gestorben sind“, sagte die Geschäftsführerin des Bundesverbands, Werena Rosenke, der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf vom Montag. „Wir gehen davon aus, dass sie keine Wohnung hatten und bei den niedrigen Temperaturen erfroren sind.“

Seit Oktober seien vier Todesfälle in Hamburg, zwei in Düsseldorf und jeweils ein Fall in Köln, Essen und Lauchhammer in der Lausitz gemeldet worden, sagte Rosenke. Im Vorjahreszeitraum seien mindestens drei Menschen an Kälte gestorben, viele Todesfälle würden nicht bekannt.

Rosenke befürchtet einen Anstieg der Zahl von Menschen ohne eigenen Wohnraum auf mehr als eine Million. Vor einem Jahr schätzte ihre Organisation die Zahl auf etwa 860.000 Menschen, darunter 52.000 Menschen ohne jegliches Obdach. „Die Gesamtzahl könnte inzwischen schon auf eine Million Menschen angestiegen sein“, sagte Rosenke.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe dokumentiert die Kältetoten den Angaben zufolge anhand einer systematischen Presseauswertung. Sie beklage, dass die Bundesregierung keine Statistik von Kältetoten führe, ebenso wenig wie eine Statistik über Wohnungs- und Obdachlose, hieß es. (apf/kna)

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