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Öl-Embargo: Experte sagt, wann Sie günstig Heizöl kaufen sollten

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Von: Kim Hornickel

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Ein baldiges Öl-Embargo gegen Russland könnte die ohnehin hohen Ölpreise in die Höhe treiben – ein Experte erklärt, wie Heizen trotzdem bezahlbar bleibt.

Frankfurt – Der Ukraine-Krieg hat auch für die deutschen Verbraucher weitreichende Folgen – denn nicht nur die Preise für Lebensmittel steigen, auch Heizen wird teurer. Weil die Bundesregierung sich jüngst für ein europaweites Öl-Embargo gegen den Kriegs-Aggressor Russland ausgesprochen hat, fürchten Verbraucher einen weiteren Preisanstieg. Doch von einem solchen Embargo wäre nicht nur die Preise fürs Heizen betroffen.

Die Folgen wären deutlich weitreichender. So wird Autofahren teurer. Und Firmen, die Energie aus Öl gewinnen, müssen sich bald fragen, wie sie sich ihre Produktionskosten weiter leisten können. Am Ende werden die Verbraucher zur Kasse gebeten.

Öl-Embargo gegen Russland – Verbraucher sind beim Heizölkauf verunsichert

Doch auch wenn die Bundesregierung den Export von russischem Öl und Gas verringern und ganz einstellen will, gibt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck Entwarnung. Das Öl-Embargo gegen Russland sei „handhabbar“, so Habeck. Andere EU-Länder, darunter Ungarn, stellen sich dennoch gegen ein solches Embargo. Die Uneinigkeit der Politik und die instabile Lage des Energiesektors verunsichert auch Verbraucher in Deutschland. Denn die Entscheidung, jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt Heizöl zu möglichst günstigen Konditionen zu kaufen, ist kein einfaches Unterfangen.

„Mit den aktuellen Preissteigerungen erreichten die Importpreise für Erdöl fast den historischen Höchststand des Jahres 2012“, erklärt das Statistische Bundesamt auf seiner Webseite. Und das heißt ganz konkret „Im April 2021 zahlte der Musterhaushalt 1251 Euro, jetzt muss er 2801 blechen“, so Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie beim Vergleichsportal Check24 gegenüber der BZ.

Die Preise für Heizöl sind auf einem Höchststand, doch Experten rechnen, mit Blick auf ein Öl-Embargo gegen Russland, mit noch weitreichenderen Folgen. (Symbolbild)
Die Preise für Heizöl sind auf einem Höchststand, doch Experten rechnen, mit Blick auf ein Öl-Embargo gegen Russland, mit noch weitreichenderen Folgen. (Symbolbild) © Patrick Pleul/ DPA

Folgen des Öl-Embargos gegen Russland: Experten warnen vor Preisanstieg

Dabei sei das Ende der Preissteigerung noch nicht in Sicht – im Gegenteil, er könnte noch drastischer ansteigen, erklärt Ulrich Leuchtmann, Chef-Rohstoffanalyst der Commerzbank im BZ-Gespräch. Seiner Ansicht nach wäre der Negativtrend allerdings zu stoppen: „Würde die EU Öl-Importe aus Russland stoppen, dürfte der Ölpreis steigen. Bei einem schrittweisen Zurückfahren der Öl-Importe würde der Preis weniger anziehen“, erklärt der Experte.

Wer abwarten könne, dem rät Aribert Peters, Vorstandsmitglied des Bundes der Energieverbraucher, vorerst keine übereilten Entscheidungen zu treffen, wie die BZ schreibt. Nur wer ohnehin einen leeren Heizöltank habe, der solle diesen zumindest halb betanken. Allen anderen rät Leuchtmann, zu einem späteren Zeitpunkt zu tanken. Peters gibt Tipps zum Geld sparen: Mittelfristig würden sich selbst im Fall zwischenzeitlicher Steigerungen die Preise wieder beruhigen, so der Experte. Wer also jetzt schon tankt, der könnte draufzahlen, statt zu sparen, erklärt Peters. (kh)

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