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Das Wort des Jahres 2018 ist "Heißzeit".

Wort des Jahres

"Heißzeit" ist Wort des Jahres 2018

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Wörter des Jahres spiegeln wider, was die Menschen 2018 bewegt hat. Sei es der heiße Sommer, die Ausschreitungen in Chemnitz oder der Pflegenotstand.

Mitten in die aktuell gefühlte Eiszeit platzt die „Heißzeit“, das gestern von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gewählte Wort des Jahres 2018.

Die Jury der GfdS in Wiesbaden thematisiert damit zum einen den zurückliegenden Extremsommer, zum anderen „eines der gravierendsten globalen Phänomene des frühen 21. Jahrhunderts“, den Klimawandel, wie die GfdS auf ihrer Homepage verkündet. Zudem sei „Heißzeit“ eine „interessante Wortbildung“ aufgrund der lautlichen Analogie zur Eiszeit. Der Begriff beinhalte eine epochale Dimension und verweise „möglicherweise auf eine sich ändernde Klimaperiode“.

Rang vier: „Wir sind mehr“

Insgesamt wählte die Jury zehn Begriffe aus: Die „Funklochrepublik“, eine Anspielung auf die mäßige Mobilfunkabdeckung im ländlichen Raum, landete auf Rang Zwei. Es folgen „Ankerzentren“ zur Flüchtlingsunterbringung (eine Art Akronym aus „Ankunft, Entscheidung, Rückführung“) und der Slogan „Wir sind mehr“, unter dem in Chemnitz ein Konzert gegen Rechts stattfand, auf den Plätzen Drei und Vier. Dahinter: „strafbelobigt“, „Pflegeroboter“, „Diesel-Fahrverbot“, „Handelskrieg“, „Brexit-Chaos“ und „die Mutter aller Probleme“.

Das Gegenstück – das Unwort des Jahres – wird am 15. Januar verkündet. Ausgewählt wird es nicht von der GfdS, sondern von der Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres, einer Jury aus Sprachwissenschaftlern, einem Journalisten und einem wechselnden Mitglied, im kommenden Jahr der Kabarettist Jess Jochimsen. Dort gilt es, den Nachfolger des Begriffs „alternative Fakten“ zu würdigen. Vorschläge können noch bis Jahresende unter vorschlaege@unwortdesjahres.net eingereicht werden.

Die Wörter des Jahres wurden zum 42. Mal in Folge bekanntgegeben. 2017 entschied sich die Jury für das „Jamaika-Aus“. Einige Begriffe, welche die Jury in den vergangenen Jahren würdigte, haben mittlerweile ihren festen Platz in der deutschen Sprache gefunden, beispielsweise die „GroKo“ (2013) oder der „Wutbürger“ (2010). Und auch der Gewinner 2018 könnte im deutschen Sprachgebrauch erhalten bleiben, denn: Die nächste Heißzeit kommt bestimmt.

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