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Hasentod und Bärenfell

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Von: Boris Halva

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Kann der Osterhase sterben?
Kann der Osterhase sterben? © Arno Burgi/dpa

Was man so hört über Osterhasen, Fellmützen und schalldichte Partykeller.

Gründonnerstag, Vater und Sohn schlendern durchs Städtchen, es ist ein milder Abend. „Kann der Osterhase sterben?“, fragt der Kleine. Hm, gute Frage. Um etwas Zeit zu gewinnen fragt der Vater zurück: „Wie kommst Du denn jetzt darauf?“ „Naja“, sagt der Junge, „Menschen können sterben, Tiere können sterben – und da hab ich mich gefragt, ob der Osterhase auch sterben kann.“ Wie die Unterhaltung ausging, ist nicht bekannt, weil die beiden so sehr schlenderten, dass der zufällig Lauschende zu schnell an den beiden vorbeigelaufen war, um noch zu hören, wie es denn nun ist mit dem Osterhasen und dem Tod.

Aber in Großbritannien wurde dieser Tage eine ähnlich verblüffende Frage gestellt: „Warum müssen für die Mützen der Palastwachen immer noch Bären sterben?“, hieß es sinngemäß in einer Mitteilung der Tierschutzorganisation Peta, die sich auf eine Mitteilung der Organisation Waterloo 200 bezog. Waterloo 200 ist eine Vereinigung von Menschen, die sich auf britische Militärgeschichte spezialisiert haben. Und davon hatten sich kürzlich welche mit den Fellmützen der Queen’s Guards befasst, die vorm Palast in roten Jäckchen und mit riesigen Fellmützen hin und her staksen. Über den Daumen gepeilt werde pro Mütze das Fell einer ausgewachsenen kanadischen Braunbärin benötigt. laut Peta ein großer Quatsch, könne man doch dafür Kunstfell nehmen, das dem echten Bären in Sachen Optik in nichts nachstehe, aber wesentlich tierfreundlicher sei. Aus Militärkreisen hieß es dazu: Zwar werde zur Herstellung der Mützen noch echtes Fell verwendet, wofür aber – so man dem Sprecher Glauben schenken darf – keine Bären getötet würden, sondern die Felle seien „Nebenprodukte lizensierter Keulungen“, mit denen die Behörden die Bärenpopulation steuerten. Klingt ja erstmal gut, aber nachdem Peta darauf entgegnete, für die erwähnten „standardmäßig vorgesehenen Keulungen“ gebe es keine Belege, werden wir bestimmt ein weiteres Mal von dieser Diskussion hören.

So gar nichts gehört haben die Nachbarn einer Familie, die in Saarlouis mit ein paar Gästen eine Fete gefeiert hat. Die Gesellschaft hatte sich in den schallgedämmten Partykeller zurückgezogen, was ja für alle Beteiligten erstmal eine feine Sache ist. Nicht so schön war, dass – während im Keller der Bär steppte – Unbekannte ein Fenster aufhebelten. Laut Polizei durchwühlten die Einbrecher sämtliche Räume, entwendeten Schmuck, nahmen den Autoschlüssel an sich und fuhren mit dem SUV davon. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur – aber vielleicht hören wir ja noch von ihnen.

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