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Hartz IV: Kosten für Schulmaterialien explodieren – diese Hilfen gibt es

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Von: Helena Gries

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Ein Mäppchen liegt während des Unterrichts in einer Schule auf einem Tisch.
Die Preise für Schulmaterialien steigen. Besonders Hartz-IV-Empfangende können die Kosten nur schwer tragen. In einigen Fällen gibt es allerdings Hilfe. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Die Preise steigen, auch Materialien für die Schule werden teurer. Hartz-IV-Beziehende mit Kindern stellt das vor Probleme. Doch es gibt Hilfen.

Frankfurt – Die steigenden Kosten aufgrund der Inflation betreffen auch den Schulbedarf. Preise für Schulmaterialien explodieren derzeit: Hefte, Stifte und auch Schulranzen sind so teuer wie noch nie zuvor. Besonders für Familien, die Hartz IV beziehen, werden die steigenden Kosten immer mehr zum Problem.

Für Schulkinder, deren Eltern Hartz IV empfangen, gibt es Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Zudem wird diesen Familien ein monatlicher Betrag für sogenannte Bildungsmaterialien zur Verfügung gestellt. Doch dieses Geld reicht meistens für die anfallenden Kosten für den Schulbedarf nicht aus. Es gibt allerdings auch weitere Unterstützungsangebote.

Hartz IV: Preise für Schulmaterialien steigen aufgrund der Inflation drastisch

Die Diakonie Niedersachsen ist bereits im Jahr 2015 in einer Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass Familien pro Jahr und Kind im Schnitt allein für Schulmaterialien 214 Euro ausgeben. Für die meisten Hartz-IV-Beziehenden ist das bei den aktuellen Preisen nur schwer zu stemmen. Denn auch Schulmaterialien bleiben von der Inflation nicht verschont. Laut dem Statistischen Bundesamt kosten Rucksäcke und Schultaschen derzeit rund 4,7 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Verteuerung bei Stiften und Farbkästen ist mit etwa 5,2 Prozent noch höher und die Preissteigerung bei Schulheften und Blöcken beträgt aufgrund der Papierknappheit im Vergleich zum Vorjahr rund 13,6 Prozent.

Daher gibt es in besonderen Fällen finanzielle Hilfe für Hartz-IV-Empfängerinnen und -Empfänger, die beantragt werden kann. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, werden beispielsweise Ausflüge und Klassenfahrten im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets übernommen. Der Staat zahlt jedoch nur die Kosten, die durch die Schule abgerechnet werden. Auch Fahrtkosten zur Schule und Kosten für Nachhilfe werden bezuschusst oder übernommen.

Aufwendungen für Mittagessen in der Schule oder im Hort werden Berichten der Berliner Morgenpost zufolge ebenfalls übernommen. Kosten für Schulbücher, sollten diese nicht kostenlos sein, übernehme außerdem das Jobcenter. Hartz-IV-Beziehende müssen diese als Mehraufwand beantragen.

Hartz IV: Zuschüsse für Schulmaterialien können im Jobcenter beantragt werden

Hartz IV wird künftig durch das Bürgergeld ersetzt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat eine deutliche Erhöhung der Hartz-IV-Sätze angekündigt. Arbeitslose in Deutschland sollen einen kräftigen Zuschlag auf den Regelsatz erhalten. Betroffen sind auch der Kinderbonus und der Kindersofortzuschlag, die Auszahlung der Einmalzahlungen aus dem Entlastungspaket ist gestartet.

Die verschiedenen Unterstützungsangebote für Schulkinder können von Hartz-IV-Beziehenden beim jeweils zuständigen Jobcenter beantragt werden. Wenn die tatsächlichen Kosten die gezahlten Leistungen überschreiten, kann auch ein Antrag auf Mehraufwand gestellt werden. Hier ist jedoch eine genaue Prüfung erforderlich. Neben den staatlichen Leistungen bieten viele Schulen über Fördervereine auch weitere Unterstützungsangebote für Familien mit geringem Einkommen an. (hg)

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