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Hartz IV
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Der Bund plant offenbar keine Übernahme der Corona-Testkosten für Hartz IV-Empfangende. (Symbolfoto)

Arbeitslosigkeit

Aus für kostenlose Corona-Tests trifft Hartz-IV-Empfangende hart

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Corona-Tests kosten ab Oktober Geld. Das trifft Hartz-IV-Empfangende besonders.

Frankfurt – Bund und Länder haben auf dem Corona-Gipfel beschlossen, dass Tests ab Oktober 2021 nicht mehr bezuschusst werden. Das hat zum einen den Hintergrund, mehr Menschen für eine Corona-Impfung zu motivieren – laut Angaben von Jens Spahn sind erst 62 % der Bevölkerung erstgeimpft – und zum anderen den Hintergrund, die Staatskasse zu entlasten. Die Rheinische Post berichtet, dass der Bund im Jahr 2021 bereits 3,7 Milliarden für die Test-Subventionierung ausgegeben hat. Ab Herbst sollen Corona-Tests nur noch für Kinder, Schwangere und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht gegen Sars-CoV-2 impfen lassen können, kostenlos sein.

Bürgerinnen und Bürger, die Hartz IV beziehen, trifft diese Regelung wohl am härtesten. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums betonte am Mittwoch (11.08.2021), dass niemand definitiv sagen könne, wie teuer Corona-Tests in Zukunft seien. Das werde „auf dem freien Markt“ entschieden. Bevor die „Bürgertests“ im März kostenlos wurden, kostete ein Schnelltest beim Hausarzt zwischen 15 und 25 Euro und in der Apotheke 29 Euro. Teststationen verlangten für einen Antigen-Schnelltest meist zwischen 30 und 50 Euro. Laut Angaben der Techniker Krankenkasse liegt der derzeitige Preis für einen PCR-Test bei 35 Euro. Die Preise variieren allerdings von Testzentrum zu Testzentrum, heißt es. Für Hartz-IV-Empfangende ist das – unabhängig von Schwankungen – viel Geld.

Hartz IV: Keine Kostenübernahme von Corona-Tests

Eine mögliche Kostenübernahme der Corona-Tests ist für Hartz-IV-Empfängerinnen und Empfänger wohl nicht vorgesehen. Daran wird Kritik laut. Insbesondere Politikerinnen und Politiker aus der Opposition bemängeln diese Entwicklung. Katja Kipping, Bundestagsabgeordnete der Linken, sagte der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung: „Jens Spahn trägt dies auf dem Rücken der Armen aus, derjenigen die Sorge haben, über den Monat zu kommen.“ Janosch Dahmen, Bundestagsabgeordneter der Grünen und selbst Arzt, betonte in der ARD, dass diese Debatte verfrüht sei: Noch mehr als 30 Millionen Menschen seien aktuell ungeimpft, so Dahmen. Corona-Schnelltests bereits ab Herbst kostenpflichtig zu machen, sei „nicht nur unfair, sondern vor allem schlecht, weil es uns in einen neuerlichen Blindflug in der Pandemie bringt“, so Dahmen.

Für Menschen, die Hartz IV beziehen, dürfte der Ausweg aus den Finanzierungsschwierigkeiten von Test, eine Impfung gegen das Coronavirus sein. Bund und Länder haben auf dem Gipfeltreffen ebenfalls beschlossen, dass vollständig Geimpfte sowie von einer Infektion genesene Personen, keine Tests für die Teilnahme am kulturellen Leben vorlegen müssen.

Thomas Kaspar, Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, nennt das Ende der kostenlosen Corona-Tests für Ungeimpfte „ein vollig falsches Signal“. (tu)

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