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Interview mit Oprah Winfrey

Harry und Meghan: Königshaus will Vorwürfe privat aufarbeiten

  • Ines Alberti
    VonInes Alberti
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Das Interview von Oprah Winfrey mit Prinz Harry und Herzogin Meghan schlägt Wellen. Sängerin Beyoncé stärkt Meghan den Rücken. Der Palast nimmt die Vorwürfe „ernst“.

  • Prinz Harry und Herzogin Meghan haben Oprah Winfrey in den USA ein Interview gegeben.
  • Die Beiden werfen dem britischen Königshaus Rassismus und Mobbing vor. Das habe schließlich zum Bruch mit den Royals geführt.
  • Sängerin und Schauspielerin Beyoncé stellt sich öffentlich hinter Herzogin Meghan.

+++ 9.55 Uhr: Während die öffentliche Meinung in Großbritannien gespalten auf das Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan reagierte, bekommt letztere nun prominente Unterstützung von US-Superstar Beyoncé. Nach den Rassismusvorwürfen gegen das britische Königshaus schrieb die 39-jährige Sängerin auf ihrer Homepage: „Danke Meghan für deinen Mut und Deine Führung. Wir alle sind durch Dich bestärkt und inspiriert“. Zu dem Text postete Beyoncé zudem ein Foto, auf welchem sie und Herzogin Meghan sich gegenüberstehen und anlächeln.

Mit der Ausstrahlung des Interviews von Prinz Harry und Herzogin Meghan mit US-Talkshowlegende Oprah Winfrey am Sonntagabend (07.03.2021) wurden Rassismusvorwürfe gegen das britische Königshaus öffentlich. Der Buckingham-Palast reagierte am Dienstag (09.03.2021) auf das Interview und verkündete, dass die Erinnerung an die genannten Vorfälle teilweise anders gewesen seien, die Vorwürfe aber sehr ernst genommen und von der Familie privat aufgearbeitet werden.

Herzogin Meghan und US-Superstar Beyoncé (rechts) bei der Premiere von „Der König der Löwen“ im Sommer 2019 in London.

Harry und Meghan: Queen nimmt Rassismus-Vorwürfe ernst - Mehrheit der Briten sieht das anders

+++ 07.00 Uhr: Das Interview von Prinz Harry und seiner Frau Meghan bei Oprah Winfrey hat einen Sturm von Diskussionen über die königliche Familie in Großbritannien ausgelöst. Zuletzt äußerte sich selbst Königin Elizabeth II. zu dem Interview. Sie sei „traurig, das ganze Ausmaß zu erfahren, wie herausfordernd die vergangenen Jahre für Harry und Meghan gewesen sind“. Nun scheint sich die öffentliche Meinung klar gegen Prinz Harry und Meghan gewandt zu haben, wie eine neue Umfrage der britischen Zeitung „Daily Mail“ zeigt.

Viele Briten sind offenbar der Ansicht, dass Prinz Harry und Herzogin Meghan nach dem explosiven Interview sämtliche Titel entzogen werden sollten. Sie sind der Ansicht, dass Harry und Meghan die Königin „im Stich gelassen hätten“, so Daily Mail, weshalb ein Entzug der königlichen Titel angemessen wäre. Die Umfrage zeigt eine Diskrepanz zwischen älteren und jüngeren Einwohner:innen Großbritanniens, da jüngere Briten offenbar eher bereit sind, den schweren Vorwürfen von Prinz Harry an die königliche Familie Glauben zu schenken.

Buckingham-Palast: Queen nimmt Rassismusvorwürfe von Harry und Meghan „sehr ernst“ 

+++ 18:50 Uhr: Königin Elizabeth II. nimmt die Rassismusvorwürfe von Prinz Harry und seiner Frau Meghan „sehr ernst“. „Die aufgeworfenen Fragen, insbesondere die, die sich auf Rassismus beziehen, sind besorgniserregend“, hieß es in einer vom Buckingham-Palast am Dienstagabend veröffentlichten Erklärung der Queen. Die Vorwürfe würden „in der Familie unter vier Augen besprochen“. Sie sei „traurig, das ganze Ausmaß zu erfahren, wie herausfordernd die vergangenen Jahre für Harry und Meghan gewesen sind“.

Königin Elizabeth II. von Großbritannien.

Update vom Dienstag, 09.03.2021, 16.15 Uhr: Der Vater von Prinz Harrys Frau Meghan hat die Rassismus-Vorwürfe des Paares gegen das britische Königshaus in Zweifel gezogen. „Ich glaube nicht, dass die britische Königsfamilie rassistisch ist“, sagte der in Mexiko lebende Thomas Markle dem britischen Sender ITV. 

Meghans Vater erzählte, dass er seine Tochter und seinen Schwiegersohn Prinz Harry nie mehr gesehen habe, seit er wegen einer Herz-OP nicht an ihrer Hochzeit im Mai 2018 habe teilnehmen können. Seinen fast zwei Jahre alten Enkel Archie habe er noch nicht kennengelernt. 

Harry und Meghan: Wer ist der royale Rassist? Die Suche beginnt

Erstmeldung: London/Los Angeles - Es schlägt hohe Wellen und mag zwar einige Fragen geklärt haben, hat jedoch wiederum neue aufgeworfen: Das Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan mit Talkmasterin Oprah Winfrey. Eine von zahlreichen schockierenden Enthüllungen: Meghan und Harry hatten in dem Interview unabhängig voneinander preisgegeben, dass ein Mitglied der Royal Family sich darum gesorgt habe, wie dunkel die Hautfarbe der Kinder der beiden sein würde - denn Meghan ist zum Teil afroamerikanischer Herkunft.

Rassismus vom Feinsten - doch von wem diese Überlegungen kommen, die wohl aus Sorge um das blass-blaublütige Bild des britischen Königshauses entstanden sein dürften, verrieten Harry und Meghan nicht. Doch damit bewirkten sie wiederum das, wovor sie unter anderem in die USA geflohen waren: Die Presse sucht jetzt nach dem royalen Rassisten - oder der royalen Rassistin. Meghan sagte im Interview lediglich, die Identität der Person preiszugeben, würde dem Königshaus erheblich schaden.

Herzogin Meghan spricht im Interview mit Oprah Winfrey über Rassismus im britischen Königshaus.

Harry und Meghan bei Oprah: Queen und Prinz Philip in Schutz genommen

Schnell fiel der Verdacht auf Prinz Philip. Er ist bekannt für seinen trockenen, dunklen Humor - in dem auch rassistische Äußerungen in der Vergangenheit Platz fanden. Der Mann von Queen Elizabeth und Großvater von Harry liegt derzeit im Krankenhaus, weshalb der Zeitpunkt des Interviews harsch kritisiert wurde. Allerdings wollte Harry offenbar nachträglich Spekulationen dahingehend ausräumen.

Oprah Winfrey gab im Sender CBS laut „Daily Beast“ ein von Harry autorisiertes Statement ab: „Er hat nicht die Identität mit mir geteilt, aber er wollte sichergehen, dass ich weiß und dass, wenn ich die Möglichkeit habe, es zu teilen, weder seine Großmutter, noch sein Großvater Teil dieser Konversationen waren“.

Im engeren Kreis der Royal Family blieben dann noch Harrys Vater Prinz Charles, Bruder Prinz William und dessen Frau Herzogin Kate als Ursprung der Sorge um die Hautfarbe der Sussex-Kinder. Das Verhältnis der Brüder gilt seit Harrys Beziehung mit Meghan als zerrüttet, dennoch schlug Harry im Interview mit Oprah Winfrey versöhnliche Töne an: „Wie ich schon gesagt habe, ich liebe William über alles. Er ist mein Bruder. Wir sind zusammen durch die Hölle gegangen.“

Verhältnis von Harry und Prinz Charles ist schwierig

Auch das Verhältnis zwischen Harry und seinem Vater Prinz Charles ist seit dem „Megxit“ angespannt. Wie der junge Royal offenbarte, habe Charles eine Zeitlang nicht auf seine Anrufe reagiert. Auf Winfreys Frage, ob er mittlerweile wieder ans Telefon geht, antwortete Harry: „Ja. Ja, das tut er. Es gibt viel zu bearbeiten, weißt du? Ich fühle mich ziemlich im Stich gelassen, weil er etwas ähnliches durchgemacht hat. Er weiß, wie sich Schmerz anfühlt, und das ist - Archie ist sein Enkelsohn.“ Gleichzeitig werde Harry ihn natürlich immer lieben, aber es sei eine Menge schmerzvoller Dinge passiert. Seine Priorität sei es, die Beziehung zu seinem Vater auszukurieren. „Aber sie kennen nur, was sie kennen, und das ist die Sache.“

Neben Rassismus hat den Sussexes zufolge auch psychische Gesundheit eine Rolle in der Entscheidung gespielt, mit dem Königshaus zu brechen. Meghan gestand, „erschreckend anhaltende“ Suizidgedanken gehabt zu haben, während sie mit ihrem Sohn Archie schwanger war. Trotz der Bitte um therapeutische Hilfe sei ihr diese verwehrt worden. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, lobte den Mut des Paares, darüber in dem Interview mit Oprah Winfrey zu sprechen.

Donald Trump über Herzogin Meghan: „Kein Fan von ihr“

„Jedem, der sich traut, über seine eigenen Probleme mit der psychischen Gesundheit zu sprechen und seine eigene, persönliche Geschichte zu erzählen, verlangt es Mut ab und das ist sicher etwas, an das der Präsident glaubt“, sagte Psaki laut der „Daily Mail“, als sie nach der Reaktion von US-Präsident Joe Biden auf das Interview gefragt wurde. Auf das Thema Rassismus, nach dem sie ebenfalls gefragt wurde, ging Psaki nicht ein.

Damit klingt die Haltung des Weißen Hauses unter Joe Biden dennoch freundlicher als unter Ex-Präsident Donald Trump. Harry und Meghan hatten sich im Herbst 2020 zur US-Wahl geäußert, was laut „Daily Mail“ als Befürwortung Bidens verstanden wurde. Daraufhin sagte Trump dem Blatt über Meghan: „Ich bin kein Fan von ihr.“ Er wünsche Harry viel Glück, „weil er es brauchen wird“, deutete Trump an. Auch wenn es derzeit eher so scheint, als hätten sowohl Harry als auch Meghan Glück gebraucht - um ihren Platz in der Royal Family zu finden. „Die Firma“, wie die Familie im Interview genannt wird, hat sich indes noch nicht zu den haarsträubenden Vorwürfen geäußert. (Ines Alberti)

Rubriklistenbild: © Jim Clarke/The Sun

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