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Das Vogue-Cover wird  kontrovers diskutiert.
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Das Vogue-Cover wird kontrovers diskutiert.

USA

Harris in Turnschuhen

  • Manuel Almeida Vergara
    vonManuel Almeida Vergara
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Das Cover der „Vogue“ sorgt in den USA für Ärger.

Akteurinnen und Akteure der Politik in Modemagazinen – das ist ein altes Streitthema. In Finnland hatte jüngst das Cover der „Trendi“ mit Ministerpräsidentin Sanna Marin für Diskussionen gesorgt, in Deutschland wagte sich zum Unmut vieler seinerzeit Gerhard Schröder als Kanzler auf die „Life & Style“.

In den USA sind solche Engagements indes Usus – zumindest, wenn es um die Gattinnen der Präsidenten geht. Michelle Obama war dreimal auf der „Vogue“-Titelseite, Hillary Clinton einmal, für beide gab es Lob. Nun aber liegen die Karten anders: Das Magazin zeigt Kamala Harris, nicht First Lady, sondern künftige Vizepräsidentin. Und ihr Team ist wenig begeistert.

Das ausgewählte Coverbild der Februarausgabe sei nicht das im Vorhinein vereinbarte, werden Quellen zitiert, die Aktivistin Charlotte Clymer spricht von „Respektlosigkeit“. Der Knackpunkt liegt auch am unteren Bildrand: Harris trägt Turnschuhe, ein schwarzes Jackett und ein breites Lächeln dazu, beides gleichermaßen offen.

Links das ursprüngliche – rechts das ausgewählte Cover.

Das vereinbarte Cover hätte sie in hoffnungsvollem Blau gezeigt – für Politikerinnen und Politiker ein altbekanntes Mittel –, mit staatstragenderem Gesichtsausdruck. Merkel hätte es genauso gemacht. Zu locker, zu lässig – das ist für Kritikerinnen und Kritiker aber nicht das Hauptproblem.

Sie werfen der „Vogue“ Rassismus vor, weil ausgerechnet die erste Schwarze Frau in einem derart imposanten Amt der USA so beiläufig abgebildet wird. Man habe sich für das informellere Motiv entschieden, meldet das Magazin, weil es die „authentische, zugängliche Art“ der Politikerin abbilde. „Nichts an dem Cover sagt ‚Wow!‘“, hält die Kommentatorin Robin Givhan der „Washington Post“ dagegen, „und manchmal ist es das, was sich Schwarze Frauen wünschen.“

So kann man das nicht nur – so muss man das womöglich sehen in einem Land, durch das sich seit Jahrhunderten der Rassismus frisst. Aber es wird auch Menschen geben, die in Turnschuhen und Lächeln den größten Wow-Effekt sehen. Mit Harris, so schließlich die bange Hoffnung, wird sich viel verändern, beim „Vogue“-Titel geht’s erst los. Auf welche Seite der Debatte man sich schlägt, bleibt am Ende wohl auch Geschmackssache. Passt ja zu einem Modemagazin.

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