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„Harmloser Missbrauch“ und andere Unworte

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Von: Andreas Sieler

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Jury nimmt Vorschläge bis Ende des Jahres an

Vom sozialverträglichen Frühableben (1998) über die Herdprämie (2007), die alternativen Fakten (2017) bis zum Pushback 2021: Mit der Wahl zum „Unwort des Jahres“ tritt eine institutionell unabhängige Jury seit 1991 „gegen menschenunwürdige und antidemokratische Sprechweisen, verbale Diskriminierung und Irreführung“ ein, wie die Unwort-Jury es selbst formuliert. Die sprachkritische Aktion möchte damit auf „unangemessene Formen des öffentlichen Sprachgebrauchs aufmerksam machen“.

Das „Unwort des Jahres 2022“ wird erneut unter den Einsendungen aller Bürgerinnen und Bürger ausgewählt. Laut Jury sind bis Ende September 600 Vorschläge eingegangen. Darunter seien beispielsweise die Begriffe Sondervermögen, Gratismentalität, harmloser Missbrauch, klimaneutral, Spezialoperation oder humanitärer Fluchtkorridor. Vorschläge können aus allen Bereichen der öffentlichen Kommunikation eingesandt werden, die wahlweise gegen das Prinzip der Menschenwürde oder Prinzipien der Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind.

Die finale Auswahl trifft die Jury, die sich aus vier Sprachwissenschaftler:innen, einer Journalistin und einem jährlich wechselnden weiteren Mitglied zusammensetzt. Verkündet wird das „Unwort des Jahres 2022“ am 10. Januar. Einsendungen per Mail sind möglich bis 31. Dezember.

vorschlaege@unwortdesjahres.net

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