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Fans von Jan Fedder legen Blumen am alten "Großstadtrevier" nieder.

Beerdigung von Jan Fedder

Hamburg trägt Trauer

Tausende Gäste werden am Dienstag rund um den Hamburger Michel zur Trauerfeier für Jan Fedder erwartet. Die Stadt trägt Trauer für einen großen Schauspieler und ein Hamburger Original.

Die letzte Fahrt von Jan Fedder soll über die Reeperbahn führen – der Kiez auf St. Pauli war sein Revier, im Leben und im Fernsehen. Zuvor findet am Dienstag im Hamburger Michel die Trauerfeier für den Schauspieler statt, der am 30. Dezember gestorben war und am 14. Januar 65 Jahre alt geworden wäre. Zahlreiche Weggefährten, Kollegen und Freunde wollen ihm die letzte Ehre erweisen. Erwartet wird auch der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Die Trauerfeier in der großen Barockkirche beginnt um 14 Uhr, den gottesdienstlichen Teil leitet Hauptpastor Alexander Röder. Fedder selbst hatte sich den Abschied im Michel gewünscht. Hier war er getauft und konfirmiert worden und hatte über Jahre im Kirchenchor gesungen. Vor 20 Jahren heiratete er im Michel seine Frau Marion. Damals begann die Hochzeitsfeier auch mit einer Fahrt durch St. Pauli - in einer weißen, offenen Luxuslimousine.

Im Anschluss an den Gottesdienst soll es Ansprachen geben – vom scheidenden NDR-Intendanten Lutz Marmor, von ARD-Programmdirektor Volker Herres und von Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Meyer hatte sich am Wochenende im Namen der Hamburger Polizei mit einer Funkspruch-Traueranzeige von seinem Ehrenkommissar verabschiedet: „Peter 14/2 geht in Status 6 – alle Michel ENDE“. Auch Fedders Ehefrau Marion will im Michel sprechen – der Norddeutsche Rundfunk überträgt die Trauerfeier live im Fernsehen, Radio und Internet. Eine Großbildleinwand auf dem Kirchplatz soll Fans die Teilnahme ermöglichen.

Erwartet werden Schauspieler wie Uschi Glas, Axel Milberg und Heinz Hönig, TV-Koch Tim Mälzer und Kollegen aus den Teams von „Großstadtrevier“ und „Neues aus Büttenwarder“. Auch die Band Truck Stop will kommen – von ihr stammt der Song „Wenn der Schutzmann ums Eck kommt“, die Titelmelodie aus dem „Großstadtrevier“.

Die Anteilnahme der Hamburger ist groß. Die Hafenfähren wollen ihre Schiffshörner erklingen lassen, alle Taxen fahren mit Trauerflor. Sogar vor der TV-Kulisse des „Großstadtreviers“ in Hamburg-Bahrenfeld wurden Blumen und Kerzen niedergelegt. Auf den Stufen des unscheinbaren Gebäudes erinnern Rosensträuße und Grabkerzen an den beliebten Schauspieler. Bis zur Folge 438 (ausgestrahlt am 13. Dezember 2019) wurde die Vorabendserie dort gedreht – 27 Jahre lang. Weil der Mietvertrag auslief, ließ die Produktionsfirma die Wache spektakulär, aber fiktiv explodieren und entschloss sich zum Umzug auf das Gelände von Studio Hamburg in Tonndorf.

Am 27. Januar startet die 33. Staffel der Kultserie in neuer Umgebung mit der Folge „Das neue Revier“. Fedder ist da noch dabei. Am 25. Januar (21.45 Uhr) zeigt der NDR die Dokumentation „Großstadtrevier – Eine Serie zieht um“. (epd)

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