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Nach der Diskussion um die Hitler-Glocke in Herxheim (Foto) will die evangelische Kirche in Rilchingen-Hanweiler eine ähnliche Glocke loswerden.

Kirche in Rilchingen-Hanweiler

Hakenkreuz-Glocke soll abgehängt werden

Nach der Diskussion um die sogenannte Hitler-Glocke in Herxheim will eine Kirche im Saarland eine Hakenkreuz-Glocke entfernen - zumal in Zeiten, in denen der Nationalsozialismus verharmlost werde.

Eine Kirchenglocke, die mit vier Hakenkreuzen verziert ist, soll aus der evangelischen Kirche im saarländischen Rilchingen-Hanweiler verschwinden. Das Geläut in der dortigen Erlöserkirche werde ab sofort nicht mehr zu Gottesdiensten oder anderen Anlässen läuten. Das teilte das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Obere Saar am Mittwoch mit. In Zeiten, in denen der Nationalsozialismus verharmlost werde, sei das Abhängen der Glocke ein deutliches und wichtiges Zeichen.

Bis die Glocke aus dem Kirchturm verschwunden ist, würden die Hakenkreuze abgedeckt. „Als zeitgeschichtliches Dokument soll die Glocke jedoch erhalten bleiben.“ Möglicherweise werde sie einem Museum übergeben. Auslöser für die Entscheidung war den Angaben zufolge die Diskussion um die sogenannte Hitler-Glocke im rheinland-pfälzischen Herxheim. Ein Mitglied des Presbyteriums habe daraufhin auf das Geläut mit den Hakenkreuzen im Saarland aufmerksam gemacht.

Die Glocke sei 1933 angeschafft worden, als das Saarland unter Völkerbundmandat stand. Neben den vier Hakenkreuzen trage sie den Satz „Gott war in Gnaden, daß bald tue kund die Rückkehr zu Deutschland dein eherner Mund 1933“. Die Inschrift beziehe sich auf die für 1935 vorgesehene Abstimmung über den Status des Saarlandes. Es kam nach dem Ersten Weltkrieg unter die Kontrolle des Völkerbundes und wurde bis 1935 unter französische Verwaltung gestellt. Bei der Abstimmung entschieden sich 90 Prozent der Wähler für eine Rückkehr nach Deutschland. (dpa)

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