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Angehörige von Gefängnisinsassen weinen und beten vor dem Anisio Jobim Gefängnis.

Manaus

40 Häftlinge in brasilianischen Gefängnissen umgebracht

In vier Haftanstalten im nordbrasilianischen Manaus sind am Montag 40 Insassen tot aufgefunden worden.

In vier Gefängnissen im nordbrasilianischen Manaus sind am Montag die Leichen von 40 Häftlingen gefunden worden. Bereits am Vortag waren in einer der Haftanstalten 15 Menschen bei Zusammenstößen unter den Gefangenen getötet worden. Die neuen Todesopfer seien alle erstickt worden, wie die Strafvollzugsbehörde des Bundesstaates Amazonas mitteilte. Ein Sozialarbeiter sei von Häftlingen verletzt worden.

Die Unruhen hatten am Sonntag in der Haftanstalt Anisio Jobim während der Besuchszeit begonnen. Die Häftlinge seien teils mit selbstgebastelten Stichwaffen übereinander hergefallen, teilten die Behörden mit. In diesem Gefängnis wurden am Montag vier weitere Tote in deren Zellen gefunden. In den drei anderen Haftanstalten wurden am Montag weitere 36 Leichen von Häftlingen entdeckt.

Nach Medienangaben entstand das Massaker wegen Streitigkeiten innerhalb der kriminellen Organisation "Família do Norte" (FDN), die den Drogenhandel im Bundesstaat Amazonas führt. Neun mutmaßliche Anstifter des Massakers sollen in Haftanstalten in anderen brasilianischen Bundesstaaten verlegt werden, erklärte am Dienstag der Gouverneur von Amazonas, Wilson Lima. "Es sind die Anführer der kriminellen Gruppen", sagte der Gouverneur dem Nachrichtenportal G1.

Die Regierung des Präsidenten Jair Bolsonaro habe zusätzliche Sicherheitskräfte nach Manaus entsandt, erklärte Lima nach einem Treffen mit Justizminister Sérgio Moro.

In dem Gefängnis Anisio Jobim hatte es bereits im Januar 2017 blutige Zusammenstöße von Häftlingsgruppen gegeben, in deren Verlauf 56 Insassen getötet wurden. (dpa)

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