China, Lhasa: Bergführer gehen am Rongpu-Gletscher auf dem Mount Everest vorbei.
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Bergführer gehen am Rongpu-Gletscher auf dem Mount Everest vorbei.

Bergsteiger

Gute Aussichten

Ein Spaziergang wird es nicht – aber laut einer Studie haben sich die Chancen für eine erfolgreiche Everest-Expedition verdoppelt.

Runter kommen sie alle. Aber auch der Aufstieg scheint leichter zu werden. Wer zum ersten Mal den Mount Everest in der Hauptsaison im Frühling besteigen will, hat heutzutage doppelt so hohe Erfolgschancen wie noch vor etwa 20 Jahren. Gleichzeitig blieb die Sterberate nahezu unverändert, wie US-Forscher im Fachjournal „PLOS One“ berichten.

Wie aus den Daten des Expeditionsarchivs „Himalayan Database“ hervorgeht, schaffte es zwischen 1990 und 2005 ein Drittel der Bergsteigerinnen und Bergsteiger in der Hauptsaison beim ersten Versuch auf den höchsten Gipfel der Welt. Zwischen 2006 und 2019 waren es dagegen etwa zwei Drittel. Die Todesrate blieb in beiden Zeitperioden ähnlich und lag um etwa ein Prozent.

Mögliche Gründe für die höhere Wahrscheinlichkeit, den Gipfel des 8848 Meter hohen Bergs an der Grenze von Nepal zu China zu erklimmen, sind laut Ko-Autor Raymond Huey von der University of Washington in Seattle unter anderem bessere Wettervorhersagen, die es Bergsteigerinnen und Bergsteigern erlaubten, gute Zeitfenster für den Gipfelvorstoß zu finden.

Helfer haben mehr Erfahrung

Zudem nutzten Bergsteigerinnen und Bergsteiger mehr Sauerstoff aus Flaschen – auch ab geringerer Höhe. Ferner gebe es auf den gängigen Routen vermehrt verankerte Seile. Den größeren Erfolg erklären könnte demnach auch die größere Erfahrung der Helferteams, die Alpinistinnen und Alpinisten den Berg hinaufführen und ihr Gepäck tragen.

All dies könnte dazu beitragen, dass die Erfahrung von Bergsteigerinnen und Bergsteigern für einen erfolgreichen Aufstieg letztlich an Bedeutung verliere. Der aktuellen Studie zufolge hatten jene Bergsteigerinnen und Bergsteiger, die den Gipfel zwischen 2006 und 2019 in Angriff nahmen, tendenziell weniger Erfahrung als die, die es zwischen den Jahren 1990 und 2005 versuchten. Inzwischen kamen demnach schon ein 80-Jähriger, ein 13-Jähriger und ein Blinder auf den Everest.

Frauen haben höhere Chance

Auch das Alter spielt eine Rolle: Generell schaffen es jüngere Bergsteigerinnen und Bergsteiger zwar eher als ältere auf den Gipfel des Everest und wieder zurück. Doch ältere Bergsteigerinnen und Bergsteiger haben heute deutlich bessere Chancen als früher. Ein 60-Jähriger etwa hat den Berechnungen der Forscherinnen und Forscher zufolge heute eine ähnlich hohe Erfolgschance wie ein Mensch im Alter von 40 Jahren in der früheren Zeitperiode – konkret rund 40 Prozent.

Die große Mehrheit der Everest-Bergsteiger sind Männer. Aber in den vergangen 30 Jahren haben zunehmend auch Frauen den Gipfel erklommen. Zwischen 1990 und 2005 waren es gut 9 Prozent, zwischen 2006 und 2019 rund 15 Prozent. Die Chance, den Gipfel zu erreichen, lag für Frauen sogar noch etwas höher als für Männer. Von den Frauen schafften dies im Zeitraum von 2006 bis 2019 gut 68 Prozent, von den Männern gut 64 Prozent. (dpa)

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