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Verhütung

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Wenn’s ernst wird, lassen sich gerade die Jüngeren immer häufiger ein Kondom reichen. Das beliebteste Verhütungsmittel der Deutschen aber bleibt ein anderes, wie neue Zahlen der Bundesregierung zeigen.

Die Pille bleibt auch weiterhin das beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland – allerdings inzwischen nur noch knapp vor den Kondomen. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

Das Ministerium verweist auf entsprechende Repräsentativbefragungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) von 18- bis 49-Jährigen. „Diese sexuell aktive bundesdeutsche Bevölkerung nutzt bei der Verhütung am häufigsten die Pille (47 %) oder das Kondom (46 %)“, heißt es in der Regierungsantwort.

Der Anteil derer, die mit der Pille verhüten, sank damit gegenüber einer entsprechenden Erhebung von 2011 um sechs Prozentpunkte. Die Kondomnutzung nahm dagegen im gleichen Zeitraum um neun Prozentpunkte zu. Verglichen mit Pille und Kondom spielen andere Verhütungsmethoden nur eine untergeordnete Rolle.

Zehn Prozent verhüten mit der Spirale. Laut BZgA-Befragung setzten darüber hinaus drei Prozent der 18- bis 49-Jährigen zur Vermeidung von Schwangerschaften auf eine Sterilisation des Mannes, zwei Prozent auf eine Sterilisation der Frau. Drei Prozent nutzen die Kalender-, zwei Prozent die Temperaturmethode. Zwei Prozent machen von empfängnisverhütenden Vaginalringen Gebrauch.

In bestimmten Altersgruppen fallen unterschiedliche Trends auf. Überproportional stark hat die Nutzung der Pille bei den 18- bis 29-Jährigen abgenommen – um 16 Prozentpunkte auf 56 Prozent. Dagegen stieg unter jüngeren Erwachsenen der Anteil derer, die mit dem Kondom verhüten, um sieben Prozentpunkte auf 58 Prozent. „Aus der Größenordnung dieser Zahlen wird deutlich, dass es gerade in diesem Bereich Doppelnutzungen gibt“, folgert das Gesundheitsministerium.

Außerdem auffällig: Immer mehr 40- bis 49-Jährige nutzen die Spirale. Der Anteil stieg von 13 Prozent im Jahr 2011 auf 20 Prozent im Jahr 2018. Was Informationen zu hormonellen Verhütungsmethoden angeht, verweist die Bundesregierung auf die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Diese informiere auch über mögliche Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen.

„Ich fordere Gesundheitsminister Jens Spahn auf, endlich etwas für eine messbar wirksame Prävention und Aufklärung zu tun“, forderte FDP-Gesundheitsexperte Wieland Schinnenburg. Viele Deutsche würden sich offenbar bewusst für die Verhütung per Kondom statt mit der Pille entscheiden. „Enttäuscht bin ich von der Bundesregierung, die zu wenig für die Aufklärung tut und zudem noch nicht einmal weiß, welche Personen sie durch die wenigen durchgeführten Kampagnen erreicht“, so der Politiker.

Laut Gesundheitsministerium hat es im vergangenen Jahr fünf Rückrufe für Verhütungsmittel auf dem deutschen Markt gegeben. „Diese bezogen sich auf vaginale Verhütungsringe, von denen mehrere Chargen unterschiedlicher Zulassungsinhaber zurückgerufen wurden“, heißt es in der Regierungsantwort. Ursache seien „vermehrte Ringbrüche“ beim Einsetzen gewesen. 2018 hatte es dagegen auch Rückrufe bei Kondomen gegeben. Hintergrund seien dabei „eine eingeschränkte Produkthaltbarkeit“ sowie Beschädigungen einzelner Kondome gewesen.

Mit staatlicher Unterstützung erhalten Frauen ab 20 Jahre, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Kinderzuschlag, Wohngeld, Asylbewerberleistungen oder Ähnliches beziehen, eine Kostenabnahme für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel. Dies geschieht über ein Modellprojekt des Bundesverbandes Pro Familia.

Laut Gesundheitsministerium gab es 2018 und 2019 gut 9000 Kostenübernahmen für Verhütungsmittel. Die Ausgaben dafür beliefen sich auf 1,31 Millionen Euro. Zwischen 2017 und 2019 verteilten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und von ihr finanzierte Partner zudem fast eine halbe Million Gratiskondome in Deutschland.

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