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Aktionsware bei Lidl vor dem Aus: Kunden sind selbst schuld

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Von: Victoria Maiwald

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Der Discounter Lidl geht einen drastischen Schritt und schmälert sein Sortiment. Schuld sind Umsatzeinbrüche, Inflation und schwindende Kaufkraft.

Dortmund – Der Discounter Lidl ist bei seinen Kunden und Kundinnen nicht nur wegen der günstigen Lebensmittel beliebt. Immer wieder finden sich auch wahre Schnäppchen im sogenannten Nonfood-Bereich. Dazu gehören alle möglichen Produkte, von Pyjamas über Werkzeug bis hin zu hochpreisigen Elektroartikeln. Doch gerade dieses Angebot wird jetzt erheblich geschmälert, wie RUHR24 berichtet.

DiscounterLidl
HauptsitzNeckarsulm
Gründung1932, Deutschland

Lidl schmälert Aktionsware „drastisch“, weil Kunden nicht in Kauflaune sind

Verantwortliche aus 30 Lidl-Ländern haben laut Lebensmittel Zeitung (LZ) ihre Nonfood-Bestellung für das Jahr 2023 abgegeben – die soll laut Insidern „drastisch geringer“ ausfallen als erwartet. Im kommenden Jahr wird das Angebot an den beliebten Grabbeltischen bei Lidl also schlanker.

Im Nonfood-Bereich von Lidl konnten Kunden und Kundinnen oft Schnäppchen machen – doch der Bereich wird geschmälert.
Im Nonfood-Bereich von Lidl konnten Kunden und Kundinnen oft Schnäppchen machen – doch der Bereich wird geschmälert. © Kristjan Teedema/Imago

Grund für die Umgestaltung des Sortiments sind Umsatzeinbrüche, geringere Kaufkraft der Kunden und Kundinnen sowie Logistik-Probleme. Ein Lidl-Manager erklärt gegenüber der LZ, dass sich die Inflation überproportional auf die Discounter-Kunden auswirke. Eine Verbesserung der Kauflaune sei in den nächsten sechs bis zwölf Monaten nicht absehbar.

Aktuell machen Nonfood-Waren nur zehn Prozent des Gesamtumsatzes in allen Ländern aus. Ziel sind eigentlich 15 Prozent. In Deutschland soll der Gesamtumsatz der Waren sogar unter zehn Prozent liegen.

Discounter Aldi und Lidl kämpfen mit Aktionswaren im Nonfood-Bereich

Lidl sorge sich der Zeitung zufolge angesichts der steigenden Energiepreise besonders um die Kaufkraft der Kunden. Wo zunächst die Verfügbarkeit der Produkte ein Problem darstellte, sind es jetzt die Kunden, die auf ihr Geld achten müssen. Auch Rewe und Edeka müssen angesichts der neuen Herausforderungen ein Angebot einschränken.

„Bei allem über 20 Euro gibt es dramatische Rückgänge“, teilte ein Discount-Manager der LZ mit. Und mit diesem Problem steht Lidl nicht alleine dar. Auch Aldi kämpft mit seinen Nonfood-Waren. Nach LZ-Recherchen sei der Umsatzanteil unter 20 Prozent gesunken. Der Discounter wolle auf aktuelle Entwicklungen eingehen, da die Situation mehr Flexibilität einfordere. Ob auch Aldi den Nonfood-Bereich deutlich verkleinern wird, ist nicht bekannt.

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