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Im Übersee-Militärgefängnis Guantánamo auf Kuba befinden sich derzeit noch 39 Häftlinge der USA.
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Im Übersee-Militärgefängnis Guantánamo auf Kuba befinden sich derzeit noch 39 Häftlinge der USA.

Militärgericht in den USA

Guantánamo: Häftling berichtet über schwere Folter nach 19 Jahren Haft

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Ein Militärgericht in den USA hat einen ehemaligen Al Kaida-Unterstützer zu 26 Jahren Haft verurteilt. Vor Gericht berichtet dieser über die Folter in Guantánamo.

Washington - Im Gerichtsprozess um den 41-jährigen Majid Khan berichtete der als erster nach dem 11. September 2001 gefangengenommene Guantánamo-Häftling öffentlich über die Foltermethoden in dem US-Militärgefängnis auf Kuba. In seinem Plädoyer sprach der gebürtige Pakistaner, der seine Jugend in den USA verbrachte und dort zur Highschool ging, von Wasserfolter, Vergewaltigungen und Schlägen durch CIA-Beamte.

Am Freitag wurde Khan, der sich 2002 bei einem Besuch bei Verwandten in Pakistan radikalisiert und danach die Terrorgruppierung Al Kaida unterstützt hatte, zu 26 Jahren Haft verurteilt. Wegen der 19 bereits in US-Haft verbrachten Jahre sowie seiner Kooperation mit Ermittlungsbehörden könnte Khan jedoch bereits Anfang 2022 frei kommen und in ein noch nicht festgelegtes Drittland abgeschoben werden. Weder in die USA noch nach Pakistan dürfe der geständige ehemalige Al Kaida-Unterstützer zurück. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press.

Guantánamo-Häftling Khan: An Ketten aufgehängt, mit Eiswasser übergossen

So erzählte Khan dem Gericht, wie er tagelang in dunklen Zellen festgehalten wurde, teilweise an Ketten aufgehängt, ohne Nahrung oder Kleidung, während laute Musik ertönte und Wachen ihn mit Eiswasser übergossen hätten. In dunklen CIA-Lagern in unbekannten Ländern sei er mit einer Kapuze in eine mit Eiswasser gefüllte Badewanne gesetzt und mit dem Kopf unter Wasser gehalten worden. Khans Aussage über Folter wird durch eine Untersuchung des US-Senats über die Anwendung von Folter durch die CIA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gestützt.

Um weiterer Folter zu entgehen, berichtete Khan, dass er bereits in den Tagen nach seiner Festnahme am 5. März 2003 in Karachi der CIA zahlreiche Informationen über Al Kaida geliefert und seine Zusammenarbeit mit dem Terror-Netzwerk zugegeben hatte: „Wann immer ich gefoltert wurde, habe ich ihnen gesagt, was ich dachte, dass sie hören wollten. Ich habe nur gelogen, damit die Misshandlungen aufhören“, sagte er in der 39-seitigen Erklärung, die anschließend von seinen Anwälten ins Internet gestellt wurde. Die Folterungen seien danach jedoch noch schlimmer geworden.

Nach Haft in Guantánamo: Gefolterter Gefangener könnte nach 19 Jahren frei kommen

Der heute 41-Jährige war als junger Mann etwa an der Planung des Bombenanschlags auf ein Hotel in Jakarta beteiligt, bei dem zwölf Menschen starben und weit über hundert weitere verletzt worden waren. Vor Gericht berichtete er, dass er auch während seiner Haft in Guantánamo ab 2006 weiter gefoltert worden sei. Mehrfach sei er über lange Zeit hellem Licht oder völliger Dunkelheit ausgesetzt gewesen, auf seine Hungerstreik-Versuche hin hätten CIA-Mediziner ihn zwangsernährt und vergewaltigt.

Wegen einer Vereinbarung mit den Behörden könnte der Guantánamo-Gefangene bereits im kommenden Jahr aus der Haft entlassen werden. Vor Gericht betonte er, dass er keinen Groll gegen seine Entführer hege: „Denen, die mich gefoltert haben, vergebe ich - euch allen“, sagte er dem Gericht. Das Ziel von US-Präsident Joe Biden ist es, das umstrittene Gefangenenlager in Guantánamo bis zum Ende seiner Amtszeit zu schließen. (ska/AFP)

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