Alte indische Lehre und globaler Trend. dpa
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Alte indische Lehre und globaler Trend. 

Yoga

Grüß mir die Sonne

Uralt, trendy und gesund: Sieben Fakten zum Welt-Yoga-Tag.

Am Sonntag ist Welt-Yoga-Tag: Normalerweise kommen die Menschen massenhaft zusammen und grüßen die Sonne. Vor zwei Jahren gab es laut Guinnessbuch der Rekorde die größte Yoga-Lektion aller Zeiten. Mehr als 100 000 Menschen reisten dazu ins indische Kota. In Corona-Zeiten wird ein neuer Rekord schwierig. Sieben Fakten rund ums Yoga:

Warum Welt-Yoga-Tag: Den Tag hatte Indiens Premierminister Narendra Modi 2014 bei den Vereinten Nationen vorgeschlagen. Der hindunationalistische Politiker ist überzeugter Yogi mit eigenem Yoga-Youtube-Kanal. Er präsentiert Yoga als Weg zu mehr Gesundheit und Frieden. Doch für Modi ist Yoga auch Soft Power und Nationalstolz. Dieses Jahr veranstaltet die indische Regierung einen Blogger-Wettbewerb. Teilnehmer sollen dabei erklären, wie Yoga ihr Leben beeinflusst. Für Gewinner gibt es Preise im Wert von bis zu 2500 Dollar. Besonders in den ersten Jahren kritisierten muslimische Gruppen im mehrheitlich hinduistischen Indien und anderen Ländern den Tag. Sie sahen die beliebte Sonnengruß-Pose als hinduistische Religionspraktik, auch weil im Hinduismus die Sonne als Gott gilt.

Ursprung: Yoga ist mehr als nur Dehnen oder akrobatische Übungen. Es ist eine Philosophie, die Meditation und Atemübungen beinhaltet. Sie wurde vor mindestens 5000 Jahren im Gebiet des heutigen Indiens erfunden. Die Übungen sollen innere Harmonie und den Gleichklang mit der Natur fördern.

Mit Hund, mit Bier oder nackt:Yoga liegt im Trend – und Yogis weltweit finden immer verrücktere Varianten es auszuüben. Beim Bier-Yoga heißt es „Prooost“ statt „Ooom“. An Stelle eines „Sonnengrußes“ gibt es den „Biergruß“. Bierflaschen werden in die Übungen integriert – und getrunken. Beim Nackt-Yoga finden die Teilnehmer, dass man so den Körper lieben lernt und zudem am besten sieht, wenn nach ein paar Wochen Training kleine Fettpolster verschwinden. Außerdem gibt es das sogenannte Hunde-Yoga, bei dem sich lediglich die Hundebesitzer anstrengen und sich etwa im Sitzen über die Beine beugen und dabei den Hund kraulen. Alternativ gibt es auch Ziegen-Yoga. Und Lach-Yoga.

Deutsche Yogi: Frauen in Deutschland machen lieber Yoga als Männer. Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Berufsverbands der Yogalehrenden praktizieren die Sportart neun Prozent aller Frauen und ein Prozent der Männer. Singles oder Leute in Partnerschaften ohne Kinder und mit höherer Schulbildung machen öfter Yoga.

Yoga als Schulfach: In Nepal müssen Schüler künftig Yoga lernen - sobald die Schulen wieder öffnen. Im neuen Lehrplan für Grundschüler und Schüler von weiterführenden Schulen sind Yoga-Übungen sowie Texte zu Yoga vorgesehen, hieß es von Behörden. Ältere Schüler sollten sich tiefer auf Yoga und die traditionelle Heilkunst Ayurveda spezialisieren können. Die Lehrplanänderung stößt aber wie der Welt-Yoga-Tag auf Kritik von einigen Muslimen im mehrheitlich hinduistischen Nepal.

Älteste Yoga-Lehrerin: Auch mit 95 Jahren hat die Kanadierin Ida Herbert noch Yoga unterrichtet und dafür 2012 einen Eintrag ins Guinnessbuch erhalten. Demnach ist ihr Geheimnis für ein langes Leben Junkfood zu vermeiden, Gartenarbeit und ein Glas Sherry nach dem Essen.

Gesund:Yoga kann gesund sein, wie Studien zeigen. Es kann Verbesserungen bei Rückenschmerzen und Asthma mit sich bringen, schreibt das Forschungsnetzwerk Cochraine. Regelmäßiges Yoga wirke auch entspannend, schreibt der Berufsverband der Yogalehrenden. Studien zeigten, dass Yoga bei vielen Erkrankungen positiv wirke, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychischen Erkrankungen. (Anne-Sophie Galli, dpa)

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