Hitze in Städten

Grüne fordern Grün

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
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Die Bundestagsfraktion der Grünen will mehr Natur in Städten. Sie fordern ein 800-Millionen-Euro-Investitionsprogramm.

Die Grünen haben ein 800-Millionen-Euro-Investitionsprogramm des Bundes gefordert, um Städte gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen.

Mit dem Geld sollen mehr Freiräume für Erholung und Natur geschaffen werden, etwa durch mehr Hofgrün, Grünflächen, Dach- und Fassadengrün sowie Flächen für Urban Gardening und Permakultur. Das geht aus einem von der Grünen-Bundestagfraktion beschlossenen Antrag hervor.

Citys müssen kühler werden

Die Grünen begründen ihre Forderung nach einem weitreichenden Ausbau der Grünflächenversorgung mit gehäuft auftretenden Extremwetterereignissen in deutschen Städten. „Lange Trockenperioden und Hitzewellen“ ließen die Innenstädte „bis zu acht Grad heißer werden als das Umland“, heißt es in dem Antrag der Bundestagsfraktion.

„Hinzu kommen Starkregenereignisse, die dazu führen, dass unsere Städte sprichwörtlich überlaufen“, schreiben die Verantwortlichen der Partei weiter. Mehr urbane Grün- und Wasserflächen wirkten dem Antrag nach wie „natürliche Klimaanlagen“ und könnten Abhilfe bei extremem Wetter schaffen.

„Gerade für Bürgerinnen und Bürger ohne Balkon oder Garten sind öffentliche Grünflächen, Parkanlagen und Wasserläufe wichtige Orte, an denen sie sich erholen, abkühlen und durchatmen können. Urbane Grünflächen und Naturräume sind somit ein Stück Umweltgerechtigkeit in unseren Städten“, sagte Daniela Wagner, Sprecherin für Stadtentwicklung, auf Anfrage.

„Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass infolge der Klimakrise sommerliche Hitzeperioden weiter zunehmen werden“, mahnte die Grünen-Politikerin. Viele Städte müssten dementsprechend kühler werden, nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat in zahlreichen deutschen Städten die Anzahl der Tage mit mehr als 30 Grad Celsius nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes klar zugenommen.

So verzeichnete Mannheim im Jahr 2019 mit 34 Tagen über 30 Grad bundesweit die meisten heißen Tage – 2010 waren es noch 13 weniger. Mit 33 heißen Tagen zählte Karlsruhe 16 mehr als noch 2010. Dresden und Leipzig kamen in 2019 mit je 25 heißen Tagen auf 15 mehr als in 2010. Mit 30 heißen Tagen zählte Frankfurt 13 mehr als 2010. Ebenso groß war der Zuwachs in Nürnberg mit 25 heißen Tagen im vergangenen Jahr. Berlin kam 2019 mit 26 heißen Tagen auf zwölf mehr als 2010.

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