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Ein Hut, noch nicht angeknabbert.
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Ein Hut, noch nicht angeknabbert.

Großbritannien

Reporter gibt Wahlprognose ab - und täuscht sich gewaltig

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Mit Prognosen ist das so eine Sache. Besonders dann, wenn sie als vermeintlich sicher gelten. Das muss jetzt auch ein Reporter der Financial Times in England feststellen.

London - Wetten sind in Großbritannien Volkssport. Bei englischen Buchmachern kann man auf fast alles wetten, vom möglichen Namen des nächsten Sprosses der königlichen Familie bis hin zur Frage, ob der Papst in Rom bei einem Sieg der Italiener bei der EM 2021 auf dem Petersplatz „We are the Champions“ schmettern wird oder eher nicht. Im ersten Fall ist die Quote gigantisch, im zweiten dürfte der Wetteinsatz nur knapp erreicht werden.

Und die Briten nehmen ihre Wetten durchaus ernst. So hat ein Reporter der Financial Times nach einer falschen Wahlprognose Wort gehalten und die Redewendung „dann esse ich meinen Hut“ in die Tat umgesetzt. Die Ankündigung, seine Kopfbedeckung zu verspeisen, im Deutschen am ehesten mit „dann fress‘ ich einen Besen“ zu vergleichen, hatte Jim Pickard, politischer Chef-Reporter der Zeitung, für den Fall eines Sieges der Liberaldemokraten bei einer Nachwahl im englischen Wahlkreis Chesham and Amersham nahe London auf Twitter gemacht.

Nachwahlen in London: Boris Johnson muss eine Niederlage einstecken

Seit 1974 eben jener Wahlkreis gegründet wurde, holten die Torys dort bei jeder Wahl mehr als die Hälfte der Stimmen. Jetzt aber hat die konservative Partei von Premierminister Boris Johnson in dem Wahlkreis am Stadtrand von London eine deutliche Niederlage erlitten. Bei den Nachwahlen für einen Unterhaus-Sitz bekam Kandidat Peter Fleet lediglich 35,5 Prozent der Stimmen. Mit einer klaren Mehrheit von 56,7 Prozent gewann die liberaldemokratische Kandidatin Sarah Green. Die Labourpartei kam mit 1,6 Prozent der Stimmen auf den vierten Platz, ihr schlechtestes Ergebnis seit Jahrzehnten.

Jim Pickard: „Ich werde meinen Hut essen“

Noch am Vortag der Wahl hatte Jim Pickard ein solches Wahlergebnis hartnäckig bezweifelt. „Ich sehe heute viel Spekulation, aber ich werde meinen Hut essen, wenn die Liberaldemokraten hier gewinnen.“ Keine allzu gewagte Prognose - hatten doch die Konservativen den wohlhabenden Wahlkreis stets komfortabel gehalten. 

Der Reporter wurde eines Besseren belehrt - und löste sein Versprechen postwendend mit der simplen Ankündigung „Buße“ ein. Nach drei Hut-Schnipseln reichte es Pickard allerdings. Es gebe nämlich eine Sache, die noch schlimmer sei als dumme Tweets, erklärte er am Ende seines Videos: „Tod durch Hut essen“. Bei den Buchmachern in London wäre er damit nicht durchgekommen. Einsatz nicht ganz erbracht, Wette verloren. (Stefan Krieger)

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