1. Startseite
  2. Panorama

Neue Omikron-Variante „XE“ entdeckt - Hunderte Fälle in Großbritannien

Erstellt:

Von: Martina Lippl

Kommentare

Rise of Corona Virus Infection, Rising Incidence Wave of Coronavirus Covid 19 Infections PHOTOMONTAGE ***
Neue Coronavirus-Varianten sind aufgetaucht. Eine Mischvariante namens XE breitet sich in Großbritannien aus (Fotomontage). © Imago

Eine neue Omikron-Variante ist in Großbritannien nachgewiesen worden. Mehr als 600 Fälle sind bereits identifiziert. Experten beobachten „XE“ genau. Es ist eine Mischvariante.

London - Bei der neuen Coronavirus*-Variante Omikron XE handelt es sich um eine Kombination der Omikron-Varianten BA.1 und BA.2. Möglicherweise ist die neue Omikron-Mischvariante noch ansteckender. Noch ist es nach Ansicht von Experten zu früh, um Rückschlüsse auf bestimmte Eigenschaften der neuen Variante zu ziehen.

Omikron XE erstmals im Januar 2022 in Großbritannien aufgetaucht

Erstmals wurde die Omikron-Variante XE im Januar 2022 in Großbritannien nachgewiesen. Bislang wurden dort über 600 Fälle von XE sequenziert. Das geht aus einem Bericht der UK Health Security Agency (UKHSA) hervor. Auf der ganzen Welt seien demnach bereits XE-Fälle gemeldet worden, die meisten davon in Frankreich, so die britische Gesundheitsbehörde.

Wie bei anderen Arten von Varianten sterben die meisten relativ schnell ab.

Susan Hopkins

„Rekombinante Varianten sind keine Seltenheit, insbesondere wenn mehrere Varianten im Umlauf sind und im bisherigen Verlauf der Pandemie mehrere identifiziert wurden. Wie bei anderen Arten von Varianten sterben die meisten relativ schnell ab“, erklärte Professor Susan Hopkins, die leitende Beraterin der UKHSA, in einer Pressemitteilung.

Allerdings räumt Hopkins in dem Statement ein, dass die spezielle Rekombination XE eine „variable Wachstumsrate gezeigt“ habe. „Wir können noch nicht bestätigen, ob sie einen echten Wachstumsvorteil hat.“ Bisher gebe es noch nicht genügend Anhaltspunkte, um Rückschlüsse auf Übertragbarkeit, Schweregrad oder Wirksamkeit des Impfstoffs zu ziehen. Die UKHSA kündigte an, Omikron XE weiter genau zu überwachen. Das gelte auch für die andere Rekombinationen, die als XF und XD bekannt seien.

Coronavirus: Neue XE-Variante möglicherweise zehn Prozent ansteckender als Omikron

„Nach ersten Schätzungen ist XE noch einmal zehn Prozent ansteckender als BA.2“, schreibt die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrem wöchentlichen Covid-19-Bericht (29. März 2022). Das müsse jedoch noch weiter bestätigt werden. XE werde so lange zur Omikron-Familie gezählt, bis „signifikante Unterschiede bei der Übertragung und den Krankheitsmerkmalen, einschließlich des Schweregrads berichtet werden.“ Die WHO kündigte an, die rekombinanten Varianten zu überwachen und zu bewerten.

Omikron XD (auch als Deltakron bezeichnet)Rekombination von Delta und Omikron BA.1
Omikron XFRekombination von Delta und Omikron BA.1
Omikron XERekombination von Omikron BA.1 und Omikron BA.2

Omikron BA.2 dominiert aktuell in Großbritannien. Inzwischen macht der BA.2-Anteil bei den Corona-Fällen etwa 93,7 Prozent aus, schätzt die britische Gesundheitsbehörde. XD sei bisher in Großbritannien nicht nachgewiesen worden. Bei XF seien es bis Mitte Februar 38 Fälle gewesen, seither habe es laut UKHSA keinen einzigen mehr gegeben.

Omikron XE - Wann kommt es überhaupt zu einer Rekombination des Coronavirus?

Wie kann es zu einer Mutation* von verschiedenen Coronavirus-Varianten kommen? Das UKHSA erklärt: „Eine rekombinante Variante tritt auf, wenn eine Person gleichzeitig mit zwei oder mehr Varianten infiziert wird, was zu einer Vermischung ihres genetischen Materials im Körper des Patienten führt.“ Eine solche Mutation sei „kein ungewöhnliches Ereignis“ betont die britische Gesundheitsbehörde. Im Laufe der Corona-Pandemie wären mehrere rekombinante SARS-CoV-2-Varianten identifiziert worden.

Für Schlagzeilen sorgte vor Kurzem Omikron XD - eine Mischform aus Delta und Omikron. Die als „Deltakron“* bezeichnete Variante des Coronavirus vereint die krankmachenden Eigenschaften von Delta und ist so ansteckend wie Omikron. Es sei bisher die einzige Variante, bei der das Spike-Protein von Omikron „mehr oder weniger perfekt“ in ein Delta-Genom eingesetzt ist, erklärte Richard Neher, Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel, der Nachrichtenagentur dpa. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare