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Premier Boris Johnson - die neuen Klimaziele im Blick.
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Premier Boris Johnson - die neuen Klimaziele im Blick.

Klimapolitik

Großbritannien macht Druck: Regierung hebt CO2-Ziel deutlich an

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Die Regierung in Großbritannien hebt ihr CO2-Ziel für 2030 stark an und setzt damit auch die Europäische Union unter Druck.

London – Ausgerechnet EU-Aussteiger Großbritannien ist nun der Vorreiter beim Klimaschutz. Rund eine Woche vor einem virtuellen UN-Gipfel am 12. Dezember zum fünften Jahrestag des Paris-Abkommens hat die Regierung in London jüngst ihr CO2-Ziele verschärft. London setzt damit, trotz des ungelösten Brexit-Streits, auch die Europäische Union auf diesem Feld unter Druck. Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in dieser Woche soll nämlich ein neues CO2-Minderungsziel der 27 Mitgliedsstaaten für 2030 beschlossen werden. Londons verschärfter Plan ist hier nun der Maßstab.

Klimaschutz: CO2-Emissionen in Großbritannien sollen stark sinken

Die CO2-Emissionen auf der Insel sollen um 68 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 sinken. Das ist eine deutliche Verschärfung. Bislang betrug die Marke nur 57 Prozent. Erreicht waren 2019 rund 45 Prozent. Premier Boris Johnson, der den Schritt vorige Woche verkündete, folgt damit der Empfehlung des nationalen „Committee on Climate Change“ (CCC), eines Beratergremiums der Regierung. Großbritannien wolle damit nach dem EU-Austritt seine globale Vorreiterrolle im Kampf gegen die Klimaerwärmung unter Beweis stellen, hieß es in einer Regierungsmitteilung.

Hintergrund dürfte freilich auch sein, dass die nächste Klimakonferenz der Vereinten Nationen im November 2021 im schottischen Glasgow stattfindet und London als Gastgeber mit gutem Beispiel vorangehen will. Der Gipfel hatte ursprünglich in diesem Jahr stattfinden sollen, wurde wegen Corona jedoch verschoben.

Großbritannien muss Klimapolitik noch weiter verschärfen, um CO2-Ziel zu packen

Um das neue Ziel zu erreichen, muss London seine konkrete Klimapolitik noch stark nachschärfen. Johnson hat unlängst ein Maßnahmenpaket vorgestellt, darunter ein Verbot des Verkaufs von Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren ab 2030 sowie eine Vervierfachung der Offshore-Windkraft binnen zehn Jahren.

Freilich ist damit noch nicht einmal das bisherige CO2-Ziel zu erreichen. Die zusätzlichen Maßnahmen – etwa schnellerer Hochlauf von Solar- und Windenergie im Stromsektor, Umstellung der Heizungen von Erdgas auf Wärmepumpen und eine beschleunigte Abkehr von den Verbrennern – seien aber „machbar“, urteilte das Klimakomitee.

„Zu versagen, wo Großbritannien erfolgreich war, wäre international extrem peinlich“

Es wird erwartet, dass bei dem virtuellen UN-Klimagipfel weitere Länder neue Klimaziele für 2030 bekannt geben werden, die mit der Vorgabe des Paris-Vertrags von 1,5 bis zwei Grad maximaler globaler Erwärmung kompatibel sind. Bisher entsprechen die von den Regierungen vorgelegten nationalen Ziele nur einem Pfad von drei bis vier Grad. Erwartet wird, dass auch die EU nachlegt. Allerdings unterstützten bisher nicht alle 27 Staaten den Vorschlag der EU-Kommission, den CO2–Ausstoß bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken. Bisher lautet das Ziel minus 40 Prozent.

Deutschland trägt die Verschärfung mit, doch osteuropäische Länder wie Polen und Tschechien, deren Stromversorgung noch sehr stark kohlelastig ist, haben Vorbehalte und fordern mehr finanzielle Hilfe für die Energiewende. Der britische Umwelt-Thinktank E3G kommentiert den Konflikt in der EU so: „Zu versagen, wo Großbritannien erfolgreich war, wäre international extrem peinlich.“ (Joachim Wille)

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