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Freiwillige verteidigen Dörfer

Verheerende Brände in Griechenland: Menschenkette stellt sich gegen Flammenwand

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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  • Teresa Toth
    Teresa Toth
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In Griechenland brechen immer wieder Brände aus. Die Lage ist dramatisch, auf der Insel Euböa helfen Freiwillige mit aller Kraft der Feuerwehr.

+++ 22.05 Uhr: Der Kampf gegen das Feuer auf der griechischen Insel Euböa ist am Montagabend (09.08.2021) die achte Nacht in Folge in die nächste Runde gegangen. Vor der Ortschaft Kamatriades rückten am frühen Abend Hunderte Freiwillige an, um gemeinsam mit den Anwohner:innen und Feuerwehrleuten eine Menschenkette gegen die Wand aus Flammen zu bilden, die sich dem Ort näherte. Fernsehbilder zeigten große Gruppen junger Männer mit Rucksäcken und Masken, die sich einreihten.

Neben Kamatriades wurden die Ortschaften Istiaia und Avgaria in derselben Region evakuiert. Strom und Wasserversorgung sind in den Brandgebieten ausgefallen, die Feuerwehr musste das Wasser in Löschwagen anliefern. Viele der Helfer waren lediglich mit Zweigen bewaffnet, um die nahenden Flammen auszuschlagen.

Anwohner halten einen Wasserschlauch, während sie versuchen, ein Feuer im Dorf Ellinika auf der Insel Euböa zu löschen. Die Waldbrände wüten in ganz Griechenland weiter.

Brände wüten in Griechenland: Einheimische verteidigen Dörfer

Update von Montag, 09.08.2021, 11.30 Uhr: Die Lage in Griechenland ist weiterhin dramatisch. Feuerwehrkräfte kämpfen auch am Montag vielerorts gegen Flammen an.

Von der Insel Euböa berichten internationale Medien übereinstimmend, dass dabei einige Dörfer in der Nacht vor weiteren Bränden geschützt werden konnten. Freiwillige bewahrten die Siedlungen gemeinsam mit der Feuerwehr vor einem Übergreifen der Flammen. Am Rande von Ortschaften, wie Pfki, Gouves oder Artemisio seien zwar einzelne Gebäude niedergebrannt, die Ortskerne habe man jedoch schützen können, berichtet die griechische Zeitung Kathimerini.

In Griechenland wüten weiterhin Waldbrände.

Erstmeldung von Sonntag, 08.08.2021, 12.00 Uhr: Athen/Euböa – Nach langer Hitze und Trockenheit wüten in Griechenland und der Türkei noch immer enorme Brände. Besonders die griechische Insel Euböa ist von dem Feuer betroffen: Im Norden der Insel steht der Wald zum Teil kilometerlang in Flammen.

Internationale Helfer:innen wurden in die betroffenen Gebiete geschickt, um die überlasteten Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen. Am Sonntag (08.08.2021) kamen zum ersten Mal auch Löschflugzeuge und Löschhelikopter zum Einsatz – zuvor war dies nur in anderen Regionen in Griechenland der Fall.

Brände in Griechenland: Weniger Bewohner:innen auf Euböa als in Athen

Die Rettungskräfte konzentrierten die Löscharbeiten davor auf den Norden Athens. „Wir konnten nicht überall sein. Man muss sich nur vorstellen, die Flammen im Norden Athens hätten sich auf dicht besiedeltes Gebiet ausgeweitet“, so ein Feuerwehrmann. Doch die Menschen auf Euböa fühlen sich im Stich gelassen. „Man hat uns brennen lassen“, äußerte ein Mann gegenüber dem Fernsehsender Skai. Laut der Regierung in Griechenland müsse man die Prioritäten so setzen, dass zunächst die Menschen vor dem Flammen retten könne – erst danach kämen Besitz und Wald.

Die Brände auf Euböa in Griechenland erstrecken sich teilweise über mehrere Kilometer.

Im Großraum Athen leben rund vier Millionen Menschen, Euböa hat etwa 220.000 Einwohner. Auf der Insel sind derzeit hauptsächlich Wälder von den Bränden betroffen. Dennoch wurden bereits hunderte Häuser zerstört. Auch die Ortschaften Ellinika, Vasilika und Psaropouli sind inzwischen von den Flammen bedroht, sodass bereits zahlreiche Menschen von Euböa evakuiert werden mussten, um sie vor dem Feuer zu schützen.

Brände in Griechenland: Deutlich mehr Hektar zerstört als in den vergangenen Jahren

Da der Landweg durch die Flammen abgeschnitten ist, transportieren die Einsatzkräfte die Bewohner:innen mit Fähren auf das Festland. Am Sonntagmorgen (08.08.2021) mussten Rettungskräfte mehrere Menschen von einem Strand retten, die durch die Flammen eingekesselt wurden. Seit Beginn der Brände in Griechenland mussten bereits Tausende Menschen ihr Zuhause verlassen.

Die Brände nördlich der griechischen Hauptstadt Athen konnten inzwischen gelöscht werden. Insgesamt 55 Feuer sind laut griechischer Behörde derzeit aktiv, davon fünf Großbrände. 56.000 Hektar Land haben die schweren Brände bereits zerstört, wie das Europäische Waldbrandinformationssystem (Effis) berichtet. In den vergangenen Jahren kam es in den Regionen zwar auch immer wieder zu Bränden, im Durchschnitt wurden im selben Zeitraum jedoch nur 1700 Hektar verwüstet. (tt/tu)

Rubriklistenbild: © Petros Karadjias/dpa

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