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Klima-Aktivistin

Greta Thunberg wird 18 - vom Solo-Schulstreik zur Symbolfigur

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
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Greta Thunberg ist nun volljährig. Noch immer kämpft die Aktivistin für das Klima, doch die vergangenen zwei Jahre haben die junge Schwedin verändert.

  • Greta Thunberg feiert am Sonntag (03.01.2021) ihren 18. Geburtstag.
  • Seit circa zwei Jahren steht die junge Schwedin in der Öffentlichkeit: Alles Begann mit einem Schulstreik.
  • Greta Thunberg - eine junge Frau zwischen Vor- und Feindbild.

Stockholm - Greta Thunberg ist volljährig. Damit steht ihr in Schweden das Recht zu, bei der Parlamentswahl ihre Stimme abzugeben. Theoretisch ist es ihr nun auch erlaubt, Auto zu fahren. Aber wer den Werdegang der Klima-Aktivistin kennt, weiß: Bevor sich Greta Thunberg in ein Auto oder Flugzeug setzt, fährt sie lieber mit der Bahn oder manchmal sogar mit einem Segelboot. Seit zwei Jahren kämpft sie bereits vor einer breiten Öffentlichkeit für einen Wandel gekämpft und doch bleibt ihr Kampf fürs Klima so neu und wichtig, wie am ersten Tag.

Greta Thunberg bei einem Klimaprotest vor dem schwedischen Parlament. (Archivfoto)

Wie alles begann: Greta Thunberg streikt vor dem Parlament in Stockholm

Nach den Sommerferien 2018 reichte es einer jungen Schwedin endgültig. Sie beschloss, ein Zeichen zu setzen. Mit zwei geflochtenen Zöpfen und einem großen Schild aus Holz setzte sie sich Greta Thunberg vor das Parlament in Stockholm. Die schwarzen Lettern auf dem Schild der 15-Jährigen sprachen dabei eine deutliche Sprache: „Skolstrejk för klimatet“ - auf Deutsch: „Schulstreik fürs Klima“.

NameGreta Tintin Eleonora Ernman Thunberg
Geburtstag3. Januar 2003
AuszeichnungenRight Livelihood Award, MEHR
BücherIch will, dass ihr in Panik geratet! : meine Reden zum Klimaschutz, MEHR

Trotz Gegenwind der Schule und der Eltern und trotz anfangs eher verhaltener medialer Aufmerksamkeit ließ sich Greta Thunberg nicht von ihrem Kurs abbringen. Und diese Hartnäckigkeit machte sich bezahlt. Während am ersten Tag noch eher kleinere schwedische Medien über sie berichteten, schaffte ihre Aktion für das Klima es am Tag darauf auf die regionale Titelseite einer überregionalen Tageszeitung in Schweden, der „Dagens Nyheter“. Einige Tage später berichteten auch erste deutsche Medien über die junge Klima-Aktivistin.

Greta Thunberg: Immer mehr Mitstreiter gesellen sich zur jungen Klima-Aktivistin

Fleißig twitterte Greta Thunberg über ihre Aktion, und mit den Tagen die vergingen, kamen nach und nach auch weitere Menschen hinzu, um mit ihr zusammen vor dem Reichstag für das Klima ein Zeichen zu setzen. Nach den ersten Tagen freute sich Greta auf Twitter über 35 Mit-Protestierende für ihre Sache. Wahrscheinlich konnte sich die 15-Jährige damals nur in ihren kühnsten Träumen ausmalen, wie viele junge und alte Leute, sie einmal an ihrer Seite haben würde.

Fridays For Future: Greta Thunberg inspiriert ganze Klima-Streik-Bewegung

Als die Reichstagswahl in Schweden vorbei war, beschränkte Greta Thunberg ihren täglichen Protest auf den Freitag. Doch ihrer rasant steigenden Anzahl an Mitstreitern tat dies keinen Abbruch. Kurze Zeit später bildete sich die Klimastreit-Bewegung Fridays For Future (FFF), die nicht nur in Schweden, sondern in vielen Teilen der Welt Anklang fand. Freitags war bald nicht mehr ein ganz normaler Schultag, sondern für viele Schüler:innen dem Streik für den Klimaschutz gewidmet, der Tag wurde zum Freitag für die Zukunft.

Aus Thunbergs stillem Solo-Protest entwickelten sich innerhalb von Monaten internationale Großproteste, bei denen Millionen Menschen in aller Welt nach Greta Thunbergs Vorbild für mehr Klimaschutz auf die Straße gingen. Darüber hinaus sorgte die junge Klima-Aktivistin mit pointierten Auftritten für Aufsehen. Nicht zuletzt mit den flammenden Worten, die sie auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforum ihrem Publikum entgegenschleuderte, wie das „Handelsblatt“ berichtet: „Ich will, dass ihr handelt, als wenn euer Haus brennt, denn das tut es“, und weiter: „Ich will eure Hilfe nicht. Ich will nicht, dass ihr ohne Hoffnung seid. Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre.“

Greta Thunberg: Kritik und Hass schwappen der Klima-Aktivistin entgegen

Doch dieses Engagement von Greta Thunberg und ihren Mitstreiter:innen wurde nicht überall mit Wohlwollen betrachtet. Immer wieder wurde Kritik laut, die überwiegend jungen Menschen bei den Fridays-For-Future-Protesten würden nur die Schule schwänzen wollen. Andere, wie beispielsweise Angela Merkel, kritisierten, die Aktivistin denke zu wenig an Innovationen gerade im Energiebereich. CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz bezeichnete Greta Thunberg gar als „krank“, und die vielen Angriffe Donald Trumps und seiner Anhänger:innen auf Greta Thunberg sorgten nicht nur für Aufsehen, sondern wurden im Internet in Form von „Memes“ immer wieder wiederbelebt.

Dass Mediale Präsenz vor allem im Netz als Katalysator für Hass und Hetze wirken kann, musste Greta Thunberg am eigenen Leib erfahren. Für viele Menschen wurde die junge Aktivistin mit den radikalen Ansichten zum Feindbild hochstilisiert. Mittlerweile ist es auch aufgrund der Corona-Pandemie ruhiger um den Klima-Aktivismus von „Fridays For Future“ und Greta Thunberg geworden. Dass es nach der Pandemie wieder mit den Protesten weitergeht, ist zu erwarten. Doch Greta selbst hat sich verstärkt zurückgezogen. Sie möchte, dass der Fokus auf Klimafragen statt auf ihrer Person liegt – steigende Temperaturen, heftigere Naturkatastrophen, Meeresspiegelanstieg – darum gehe es ihr, so Thunberg. (Sophia Lother)

Rubriklistenbild: © Jonathan Nackstrand/Afp

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