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Eine Hommage an Ganni Versace: Carla Bruni, Claudia Schiffer, Naomi Campbell, Cindy Crawford und Helena Christensen.

Fashion

Goldener Tagtraum

Die Mailänder Modewoche wird zur märchenhaften Erscheinung ? Königinnen inklusive.

Der Trump-Effekt ist wieder verpufft. Prägten vor einem halben Jahr noch politische Botschaften die Mailänder Modewoche, ging es jetzt mehr denn je um eine Flucht aus der Realität: Traumwelten, Fantasiegestalten, märchenhafte Farben. Eine setzte dem glamourösen Zirkus noch eine Krone auf: Donatella Versace engagierte einige der legendären Supermodels aus den 90er Jahren. Cindy Crawford, Helena Christensen, Naomi Campbell und Claudia Schiffer glänzten in goldenen Kleidern um die Wette. Es war wie eine Zeitreise.  Ihr Alter sieht man den Models kaum an. Der ein oder andere Betrachter mag sich gefragt haben, warum Frankreichs Ex-First-Lady Carla Bruni dabei war. In die Topliga hatte es das Model nie geschafft. Modedesignerin Donatella Versace inszenierte diesen Tagtraum als Hommage an ihren vor 20 Jahren ermordeten Bruder Gianni.

Ein besonderer Fokus lag in dieser Saison auf den Debüts neuer Kreativdirektoren. „Einstand gelungen“ heißt es für Paul Surridge (Roberto Cavalli) sowie Lucie und Luke Meier (Jil Sander). Und das sind die Modetrends für die Saison Frühjahr/Sommer 2018:

Leichtigkeit: Dass die Stoffe eher leicht sind, liegt nahe. Aber viele Models schienen in Mailand über den Laufsteg zu schweben, fast schon schwerelos war ihre Kleidung aus Seide, Chiffon, Organza oder Nylon. Auch Transparenz gehört dazu.

Tropen-Flair: Florale Drucke gab es in den meisten Kollektionen. Am auffälligsten waren dabei Blüten wie auch Farben, die tropischer Flora entstammen. Es gab sie unter anderem bei Fendi und Francesco Scognamiglio. Moschino ging das Thema in der für die Marke typischen ironischen Überhöhung an: die Frau als Blumenstrauß auf Beinen.

Geometrie: Sie bildet den Gegenentwurf zum Floralen und zeigt sich sowohl in der Schnittführung als auch in den vielen Streifendesigns. Auffällig ist hier die Laufrichtung: quer, zick-zack oder im Patchwork unterschiedlicher Varianten. Zum Beispiel bei Fendi und Cividini.

Glanz-Schicht: Pailletten, Metallic-Lack, Plastik-Beschichtungen. Mailands Designer nutzen alle Möglichkeiten aus, um der Mode Glanz zu verleihen. Ein Spiel zwischen 80er-Jahre-Glamour und Futurismus.

Reinheit: Ganz in Weiß – auch das ist angesagt. Eine Mode, die allein von der Form lebt und aus eher schlichten Materialien wie Baumwolle, Leinen oder Popeline geschneidert ist. So gesehen bei Jil Sander.

Mantel-Parade: Bei Prada war er das Schlüsselelement der Kollektion und auch sonst spielt der Mantel eine große Rolle – bis hin zu ärmellosen Varianten.

Logo-Manie: Das offen zur Schau getragene Bekenntnis zu einer Marke ist zwar nicht neu, greift aber immer mehr um sich. So wurde bei Max Mara das Logo zum Druckmotiv, Fendi setzte es sogar auf Pelz.

Sei du selbst: Jede Frau ist anders. Zu starre Vorgaben machen keinen Sinn, eine Kollektion braucht viele Ideen. Gucci setzt diesen Gedanken unter Alessandro Michele um. Jetzt schloss sich dem auch Salvatore Ferragamo an – und feierte die Individualität der Frau. (dpa/jen)

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