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Viele Australier verlieren bei den Bränden Haus und Hof.

Buschbrände in Australien

Glück im Unglück

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Australierin verliert ihr Haus bei Buschbränden - und gewinnt ein Neues im Preisausschreiben.

Australien kämpft gegen die schlimmsten Buschfeuer der vergangenen Jahre. Hunderte Menschen haben ihr Zuhause verloren. Ein Opfer kann Weihnachten nun aber doch wieder in einem Haus verbringen. Die Frau gewann in einem Preisausschreiben ein Tiny House. Es ist eine Geschichte, die einem inmitten unglaublichen Leids wieder Hoffnung geben: Eine junge Mutter, die ihr Hab und Gut bei den Bränden verloren hat, hat ein neues Haus gewonnen. Eine Freundin hatte in ihrem Namen an dem Preisausschreiben teilgenommen. Das Haus ist zwar nur sechs mal 2,5 Meter groß – ein sogenanntes Tiny House – doch es besitzt alles, was Nina Jongen und ihre neunjährige Tochter brauchen. Schlaf- und Wohnzimmer, Bad, Küche und Terrasse.

Das Haus wurde pünktlich vor Weihnachten geliefert – mit geschmücktem Weihnachtsbaum, Geschenken und voller Vorratskammer. „Im Moment bedeutet es die Welt für mich“, sagte Jongen dem „Guardian“. „Ich habe gerade mein Zuhause in einem Buschfeuer verloren und jetzt habe ich einen luxuriösen, komfortablen kleinen Raum, der mein Zuhause ist, während wir unser Leben neu aufbauen.“

Sie will nicht nur ihr Haus wieder aufbauen, sondern auch den Busch außen herum regenerieren. Die vorher so üppigen Wälder nun schwarz und verkohlt zu sehen, habe bei ihr und ihrer Tochter ein Gefühl der „ökologischen Trauer“ ausgelöst, sagte die Frau.

In ihrem Heimatort Nymboida, 700 Kilometer nördlich von Sydney, waren im November mehr als 80 Häuser abgebrannt. Allein in New South Wales, wo Nymboida liegt, wurden bisher geschätzte drei Millionen Hektar Buschland verwüstet. Derzeit brennen nach wie vor 110 Feuer, von denen 60 außer Kontrolle sind. Über das vergangene Wochenende brannten weitere hundert Häuser ab. Zwei Feuerwehrleute kamen in den vergangenen Tagen ums Leben.

Dass Nina Jongen trotz der Katastrophe glückliche Weihnachten verbringen kann, verdankt sie ihrer Freundin Linda Giuliano. Diese wollte nach dem Brand etwas Gutes für die alleinerziehende Mutter tun und nahm in ihrem Namen an einem Wettbewerb teil, bei dem man ein Tiny House gewinnen konnte.

„Dieses Haus bedeutet, dass wir wieder auf dem Grundstück sein können, wir können für die Aufräumarbeiten anwesend sein“, sagte Jongen. Sie sei ihrer Freundin für die Teilnahme am Wettbewerb sehr dankbar. Und sie sei sehr gerührt, eine so gute Freundin in ihrem Leben zu haben, „die daran dachte, so etwas Schönes für mich zu tun“.

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