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Gletscher-Kollaps in Antarktis droht - verheerende Folgen für deutsche Küsten

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Von: Lisa Klein

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Der Thwaites-Gletscher droht zu brechen. Kommt es zum totalen Kollaps, steigt der Meeresspiegel um bis zu 65 Zentimeter. Das hat auch Folgen für deutsche Küstenregionen.

Der Klimawandel betrifft alle – und das könnte schon bald weltweit deutlich spürbarer werden. Kleinere Wetterveränderungen werden oftmals nicht als direkte Folge des Klimawandels wahrgenommen, Katastrophen durch extreme Wetterlagen wie Überschwemmungen, Starkregen, Hurrikane, flächendeckende Brände und Dürreperioden hingegen schon eher. Bald könnte etwas passieren, das weltweit spürbare Auswirkungen hat: In der Antarktis droht ein Gletscher-Kollaps.

Nicht nur die Winter in Deutschland werden wärmer, sondern auch in der Arktis* und der Antarktis steigen die Temperaturen, wie echo24.de* berichtet. Seit Jahren bildet sich immer weniger Eis über dem Meer, die Gletscher in der Antarktis (Südpol) und der Arktis (Nordpol) schmelzen immer schneller. Zahlreiche Tiere verlieren ihren Lebensraum und drohen auszusterben.

Doch auch für uns Menschen ist die Entwicklung am Nord- und Südpol nicht unbedeutend und kann sogar drastische Auswirkungen haben. Denn je weniger Eis, desto mehr Wasser und desto höher der Meeresspiegel. Steigt der Meeresspiegel rasant an, werden auch in Deutschland Küstenregionen überschwemmt und Küstenstreifen versinken für immer.

Gletscher-Kollaps in der Antarktis droht: Weltweite Folgen absehbar

Eine enorm große Rolle in puncto Meeresspiegel spielt der etwa 192.000 Quadratkilometer große Thwaites-Gletscher in der Antarktis. Bislang galt der Thwaites-Gletscher als recht stabil. Doch nun haben Geologen entdeckt, dass sich erste Risse im Schelfeis zeigen, wie Wissenschaftler auf einer Tagung von American Geophysical Union berichten.

Das Schmelzwasser dieses Gletschers allein ist bereits jetzt für rund vier Prozent des weltweiten Meeresspiegelanstiegs verantwortlich. Nun bekommt das Schelfeis des Thwaites-Gletschers Risse, die mit der Zeit immer tiefer werden und verheerende Folgen haben könnten.

Der Thwaites-Gletscher, undatierte Aufnahme, die aus der Luft gemacht wurde.
Der Thwaites-Gletscher droht in den nächsten Jahren zu brechen. Sollte das passieren, würde der Meeresspiegel enorm steigen. (Symbolbild) © Jeremy Harbeck/dpa

Das Schelfeis ist eine Art Verlängerung des Gletschers ins Meer, quasi eine schwimmende Eisplatte, die ein Drittel des Thwaites-Gletschers ausmacht. Die Risse darin entstehen vor allem durch warmes Meerwasser. Bricht das Schelfeis und stürzt ins Meer, werden große Teile des Gletschers viel schneller ins Meer fließen. Wie spiegel.de berichtet, könnte laut den Wissenschaftler das Eis bereits innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre brechen.

Gletscher-Kollaps droht: Meeresspiegel steigt um bis zu 65 Zentimeter

Doch das Horrorszenario geht noch weiter: Je schwächer das Schelfeis wird, desto mehr warmes Wasser kann an den Gletscher dringen und sich unter den Gletscher schieben. Laut den Wissenschaftler könnte das im totalen Kollaps enden und den Gletscher von der Landmasse lösen. Kommt es zum Kollaps des Thwaites-Gletschers, würde der Meeresspiegel um bis zu 65 Zentimeter ansteigen, wie spiegel.de berichtet.

Allerdings soll sich dieses Szenario „erst“ in wenigen Jahrhunderten abspielen und nicht bereits in den kommenden Jahren. Doch eine weitere schlechte Nachricht gibt es noch: Kommt es zum Kollaps des Thwaites-Gletschers, könnte das auch zu einem Verlust von weiteren umliegenden Gletschern führen. Das könnte dann laut spiegel.de für einen Anstieg des Meeresspiegels um 3,3 Meter sorgen.

Gletscher-Kollaps in der Antarktis droht: Die Folgen für deutsche Küstenregionen

In einer Klima-Studie der Organisation Climate Central und der Princeton-Universität wurde bereits untersucht, welche Folgen ein drastischer Anstieg des Meeresspiegels auf alle Kontinente hat. Im Fokus stand dabei das Steigen des Meeresspiegels durch den Klimawandel. Auch wenn das Klima-Ziel, den menschengemachten Temperaturanstieg im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, erreicht werden sollte, steigt der Meeresspiegel enorm. Zusammenbrüche wie der des Thwaites-Gletschers beschleunigen den Anstieg zusätzlich.

Wie 24hamburg.de berichtet, ist laut der Klima-Studie* der Kontinent Asien besonders schwer betroffen. Aber auch in Deutschland hat der Anstieg des Meeresspiegels heftige Folgen: Vor allem in Küstenregionen drohen Überschwemmungen. Große Teile von Sylt und Föhr sowie die Wattenmeer-Inseln Borkum, Helgoland, Norderney, Juist, Langeoog und Spiekeroog könnten künftig in den Wassermassen untergehen. Auch Bremen, Wilhelmshaven, St. Peter-Ording und weite Teile von Hamburg wären betroffen.

Wann genau es in der Antarktis zum Gletscher-Zusammenbruch kommt, wird sich zeigen. Doch mit spürbaren Auswirkungen ist zu rechnen – auch in Deutschland. Aufhaltbar scheint der Kollaps kaum noch zu sein. *echo24.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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