Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Sänger Gil Ofarim hat zwei Strafanzeigen nach Antisemitismus-Vorwürfen gegenüber seiner Person gestellt. Nun erhält der Zentralrat der Juden deshalb Hassnachrichten. (Archivbild)
+
Der Sänger Gil Ofarim hat zwei Strafanzeigen nach Antisemitismus-Vorwürfen gegenüber seiner Person gestellt. (Archivbild)

Antisemitismus-Vorwürfe

Gil Ofarim reagiert auf Gutachten: „Vom Hotel bezahlter Bericht“

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
    schließen
  • Sophia Lother
    Sophia Lother
    schließen

Der Musiker Gil Ofarim wirft dem Mitarbeiter eines Hotels in Leipzig Antisemitismus vor. Das Hotel gibt einen Untersuchungsbericht heraus, der Musiker reagiert. 

Update vom Donnerstag, 28.10.2021, 12.00 Uhr: Nachdem die interne Untersuchung des „Westin“-Hotels Leipzig veröffentlicht wurde, die den mutmaßlichen Antisemitismus-Skandal um Gil Ofarim behandelt, hat der Sänger auf die Ausführungen reagiert. Den Ausführungen entsprechend habe keiner der von einer Rechtsanwaltskanzlei befragten Zeugen des besagten Abends eine antisemitische Beleidigung gegenüber Ofarim vernommen.

Wie das Nachrichtenportal t-online berichtet, habe Ofarims Anwalt Markus Hennig mitgeteilt, dass der Sänger auf die staatlichen Ermittlungen vertraue und auch nur diese unterstütze. Einem Schreiben, das t-online vorliegt, ist demnach zu entnehmen, dass „die Ermittlungen auch weiterhin der verantwortlichen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei vorbehalten bleiben“ sollten. Auch würde „ein vom Hotel bezahlter Untersuchungsbericht“ eben sowenig der Wahrheitsfindung dienen, wie „unvollständige Viedosequenzen“, zitiert t-online weiter. Auch habe Ofarim keinen Beitrag zur Untersuchung des Hotels geleistet.

Gil Ofarim: Neues Gutachten bringt neue Details ans Licht – Zeugen widersprechen Musiker

Update von Mittwoch, 27.10.2021, 12.30 Uhr: Das Leipziger Hotel, wo sich der mutmaßliche Antisemitismus-Skandal um Sänger Gil Ofarim ereignet haben soll, erklärte bereits vergangene Woche, dass man keinerlei arbeitsrechtliche Maßnahmen gegen den verdächtigten Mitarbeiter einleiten werde. Eine interne Untersuchung bringt nun offenbar neue Details ans Licht. Die Wochenzeitung Die Zeit berichtet, dass keiner der von einer Rechtsanwaltskanzlei befragten Zeugen des besagten Abends eine antisemitische Beleidigung gegenüber Ofarim vernommen habe.

Gil Ofarim: Zeugen verneinen antisemitische Beleidigung

Der Bericht bezieht sich auf das Abschlussdokument der verantwortlichen Rechtsanwaltskanzlei Pauka & Link, welche vom Hotel damit beauftragt wurde. Im Kontrast zu den Aussagen über nicht stattgefundene antisemitische Beleidigungen erklärten die Zeugen laut Bericht, dass der Sänger stattdessen in einen Konflikt mit einem Hotelmitarbeiter geraten sei, da er diese aus Ofarims Perspektive bevorzugt behandelt habe. Von Ofarims Davidstern sei keine Rede gewesen, heißt es demnach im Abschlussbericht.

Ein Gutachten des Sachverständigen George A. Rauscher, das die Kanzlei beauftragt hat und worüber die Wochenzeitung ebenfalls berichtet, kommt zudem zum Schluss, dass die Videoaufnahmen des Leipziger Hotels wohl nicht manipuliert wurden. Ofarim selbst äußerte sich laut Bericht weder zu den neuen Vorwürfen noch zu den Videoaufnahmen.

Nach Anzeigen von Gil Ofarim – Zentralrat der Juden wird mit Hassnachrichten überschwemmt

Update vom Sonntag, 24.10.2021, 16.00 Uhr: Der Zentralrat der Juden in Deutschland berichtet nach dem vermuteten antisemitischen Vorfall um den Musiker Gil Ofarim in einem Leipziger Hotel von einer Vielzahl an Hassnachrichten. In den vergangenen Tagen seien antisemitische Kommentare über den Zentralrat „hereingebrochen“, sagte Präsident Josef Schuster der Bild am Sonntag.

Die Skepsis, die von vielen Seiten bezüglich des Falls geäußert werde, dürfe jedoch nicht zu mehr Antisemitismus führen. Gesellschaft und Politik müssten Zivilcourage zeigen und sich „aktiv an die Seite der Betroffenen stellen, wo immer diese angegriffen werden“, sagte Schuster weiter. Betroffene dürften „nicht das Gefühl bekommen, dass sie die Vorfälle nicht melden können und allein gelassen werden“.

Gil Ofarim: Oliver Pocher reagiert mit kruder Parodie auf Antisemitismus-Verdacht

Update vom Samstag, 23.10.2021, 07.46 Uhr: Nach den Antisemitismus-Vorwürfen von Sänger Gil Ofarim gegenüber einem Leipziger Hotel hat sich nun unter anderem Komiker Oliver Pocher zu Wort gemeldet. Er offenbarte in einem Parodie-Video auf Instagram seine Meinung zur Causa Ofarim.

In besagtem fragwürdigen Video filmt sich Pocher - wie auch Ofarim - selbst und streicht sich durch die Haare: „Leute, mir ist gerade etwas passiert, das möchte ich mit euch teilen“, spricht Pocher in die Kamera. „Ich sitze hier bei mir zuhause vor der Tür und komme nicht rein, Tür ist zu.“ Schild daran sei sein T-Shirt, auf dem „Marvel“ steht. „Ich bin einfach nur geschockt, weil ich diskriminiert, ausgeschlossen und nur auf meine Religion und meinen Status als Superheld reduziert werde!“

Es sei ihm wichtig, über das Erlebte zu sprechen. Schließlich habe er, Pocher, mit der Situation schon sein ganzes Leben lang zu kämpfen: „Ich bin Zeuge Jehovas. Ich weiß, was es als Kind bedeutet, vor Türen zu stehen und nicht reinzukommen.“ Ofarim selbst hatte vergangene Woche zwei Strafanzeigen gegen einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels erstattet, wie die Leipziger Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.

Gil Ofarim stellt Anzeige wegen falscher Verdächtigung. (Archivbild)

Gil Ofarim stellt Anzeige wegen falscher Verdächtigung

Update vom Freitag, 22.10.2021, 11.50 Uhr: Der Sänger Gil Ofarim hat bei seiner Vernehmung in der vergangenen Woche in München gleich zwei Strafanzeigen gegen einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels erstattet. Wie die Leipziger Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, stellte der Musiker eine weitere Anzeige wegen des Tatvorwurfs der falschen Verdächtigung.

Bislang war nur bekannt, dass der Sänger wegen „aller in Betracht kommender Straftaten“ in Bezug auf die Antisemitismus-Vorwürfe Anzeige erstattet hatte. Hintergrund ist, dass der Hotelmitarbeiter Ofarim wegen Verleumdung angezeigt hatte. Zuvor hatte der Tagesspiegel berichtet.

Gil Ofarim äußert sich nach Untersuchungsbericht zu Vorwürfen – Hotel trifft Entscheidung

Update vom Donnerstag, 21.10.2021, 21.11 Uhr: In einem Beitrag von Stern TV äußert der Sänger Gil Ofarim sich zu den jüngsten Entwicklungen. Das Leipziger Hotel war ebenfalls eingeladen, an der Sendung und dem Gespräch teilzunehmen, entschied sich jedoch dagegen.

Ofarim beteuert in der Sendung, zu allen Zeitpunkten das Geschehen wahrheitsgemäß geschildert zu haben. Er verstehe durchaus, dass aufgrund der Videoaufnahmen Zweifel an seiner Aussage entstanden seien. An der Richtigkeit seiner Aussage ändere das jedoch nichts. Er trage seine Kette mit dem Davidstern immer und habe sie auch nicht vor dem Hotelbesuch abgelegt.

Gil Ofarim bei Stern TV: Gesamte Videoaufnahmen aus Hotel sollten veröffentlicht werden

Die Videoaufnahmen zeigten auch nicht die gesamte Situation, so Ofarim gegenüber Stern TV. Sollte der Verdacht bestehen, er habe die Kette erst später angezogen, so müsse dies ebenfalls auf den Videoaufnahmen zu sehen sein. Die entsprechenden Bilder, bat Ofarim, sollten dann auch veröffentlicht werden.

Ob die Kette sichtbar war oder nicht, ist zwar zu ermitteln. Ofarim stellt aber klar, dass – ob Kette sichtbar oder nicht – die von ihm zitierten Sätze so gefallen sind, wie er es berichtet hatte: Zunächst habe eine Person in der Lobby „Pack den Stern ein!“ gerufen. Als Ofarim am Schalter stand, habe der Mitarbeiter ihm gegenüber diesen Satz wiederholt. Der Mann am Schalter habe ihm außerdem das Check-In-Formular aus den Händen genommen, als Ofarim angekündigt hatte, seine Managerin zu kontaktieren. Ebenfalls habe er in diesem Moment zu Ofarim gesagt: „Drohen Sie mir etwa?“ Das Geschehen müsse von Hotelgästen, die neben ihm standen, auch beobachtet worden sein. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das nicht gehört haben soll“, so der Sänger.

Studiogast bei Stern TV zur Antisemitismus-Debatte: Ist Gil Ofarim ein glaubwürdiger Mensch?

Ofarim habe daraufhin für sich gewusst, dass er nichts tun könne und die Lobby des Hotels verlassen. Anschließend ist das Instagram-Video entstanden, das die Öffentlichkeit auf die Vorkommnisse aufmerksam gemacht hatte.

Philipp Peyman Engel von der Jüdischen Allgemeinen war ebenfalls Studiogast im Beitrag von Stern TV. Er ist persönlich mit Ofarim bekannt und er halte ihn für einen grundsätzlich glaubwürdigen Menschen. Sollten sich die Vorgänge sich jedoch nicht so zugetragen haben, wie geschildert, so sei dies „eine Katastrophe für den Kampf gegen Antisemitismus“. Bei künftigen antisemitischen Vorfällen würde dadurch immer der Verdacht mitschwingen, dass Wahrheiten frisiert würden.

Antisemitismus im Westin Leipzig: Untersuchungsbericht des Managements findet „keine Anhaltspunkte“

Update vom Mittwoch, 20.10.2021, 14.15 Uhr: Der Sänger Gil Ofarim soll von einem Mitarbeiter des Leipziger Westin Hotels antisemitisch beleidigt worden sein. Der Mitarbeiter habe ihn aufgefordert, „seinen Stern“ einzupacken. Gemeint gewesen sei die Kette eines Davidssterns, welche der Sänger zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Vorfalls um den Hals trug.

Die neuesten Ermittlungsergebnisse des Vorfalls liegen nun vor, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Demnach sehe das Hotelmanagement keine Notwendigkeit, arbeitsrechtliche Maßnahmen gegen den beschuldigten Mitarbeiter zu ergreifen. Es würden keine Anhaltspunkte für den beschriebenen Vorfall vorliegen. Der Untersuchungsbericht umfasst 118 Seiten. Zu diesem Zweck holten Anwält:innen Aussagen von Zeugen ein und begutachteten Material von Sicherheitskameras. Der beurlaubte Mitarbeiter soll nun zum Westin Hotel zurückkehren.

Musiker Gil Ofarim reagiert auf neue Vorwürfe – „Würde es nochmal genauso machen“

Update von Dienstag, 19.10.2021, 9.30 Uhr: Gil Ofarim hat sich zu der neuen Entwicklung nach seinen Antisemitismus-Vorwürfen gegen ein Leipziger Hotel geäußert. „Ich wusste, was das für Wellen schlägt“, sagte er am Montag (18.10.2021) dem TV-Sender Bild Live: „Dass ich vielleicht vom Opfer zum Täter gemacht werde und dass ich angeblich gelogen haben soll, darum habe ich mir keine Gedanken gemacht und ganz ehrlich, das hätte ich auch nicht gedacht.“

Ofarim sagte, er könne verstehen, dass es nach den Videobeweisen so aussehen würde, als hätte er den Stern nicht getragen. „Was nicht stimmt. Ich habe ihn immer angehabt.“ Gegenüber der Leipziger Volkszeitung am Montag bekräftigte Ofarim, dass er die Kette im Hotel getragen habe. „Das was bisher gezeigt wurde, sind nicht die kompletten Videoaufnahmen aus dem Hotel. Ich bitte diejenigen, die diese Bilder veröffentlicht haben, doch alles zu zeigen“, sagte er der LVZ. Er habe schon viele Auftritte in Leipzig gehabt, so etwas sei ihm noch nie in der Stadt passiert und es tue ihm leid, dass jetzt die ganze Region in einen Topf geworfen werde. „Aber mir ist das nun mal so widerfahren und ich kann als Jude in Deutschland nicht einfach die Klappe halten.“

Zu dem von ihm geschilderten Vorfall in dem Hotel sagte der Sänger gegenüber Bild: „Ich habe im Vergleich zu vielen anderen Jüdinnen und Juden den Mund aufgemacht und habe etwas gesagt und mich gewehrt.“ Er fügte hinzu: „Jeder sollte seinen Mund aufmachen. Ich würde es nochmal genauso machen.“

Gil Ofarim: Sänger in Erklärungsnot – Neue Videos aufgetaucht

Erstmeldung von Sonntag, 17.10.2021, 10.45 Uhr: Leipzig – Der Vorfall in einem Leipziger Hotel sorgt noch immer für Furore. Diesmal werfen jedoch neue Erkenntnisse der Polizei Fragen auf. Der Sänger Gil Ofarim hatte Anfang Oktober schwere Vorwürfe erhoben. In einem Video auf Instagram berichtete er von Antisemitismus in dem Hotel „The Westin Leipzig“. Er habe versucht in dem Hotel einzuchecken und sei längere Zeit nicht bedient worden.

Als er einen Hotelmitarbeiter darauf ansprach, sei dieser zunächst nicht darauf eingegangen. Anschließend habe jemand aus einer Ecke „Pack deinen Stern ein“. Gemeint war damit der Davidstern, den der Musiker im Video gut sichtbar um seinen Hals trägt.

In den sozialen Netzwerken zeigte sich Gil Ofarim erschüttert von dem von ihm geschilderten antisemitischen Vorfall. Viele Menschen zeigten sich daraufhin solidarisch im Netz. Auch eine Kundgebung vor dem Hotel wurde abgehalten. Inzwischen laufen mehrere Anzeigen. Zum einen hat Ofarim selbst Anzeige gegen einen Hotelmitarbeiter des „The Westin Leipzig“ erhoben. Doch auch der Mitarbeiter erstattete Anzeige und schilderte den Vorfall anders, als der Musiker. Nun lieferten Videoaufnahmen der Polizei neue Erkenntnisse.

Gil Ofarim: Antisemitismus-Vorwurf gegen Hotel in Leipzig – Polizei mit neuen Erkenntnissen

Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung (LVZ) geht es dabei um Auswertungen von Überwachungskameras im Hotel. Die Aufnahmen seien mithilfe von spezieller Software inzwischen aufbereitet worden.

Die verbesserten Videos werfen nun die Frage auf, ob Gil Ofarim beim Check-in im „The Westin Leipzig“ seine Kette offen trug. Aus Ermittlerkreisen kamen inzwischen Informationen ans Licht, die daran ernste Zweifel aufkommen lassen. Ein weiteres Problem: Die Aufnahmen sollen aus datenschutzrechtlichen Gründen keinen Ton haben.

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich bisher noch nicht zu den neuen Informationen. Auf die Anfragen der Zeitung wurde lediglich darauf hingewiesen, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien und es sich um mehrere Videoaufnahmen handele.

Gil Ofarim äußert sich zu neuen Ermittlungsdetails

In den sozialen Netzwerken äußerte sich Sänger Gil Ofarim zunächst nicht zu den Videoaufnahmen. Stattdessen antwortete er auf eine Anfrage der Bild am Sonntag: „Es geht hier nicht um die Kette. Es geht eigentlich um was viel Größeres. Da ich oft mit dem Davidstern im Fernsehen zu sehen bin, wurde ich aufgrund dessen beleidigt.“ Im ZDF war er Anfang Oktober bei einer Konzert-Matinee zu Ehren von Giora Feidman zu sehen. Bei seinem Auftritt trug er gut sichtbar eine Kette mit einem Davidstern. (slo/nc)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare