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Weiterhin als Schutz vor der Schweinegrippe beliebt: die Mundmaske.

Scharfe Kritik an der WHO

Gibt Schlimmeres als die Schweinegrippe

4300 Menschen in 29 Ländern haben die Schweinegrippe. Experten verweisen aber auf die Relation zu anderen Übeln in der Welt und kritisieren, dass die WHO unangemessen Angst schüre.

Genf/Stockholm. Die Schweinegrippe hat mehr als 4300 Menschen in 29 Ländern erfasst. Das meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntag.

Laut Bilanz des europäischen Seuchenkontrollzentrums ECDC in Stockholm starben bislang mehr als 50 Menschen an dem Virus.

48 Tote stammen aus Mexiko, in den USA waren es laut ECDC zwei, US-Behörden meldeten ein drittes Todesopfer im Bundesstaat Washington. Kanada und Costa Rica nannten je einen Todesfall. In den USA waren 2254 Menschen mit dem Schweinegrippe-Erreger infiziert, in Mexiko den Angaben zufolge 1626; in Kanada 280, wie die ECDC mitteilte. In Deutschland sind elf Fälle bestätigt.

Der Schweizer Soziologe und frühere UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, kritisierte scharf den Umgang mit der Schweinegrippe. Vor allem die WHO-Kampagne schüre Angst und stehe in keinem Verhältnis zu den wirklichen Problemen.

"Von 6,2 Milliarden Menschen sind vermutlich seit einigen Wochen etwa 45 an der Grippe gestorben. Aber 100.000 Menschen sterben jeden Tag an Hunger und seinen unmittelbaren Folgen", sagte er. Alle fünf Sekunden verhungere ein Kind. "Das nehmen wir hin mit eisiger Normalität." dpa

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