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Jeffrey Epstein

Ghislaine Maxwell: Zeugin „Jane“ spricht über gemeinsamen sexuellen Missbrauch mit Epstein

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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Der Prozess gegen Ghislaine Maxwell läuft. Zusammen mit Jeffrey Epstein soll sie minderjährige Mädchen missbraucht haben, wie Zeugin „Jane“ bestätigt.

  • In den USA läuft der Prozess gegen Ghislaine Maxwell, Geschäftspartnerin und Freundin von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
  • Ghislaine Maxwell sieht sich schweren Anschuldigungen ausgesetzt. Sie soll Jeffrey Epsteins Komplizin gewesen sein und ihm bei der Rekrutierung seiner Opfer geholfen haben.
  • Die Beschuldigte weist alle Vorwürfe von sich. Alle Neuigkeiten aus dem Prozess.

Update vom 30.11.2021, 22.18 Uhr: Im Prozess um Ghislaine Maxwell, die gemeinsam mit dem Filmproduzenten Jeffrey Epstein Minderjährige missbraucht haben soll, hat eine Zeugin ausgesagt. Unter dem Synonym „Jane“ berichtete die Frau, die als eine von vier Betroffenen aussagen soll, vor Gericht, dass die als 14-Jährige von Epstein und Maxwell in einem Sommercamp für talentierte Kinder angesprochen wurde.

Epstein soll sich als Stifter ausgegeben haben, der Stipendien an besonders talentierte junge Menschen vergab. Maxwell habe sie als eine Art „Schwesterfigur“ wahrgenommen, die sich allerdings „seltsam“ verhalten haben soll. Schon bald habe Maxwell von Sex gesprochen. Wenig später sei Jane alle ein bis zwei Wochen in Epsteins Haus eingeladen worden, vordergründig sei es darum gegangen, über ihre Zukunft zu sprechen.

Schon bald hätten sich beide sexuell an ihr vergangen, Epstein etwa soll zunächst masturbiert und „Jane“ dann über sich gezogen haben: „Ich war wie erstarrt vor Angst, ich hatte noch nie zuvor einen Penis gesehen“, so Jane. Ein anderes Mal sei sie von Maxwell und Epstein ins Schlafzimmer gebracht worden, wo sich die beiden mutmaßlichen Sexualstraftäter zunächst gegenseitig gestrichelt haben sollen. Kurz darauf sei Jane aufgefordert worden, sich auszuziehen: „Und dann waren überall Hände.“

Ghislaine Maxwell: Mit Epstein zur „Jagd auf schutzbedürftige junge Mädchen“

Erstmeldung vom 30.11.2021, 10.51 Uhr: New York – In New York hat der Prozess gegen die langjährige Vertraute des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, begonnen. Der 59-Jährigen wird die Rekrutierung Minderjähriger vorgeworfen. Vier mutmaßliche Opfer von Maxwell und Epstein werden vor Gericht aussagen.

Darüber hinaus sollen Epsteins Pilot, Teile des Hauspersonals, Angehörige der Strafverfolgungsbehörden und ein ehemaliger Mitarbeiter des Multimillionärs beim Prozess angehört werden. Auch gibt es verschiedene Beweise, die im Prozess Beachtung finden sollen: „ein Schulmädchen-Outfit“, Flugprotokolle und FedEx-Aufzeichnungen. Diese Beweise sollen Epsteins Geschenke an ein Mädchen zeigen, das erst 15 Jahre alt war. Das berichtet die US-amerikanische Website The Daily Beast.

Ghislaine Maxwell versucht, sich von Jeffrey Epstein zu distanzieren

„Seit Eva beschuldigt wurde, Adam mit dem Apfel verführt zu haben, werden Frauen für das schlechte Benehmen von Männern verantwortlich gemacht“, sagte Maxwells Verteidigerin Bobbi Sternheim am Montag (29.11.2021). „Die Anklage gegen Ghislaine Maxwell bezieht sich auf Dinge, die Jeffrey Epstein getan hat … Aber sie ist nicht Jeffrey Epstein. Sie ist nicht wie Jeffrey Epstein, [sie ist] nicht wie andere mächtige Männer – Mogule, Mediengiganten – die Frauen missbrauchen.“

In dieser Zeichnung des Gerichtssaals betritt Ghislaine Maxwell den Gerichtssaal in Begleitung von US-Marshalls zu Beginn ihres Prozesses. Ihr wird die Zusammenarbeit mit Jeffrey Epstein beim Missbrauch Minderjähriger vorgeworfen.

Maxwell soll „beste Freundin und rechte Hand“ von Epstein gewesen sein

Die Staatsanwaltschaft setzte dem entgegen, dass Maxwell Epsteins „beste Freundin und rechte Hand“ gewesen sei. Die stellvertretende US-Staatsanwältin Lara Pomerantz beschrieb Maxwells Rolle wie folgt: „Sie machte Jagd auf schutzbedürftige junge Mädchen, manipulierte sie und bot sie dar, um missbraucht zu werden … Darum geht es in diesem Prozess.“ Eines der Opfer soll auch davon gesprochen haben, dass Maxwell selbst an den Misshandlungen beteiligt war.

Darüber hinaus zog die Staatsanwaltschaft Parallelen zwischen Epstein und Maxwells Vater Robert Maxwell. Der Zeitungsmagnat, dessen Leben selbst recht rätselhaft verlief, ließ seine Familie bei seinem Tod schwer verschuldet zurück. Epstein soll Ghislaine Maxwell ihren von früher gewohnten Lebensstil zurückgegeben haben.

Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft gegen Maxwell „alles andere als stichhaltig“

Entgegen früherer Auftritte vor Gericht zeigte sich Maxwell zusammengenommen und zurückhaltend, in gepflegter und neutraler Kleidung. Gegenüber ihrer Schwester zeigte sie sich fröhlich. Im Verlauf der Verhandlung machte sie sich ausgiebig Notizen.

Die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft gegen Maxwell werden von The Daily Beast als „alles andere als stichhaltig“ beschrieben. Genaueres zu den Anschuldigen können Sie der Erstmeldung vom Montag (29.11.2021) entnehmen. Maxwells Verteidiger bemühen sich indessen, die Zeugenaussagen verschiedener mutmaßlicher Opfer in ein schlechtes Licht zu rücken, indem sie Erinnerungen und Motive derselben hinterfragten.

So erklärte Verteidigerin Sternheim: „In diesem Fall geht es um Erinnerung, Manipulation und Geld.“ Die Anwältin fügte hinzu, dass die Erinnerungen der mutmaßlichen Opfer mit der Zeit verblasst seien. Weiterhin seien die Erinnerungen im Laufe der Jahre durch Dinge „korrumpiert“ worden, darunter die Anwälte der Opfer, die einen „großen Jackpot an Geld“ suchen – und durch Medienberichte.

Audrey Strauss, US-Anwältin, zeigt bei einer Pressekonferenz auf ein Foto des inzwischen verstorbenen US-Multimillionärs Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell. (Archivbild)

Maxwell als einzige Komplizin Epsteins „im Zusammenhang mit seinem Menschenhändlerring“ angeklagt

Im Juli 2019 wurde Epstein erneut von den New Yorker Behörden festgenommen: Sie warfen ihm einen „Pyramidenplan des Missbrauchs“ minderjähriger Mädchen vor. Im August desselben Jahres wurde der Multimillionär aus den USA tot in seiner Zelle aufgefunden.

Ein Jahr später, 2020, wurde Maxwell vom FBI festgesetzt. Sie versteckte sich mit ihrem Ehemann in einer abgelegenen Villa in New Hampshire. Maxwell ist derzeit die einzige Komplizin Epsteins, „die im Zusammenhang mit seinem Menschenhändlerring angeklagt wird“, heißt es im Artikel von The Daily Beast. (jey)

Rubriklistenbild: © Elizabeth Williams/dpa

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