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Ein Koala bei seiner Hauptbeschäftigung: Die Beuteltiere schlafen im Schnitt 18 bis 20 Stunden am Tag.
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Ein Koala bei seiner Hauptbeschäftigung: Die Beuteltiere schlafen im Schnitt 18 bis 20 Stunden am Tag.

Bedrohte Koalas

Gesichtserkennung für Koalas in Australien

  • VonBarbara Barkhausen
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Ein Forschungsteam in Australien setzt auf Künstliche Intelligenz zum Schutz der bedrohten Koalas.

Knopfaugen, wuschelige Ohren und eine abgerundete, schwarze Nase – Koalas haben ein markantes Äußeres. Ihre typischen Gesichtszüge machen die Beuteltiere zu einem idealen Versuchsobjekt für die „Gesichtserkennung“: künstliche Intelligenz (KI) für Koalas also.

Ein Forscherteam der australischen Griffith Universität arbeitet derzeit an einem KI-Pilotprojekt. Dabei werden Kameras mit der Technologie der Gesichtserkennung „trainiert“, um Koalas zu erkennen. Diese Geräte stehen bei sogenannten grünen Korridoren – Wildbrücken oder -tunnel, die die Koalas und andere Tiere nutzen, um Straßen sicher zu überqueren. Insgesamt sind 20 Kameras in Queensland für das Projekt im Einsatz, ausgerüstet mit Bewegungssensoren, Solarpanel und einem drahtlosen Netzwerkmodul.

Mit dem Experiment wollen die Forschenden herausfinden, wann und wie häufig die Beutler die Übergänge oder Tunnel nutzen, die gebaut wurden, um Autounfälle mit Wildtieren zu verringern. „Früher wurden auch schon Kameras aufgestellt, um die Koala-Korridore zu überwachen“, sagte der Leiter der Studie, Jun Zhou. „Aber jedes der aufgenommenen Videos musste manuell überprüft werden, um zu sehen, ob es sich bei den Tieren auch wirklich um Koalas oder doch um andere Arten handelte.“

Laut Zhou löst jede Bewegung bei der Kamera eine Aufnahme aus, die dann an einen Server der Uni übertragen wird. Dort verarbeiten Computer-Vision- und Machine-Learning-Systeme die Bilder. Koalas sollen so automatisch erkannt werden. Inzwischen sei die Technologie so leistungsstark, dass sie nicht nur erkenne, wenn ein Koala einen Korridor nutze, sondern sogar, welcher Koala es genau war, sagte der Forscher.

Das Team der Universität will dabei eng mit Naturschutzgruppen wie der Koala Action Group oder dem Daisy Hill Koala Centre zusammenarbeiten. Fachleute dieser Organisationen sollen beim Training helfen, wie die Koalas untereinander unterschieden werden können, basierend auf dem Aussehen und den Bewegungen der Tiere.

Letztendlich erhoffen sich die Forscherinnen und Forscher, Autounfälle mit Koalas weiter reduzieren zu können. Denn diese sind laut der Griffith Universität nach wie vor eine der Hauptgefahren für die Beutler. So mussten zwischen 1997 und 2018 jährlich durchschnittlich 356 Koalas nach Autounfällen in Tierkliniken behandelt werden. Die Daten sollen dem Team helfen zu verstehen, wie Koalas Übergänge und Tunnel nutzen. Auf diese Weise sollen Maßnahmen zum Schutz der Beutler besser auf deren Bedüfnisse angepasst werden können.

Auch die australische Regierung hat inzwischen anerkannt, dass die Tiere noch mehr Schutz benötigen. Ende November hat sie ein Hilfspaket in Höhe von 18 Millionen Australischen Dollar (gut elf Millionen Euro) verkündet. Ein Teil dieses Geldes fließt in eine Art „Volkszählung“, die ermitteln soll, wie viele Koalas noch in Australien leben.

Denn in den Buschfeuern um die Jahreswende 2019/2020 starben laut einem WWF-Bericht mehr als 60 000 Koalas. Überlebende Tiere verendeten in den Monaten danach durch das Trauma, die Rauchinhalation, Hitzestress, Dehydrierung, Nahrungsmangel oder den Verlust des Lebensraumes. Die Umweltorganisation schätzt, dass mehr als 41 000 Koalas in dem südaustralischen Naturparadies Kangaroo Island getötet wurden, zudem mehr als 11 000 in Victoria, fast 8000 in New South Wales und fast 900 in Queensland.

In diesen bevölkerungsreichen Staaten im Osten haben zudem Infrastrukturprojekte Wohnräume der Tiere zerstört. Ferner dezimiert eine Chlamydia-Infektion die Baumbewohner, die durch die Krankheit erblinden und unfruchtbar werden. Seit einigen Jahren macht auch der Klimawandel das Leben der Koalas schwieriger: Extreme Temperaturen und lange Dürren lassen den Eukalyptus, den die Koalas fressen, trockener und härter werden.

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