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Black Lives Matter

George Floyd-Prozess: Verurteiltem Polizisten droht drastische Haftstrafe

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Weil der Richter im Fall von George Floyd die besondere Schwere der Tat feststellt, wartet auf Ex-Polizist Derek Chauvin eine lange Haftstrafe.

Minneapolis – Nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einer Polizeikontrolle im vergangenen Jahr steht dem weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin eine besonders lange Haftstrafe bevor. Der Entscheidung für eine besondere Schwere der Tat, die der zuständige Richter Peter Cahill am Mittwoch (12. Mai) öffentlich machte, ging ein Antrag der Staatsanwaltschaft voraus. Zur Begründung erklärte der Richter, dass Chauvin in Anwesenheit von Kindern mit „besonderer Grausamkeit“ gehandelt hätte. Die jüngsten Zeuginnen der Tat im US-Bundesstaat Minnesota waren drei 17-Jährige und eine 9-Jährige. Eine der 17-Jährigen filmte ein Video, das weltweit für Aufmerksamkeit und Proteste unter dem Motto Black Lives Matter sorgte.

Nach der Urteilsverkündung gegen Derek Chauvin gingen im April Tausende Menschen in den USA auf die Straßen. Ein Mann hält ein Schild mit der Aufschrift „Justice for George“ („Gerechtigkeit für George“)

Obwohl Chauvin zuvor nicht vorbestraft war, drohen ihm nun bis zu 40 Jahre Haft. Das Knien auf dem Hals eines Verdächtigen habe zudem gegen die Vorschriften der Polizei von Minneapolis verstoßen: „Es war besonders grausam, George Floyd durch das Verhindern seiner Fähigkeit, zu atmen, langsam zu töten, als Herr Floyd schon klargemacht hatte, dass es ihm schwerfiel, zu atmen“, schrieb der Richter. Chauvin habe Aufforderungen von Passanten und einem Kollegen, Floyd zu helfen, nachdem dieser bewusstlos geworden war, ausgeschlagen.

Nach Tötung an George Floyd in den USA: Strafmaß-Verkündung am 16. Juni

Neben dem schwerwiegendsten Anklagepunkt, Mord zweiten Grades ohne Vorsatz, befanden die Geschworenen Chauvin auch wegen Mordes dritten Grades und Totschlags zweiten Grades für schuldig. Nach dem Recht des US-Bundesstaats Minnesota wird das Strafmaß jedoch nur vom schwerwiegendsten Anklagepunkt abhängen. Die Verkündung des Strafmaßes ist für den 16. Juni geplant. Weil Chauvin zuvor nicht vorbestraft war, drohte ihm Richtlinien zufolge zunächst nicht die Höchststrafe von 40 Jahren, sondern eher eine Strafe von rund 12,5 Jahren. Nun scheint eine längere Haftstrafe wahrscheinlich.

Floyds Tod am 25. Mai 2020 bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hatte in den USA Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst. Videos dokumentieren, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb. Die Beamten hatten ihn wegen des Verdachts festgenommen, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Die Verteidigung von Ex-Polizist Derek Chauvin plädierte auf „nicht schuldig“.

Weitere Verfahren gegen Ex-Polizisten im Fall George Floyd: Bundesgericht der USA erhebt Anklage

Unabhängig von dem Verfahren in Minnesota ist gegen Chauvin auch vor einem Bundesgericht Anklage erhoben worden. Das US-Justizministerium teilte vergangene Woche mit, dem Beschuldigten werde vorgeworfen, Floyd vorsätzlich seiner verfassungsmäßigen Rechte beraubt zu haben.

Neben Chauvin sind drei weitere am Einsatz gegen Floyd beteiligte Ex-Polizisten angeklagt. Sie werden in einem Verfahren in Minneapolis ab August vor Gericht stehen. Ihnen wird Beihilfe zur Last gelegt. Auch ihnen könnten langjährige Haftstrafen drohen. (Sandra Kathe mit dpa)

Rubriklistenbild: © Morry Gash/dpa

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