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Urteil im Fall George Floyd: Drei Ex-Polizisten für schuldig befunden

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Von: Max Schäfer

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Eine Person demonstriert vor dem Gerichtsgebäude, wo die drei ehemaligen Polizisten im Fall George Floyd verurteilt werden.
Infolge des Tods von George Floyd formierte sich die Black Lives Matter-Bewegung in den USA. © Kerem Yucel/AFP

Nach dem Tod des George Floyd verurteilte ein Gericht in den USA drei ehemalige Polizisten. Sie waren dabei, als Chauvin den Schwarzen tötete.

Saint Paul – Drei Ex-Polizisten sind im zweiten Prozess um den gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd in Minneapolis schuldig gesprochen worden. Ein Geschworenen-Gericht in Saint Paul sah es am Donnerstag (24.02.2022, Ortszeit) als erwiesen an, dass Tou Thao, Alexander Kueng und Thomas Lane die Bürgerrechte des 46-jährigen Floyd bei seiner brutalen Festnahme verletzt hatten.

Die Jury des Bundesgerichts sprach die drei Angeklagten nach 13-stündigen Beratungen konkret der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Zusätzlich wurden Thao und Kueng schuldig gesprochen, die „unverhältnismäßige Gewalt“ des als Haupttäter bereits verurteilten ehemaligen Polizisten Derek Chauvin nicht gestoppt zu haben. Das Strafmaß für die drei jetzt Verurteilten steht jedoch noch nicht fest. Es wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Ihnen droht eine langjährige Haftstrafe.

Fall George Floyd: Polizisten wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt

George Floyd war am 25. Mai 2020 in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden. Wegen eines mutmaßlich gefälschten 20-Dollar-Scheins hatte Chauvin dem festgenommenen Schwarzen rund neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl dieser wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr. Kueng und Lane fixierten Floyd ebenfalls auf dem Boden, während Thao Passant:innen auf Abstand hielt.

Im Prozess gegen die drei ehemaligen Polizisten hatte die Staatsanwaltschaft im Schlussplädoyer schwere Vorwürfe erhoben. „Die Polizisten wussten, dass George Floyd nicht atmen konnte, keinen Puls hatte und am Sterben war“, sagte Staatsanwältin Manda Sertich. Es sei ein Verbrechen, dass sie trotzdem nichts unternommen hätten.

Tod von George Floyd: Haupttäter Chauvin bereits 2021 verurteilt

Geschworene hatten Derek Chauvin bereits im April 2021 in einem anderen Verfahren unter anderem des Mordes zweiten Grades für schuldig befunden. Ein Gericht in Minneapolis verurteilte ihn daraufhin zu einer Haftstrafe von 22 Jahren und sechs Monaten. Einige Monate später plädierte Chauvin in dem Verfahren nach Bundesrecht gegen ihn auf schuldig, weswegen ihm eine weitere Haftstrafe droht.

Ein Video des brutalen Polizeieinsatzes gegen Geoge Floyd hatte sowohl in den USA, als auch international für Empörung gesorgt. Landesweit hatte die „Black Lives Matter“-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Floyds Klage „I can‘t breathe“ ging um die Welt und entwickelte sich zu einem Motto der Anti-Rassismus-Bewegung.

George Floyd: Urteil gegen Polizisten mit Signalwirkung

Der Prozess gegen die drei ehemaligen Polizisten hat Signalwirkung in den USA. In Zukunft seien Geschworene möglicherweise eher bereit, nicht nur Beamt:innen zu verurteilen, die Menschen töteten, sondern auch jene, die dabei zusehen würden, berichtete die New York Times. Mit dem Urteil werde anerkannt, dass die Ex-Polizisten gegen die Verfassung verstoßen hätten, reagierte Justizminister Merrick Garland.

Das Urteil fällt nur wenige Tage, nachdem im Fall Ahmaud Arbery drei weiße Männer wegen Hassverbrechen verurteilt wurden. Der Schwarze war beim Joggen im Bundesstaat Georgia getötet worden. (ms mit AFP/dpa)

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