Adventskalender

Gemeinsam gegen das Böse

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FR-Adventskalender, 3.12.: "Die Legenden von Andor".

Sie spielen wahnsinnig gern und probieren jedes Gesellschaftsspiel aus, wenn es nur ohne lange Anleitung auskommt? Dann wäre „Die Legenden von Andor“ für Sie eigentlich das, was der Überlaufpool für Wasserscheue ist, oder der Porsche für diejenigen ohne Führerschein. Gar nichts. Bevor Sie aber jetzt weiterblättern – tun Sie es nicht. Für dieses Spiel lohnt es sich, eine Ausnahme zu machen.

Dafür bietet sich die Weihnachtszeit, in der die Nachmittage lang und dunkel sind und einen nichts nach draußen lockt, geradezu an. Denn für den epischen Kampf Gut gegen Böse im Königreich Andor braucht es vor allem eines: Zeit. Schon allein der Aufbau des Sagenlandes, indem die Legenden gespielt werden, braucht Stunden. Da müssen die Helden und ihre kreatürlichen Widersacher zusammengesteckt, Zaubertränke und Waffen aus den Pappen gelöst, Ereignisplättchen auf dem Spielplan verteilt, Gold und Pergamente sortiert werden. 

Zum Glück sind all die Teile so prächtig und detailverliebt gestaltet, dass die Vorbereitung dem Eintauchen in eine Fantasiewelt nahekommt und für Kinder schon zum Spiel wird. Während die Erwachsenen mit Mühe versuchen, den Überblick über all die Schätze, Karten und Figuren zu behalten, dürfen Bogenschützin, Zwerg und Zauberin schon mal den einen oder anderen der finsteren Skrale und Gors bekämpfen, bevor das eigentliche Spiel beginnt.

Ist das geschafft, kommt endlich der große Vorteil „  Andors“ im Vergleich zu all den „Monopolys“ und „Mensch ärger‘ dich nichts“ der Spielewelt zum Tragen: Egal ob Oma, Vater, Sohn oder Tante – bei „Andor“ haben alle das Zeug zu Held und Heldin und kämpfen nicht gegeneinander, sondern gemeinsam gegen das Böse. 

Keine Wutausbrüche, bei denen der Sprössling Brett und Figuren vom Tisch fegt, nachdem die Oma wagte, ihn vor dem Loch rauszuschmeißen. Kein eisiges Schweigen beim Gänsebraten, weil Mama und Papa einander noch die Abzocke an der Schlossallee nachtragen. 

Bei „Andor“ retten die Spieler in konzertierter Aktion, mit Würfelglück und strategisch sinnvollem Einsatz der jeweiligen Superkräfte das Königreich – oder sie gehen gemeinsam unter.Und wer schon einmal mit seinen Liebsten Diamantminen durchsucht, Heilkräuter gesammelt und Burgen gegen finstere Gestalten verteidigt hat, der weiß: Das verbindet.

„Die Legenden von Andor“ wurde 2013 mit dem Kritikerpreis „Kennerspiel des Jahres“ ausgezeichnet. Bei verschiedenen Online-Händlern ist das Grundspiel zwischen rund 25 und 35 Euro erhältlich, zudem gibt es diverse Erweiterungen.

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