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Droht Deutschland noch im Sommer die nächste Corona-Welle? Lauterbach äußert sich ziemlich kryptisch

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Von: Martina Lippl

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf einer Pressekonferenz in Berlin (Archivfoto).
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf einer Pressekonferenz in Berlin (Archivfoto). © Chris Emil Janssen/imago

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schlägt doch recht ungewohnte Töne auf Twitter an. Mit Blick auf die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 gibt er sich fast schon geheimnisvoll.

Berlin – Die Corona-Lage in Deutschland interessiert aktuell nur wenige. Alles scheint momentan ohne Corona-Regeln möglich. Tausende feiern auf Festivals nach fast zwei Jahren Corona-Zwangspause den Sommer. FFP-2-Masken sind aus dem Straßenbild fast völlig verschwunden. Das Coronavirus Sars-CoV-2 hat für viele seinen Schrecken verloren.

Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5: Rollt eine Corona-Sommerwelle auf Deutschland zu?

Und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)? Wagt der als Mahner in der Corona-Pandemie gefeierte und angefeindete etwa einen Imagewandel? Mit Blick auf die Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5, die aktuell in Portugal die Infektionszahlen in die Höhe treiben, gibt sich der Minister im Augenblick recht gelassen.

Corona-Sommerwelle: Lauterbach twittert vage über eine Gefahr

„Es könnte tatsächlich eine Sommerwelle geben. Sicher ist das noch nicht“, schreibt Lauterbach auf Twitter. Das klingt ziemlich untypisch für den SPD-Politiker. Bevor diese Worte die Leserinnen und Leser ungläubig zurücklassen, weist der 59-Jährige dann doch auf den kommenden Herbst hin. Das Wort „Corona“ taucht dabei allerdings nicht auf. „Trotzdem ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Vorbereitungen für den Herbst zu treffen. Dies hat auch bereits begonnen. Ein Herbst wie vor der Pandemie ist noch nicht realistisch.“

Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 - Wie sieht die Lage in Deutschland aus?

DieOmikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 spielen in Deutschland bisher noch eine untergeordnete Rolle. „Aktuell ist die Variant of Concern (VOC) Omikron die in Deutschland dominierende SARS-CoV-2-Variante. Andere Varianten, wie die VOC Delta und zuvor die VOC Alpha, wurden fast vollständig verdrängt und werden zurzeit nur sehr selten nachgewiesen“, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem jüngsten Wochenbericht (2. Juni 2022) mit.

Omikron BA.5-Anteil in Deutschland verdoppelt sich in einer Woche

Der Anteil der Omikron-Variante BA.5 nahm dem RKI zufolge jedoch weiter zu und liegt bei 5,2 Prozent, ebenso der Anteil von BA.4 ist von 0,6 Prozent in der Vorwoche auf 0,9 Prozent gestiegen (20. Kalenderwoche).

KW 2022DeltaOmikron BA.1Omikron BA.2Omikron BA.4Omikron BA.5
180 %0,6 %97,6 %0,3 %1,2 %
190 %0,3 %96,2 %0,6 %2,5 %
200 %0,5 %93,2 %0,9 %5,2 %

Die Virologin Sandra Ciesek geht davon aus, dass sich die recht neuen Omikron-Subvarianten in Deutschland ausbreiten werden. Auf Twitter teilte die Corona-Expertin während einer Bahnfahrt ihre Ansichten zu Omikron BA.4 und BA.5 in einem Thread. „Ich denke, BA.4/ BA.5 werden sich auch hier durchsetzen.“ Geimpfte und Genesene seien wohl nicht vor einer Ansteckung mit den Omikron-Subvarianten geschützt, wie Daten aus Portugal zeigen. Insbesondere, wenn eine Impfung und eine Infektion länger zurücklägen. Eine vierte Impfung, ein Booster-Update, könnte ihrer Ansicht nicht nur für ältere Menschen sinnvoll sein.

Lauterbach zum Corona-Herbst: „Wir müssen auf Virusvarianten vorbereitet sein“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigte für den Herbst 2022 eine Impfkampagne an. Drei Corona-Impfstoffe sollen dann Impfwilligen zur Verfügung stehen, darunter ein angepasster Omikron-Impfstoff von Biontech/Pfizer sowie ein „bivalenter“ Impfstoff von Moderna. „Wir müssen auf Virusvarianten vorbereitet sein“, betonte Lauterbach auf einer Pressekonferenz Mitte Mai. Zudem soll ein neues Infektionsschutzgesetz auf den Weg gebracht werden. Maskenpflicht in Innenräumen, Zugangsregeln wie 2G und 3G fordern die Gesundheitsminister der Länder. Das alte Infektionsschutzgesetz läuft am 23. September aus. Falls eine Sommerwelle Deutschland erfasst, könnten die Bundesländer sich zu Hotspots erklären und Corona-Maßnahmen durchsetzen. Epidemiologe Hajo Zeeb geht davon aus, dass die Zahlen nicht im Herbst, sondern schon in den nächsten Wochen steigen. Allerdings sah er von zu großer Panikmache ab, da das Ausmaß der Welle aber noch nicht abzusehen sei.

Corona in Deutschland: Inzidenz laut RKI bei 253,8

Die fünfte Corona-Welle in Deutschland ebbt weiter ab. Die Inzidenz geht runter. Das RKI meldet am Sonntag einen Wert von 253,8 (Vortag: 270). Binnen 24 Stunden wurden 3.376 Corona-Neuinfektionen beim RKI verzeichnet. Todesfälle wurden keine gemeldet. Doch die Corona-Zahlen sind am Wochenende immer lückenhaft, dazu kommen auch noch Pfingstfeiertage. Nach einem Rückgang um 37 Prozent im Vergleich zur Vorwoche stagniert der Rückgang der Inzidenz in der aktuellen Kalenderwoche, ist im jüngsten RKI Wochenbericht zu lesen. Was das bedeuten könnte, lässt das RKI jedoch offen. (ml)

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